Krankenhäuser kämpfen weiter

Das neue Jahr bringt für Deutschlands Krankenhäuser keine Erleichterung, sondern setzt laut Caritas die Unsicherheit und Spannungen fort.

Das St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn ist neben der Frauen- und Kinderklinik St. Louise und dem St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten einer von drei Standorten der St. Vincenz-Krankenhaus GmbH. (Foto: Patrick Kleibold)
Das St. Vincenz-Krankenhaus Paderborn ist neben der Frauen- und Kinderklinik St. Louise und dem St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten einer von drei Standorten der St. Vincenz-Krankenhaus GmbH. (Foto: Patrick Kleibold)
veröffentlicht am 10.01.2024
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Das neue Jahr bringt für Deutschlands Krankenhäuser keine Erleichterung, sondern setzt laut Caritas die Unsicherheit und Spannungen fort.

Paderborn (cpd). Der Reformprozess der Krankenhausfinanzierung, von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach im Dezember 2022 als Revolution angekündigt, stecke immer noch in der Warteschleife und die Krankenhäuser würden mit leeren Händen zurückgelassen, heißt es in einer aktuellen Pressemitteilung des Caritasverbandes für das Erzbistum Paderborn. „Die dringend benötigte Reform ist in einer Hängepartie gefangen. Während die Häuser auf finanzielle Unterstützung warten, die längst überfällig ist, wird ein Bund-Länder-­Treffen nach dem anderen verschoben“, macht Diözesan-­Caritasdirektorin Esther van Bebber (Foto) deutlich: „Dieses Kräftemessen und die zögerliche Umsetzung finanzieller Hilfen droht die Situation zu verschärfen und das Vertrauen der Krankenhäuser in die politische Führung zu untergraben.“

Die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen der Krankenhäuser seien erdrückend. „Inflationsbedingte Kostensteigerungen und außerordentlich hohe Tarifsteigerungen für die Krankenhausbeschäftigten werden nicht refinanziert, was die finanzielle Stabilität der Einrichtungen in einem bereits seit Jahren unterfinanzierten System zusätzlich bedroht“, warnt Andrea Klausing, Referatsleiterin für die katholischen Krankenhäuser im Erzbistum Paderborn. „Ohne schnellstmögliche finanzielle Unterstützung werden viele Krankenhäuser in den kommenden Jahren an den Rand des Ruins gedrängt. Ein ungeordneter Strukturwandel wird sehenden Auges in Kauf genommen, der eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung bedroht.“

Ungleichbehandlung aus dem Weg räumen

Besonders gefährdet sind dabei freigemeinnützige Häuser, die nicht gleichermaßen wie kommunale Krankenhäuser von ihren Kommunen unterstützt werden, um finanzielle Defizite auszugleichen. Diese Ungleichbehandlung und Wettbewerbsverzerrung werden durch ein kürzlich unter anderem vom Katholischen Krankenhausverband Deutschland veröffentlichtes Gutachten bestätigt. „Es ist an der Zeit, dass Bund und Länder ihre Differenzen beilegen und gemeinsam handeln, um die Krise in den Krankenhäusern anzugehen und die Ungleichbehandlung der Krankenhausfinanzierung aus dem Weg zu räumen“, appelliert van Bebber.

Die Zukunft der Krankenhäuser stehe auf dem Spiel, so die Caritas, und die Zeit dränge: „Wir fordern eine konzertierte Aktion, um sicherzustellen, dass die Reform nicht zum politischen Spielball wird und die Krankenhäuser in ihrer Rolle für die Gesundheitsversorgung gestärkt werden.“

Info

Im Erzbistum Paderborn finden sich katholische Krankenhäuser an 51 Standorten. Sie behandeln rund 600.000 Menschen jährlich. Mehr Infos unter: ­https://www.caritas-­paderborn.de/beraten-­helfen/­gesundheit/katholische-­krankenhaeuser/

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