Wozu sind Sie da, Petra Tüllmann?

Petra Tüllmann ist seit 2018 Assistentin des Direktors im Institut für christliche Organisationskultur in Dortmund.

Petra Tüllmann
Petra Tüllmann ist seit 2018 Assistentin des Direktors im Institut für christliche Organisationskultur in Dortmund.
veröffentlicht am 12.12.2022
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Über zehn Jahre habe ich in unserer Gemeinde Kinder auf ihre Erstkommunion vorbereitet. Gemeinsam mit zwei Freundinnen haben wir als eigenverantwortliche Katechetinnen den Kurs geleitet und auch Tischeltern auf ihre Aufgabe vorbereitet. Bei einem dieser Abende haben wir mit Egli-­Figuren die Berufung der Jünger nachgestellt. Jede sollte eine Figur aus der Gruppe auswählen, mit der sie sich am besten identifizieren könnte. Ich wählte den Petrus. Da wurde mir klar: Mensch, ich heiße ja Petra, die weibliche Form von Petrus. Ich bin also eine Menschenfischerin. Ich möchte Menschen zeigen, wie man eine Gottesbeziehung aufbauen kann.

Seit diesem Zeitpunkt kann ich mich besser mit meinem Vornamen „Petra“ identifizieren. Während meiner Schulzeit wollte ich immer einen ausgefallenen, englischen Namen haben. Doch durch diesen Erstkommunionkurs wusste ich, der Petrus trifft mich am besten.

Die Erstkommunionvorbereitung hat mir unfassbar viel Spaß gemacht. Ich wollte den Kindern das Gefühl vermitteln, dass sie, ohne etwas tun zu müssen, geliebt und angenommen sind. Wir hatten auch einmal ein Kind mit Trisomie 21 und eines aus einem Kinderheim in unserem Kurs. Ich habe mich damals total gefreut, dass man uns das zugetraut hat. Besonders motiviert hat mich auch das viele positive Feedback und wenn Kinder über das Ende des Kurses traurig waren.

Petra Tüllmann: „Einen Sinn hinter meiner Arbeit zu sehen, ist mir sehr wichtig.“

Einen Sinn hinter meiner Arbeit zu sehen, ist mir sehr wichtig. Gerade deshalb arbeite ich auch so gerne beim ICO, dem Institut für christliche Organisationskultur. Wir versuchen, den Mitarbeitenden in kirchlichen Unternehmen christliche Werte, wie zum Beispiel die Nächstenliebe, bewusst und erlebbar zu machen. Als kirchliche Einrichtung ist man auch besonders für die Armen, Schwachen und Bedürftigen da. Von der Reinigungskraft bis zur Geschäftsführerin – alle sind letztendlich Repräsentanten der Kirche. Das große Ziel ist natürlich, dass die Menschen von innen heraus von unseren Werten überzeugt sind und damit auch nach außen das Image des Unternehmens mitprägen.

Auch ich sage von mir, dass ich für Gott arbeite. Oder wie es auf meinem Instagram-­Account „­felsenfest.­ueberzeugt­_“ steht: Ich gehöre zum Bodenpersonal. Auf meinem Profil poste ich religiöse Themen. Damit möchte ich andere Menschen erreichen bzw. überzeugen, auch wenn ich selbst nicht ohne Zweifel bin.

Also, wozu bin ich da? Allgemein versuche ich, im Rahmen meiner Möglichkeiten, Gutes zu tun, eine gute Repräsentantin der Kirche zu sein. Oder vielleicht kann ich es so formulieren: Ich möchte Menschen eine gute Gottesbeziehung ermöglichen und ihnen das Gefühl von Angenommensein, Geliebtsein, Gewolltsein geben. Und ihnen – sowie mir – damit die Möglichkeit zu geben, ein besserer Mensch zu werden.

Petra Tüllmann

Zur Person Petra Tüllmann

Petra Tüllmann ist seit 2018 Assistentin des Direktors im Institut für christliche Organisationskultur in Dortmund. Neben der Verwaltung und Organisation unterstützt sie den Direktor bei der Planung von Veranstaltungen und konzeptionellen Entwicklungen. Neben ihrem beruflichen Instagram-­Profil kümmert sie sich ebenso um den Social-Media-­Auftritt des Instituts und sorgt somit dafür, dass christliche Werte auch online zu finden sind.

Aufgezeichnet von Helena Mälck
und fotografiert von Claudia Auffenberg

Logo_Zukunftsbild

Unsere Reihe Menschen im Erzbistum

Wozu bist du da, Kirche von Paderborn? Diese Frage stellte der emeritierte Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker dem Zukunftsbild voran, auf dessen Basis das Erzbistum entwickelt wird. Wozu bist du da? Diese Frage kann sich auch jeder Einzelne stellen. Denn die Grundannahme des Zukunftsbildes ist eine biblische, dass nämlich jeder Mensch berufen ist, dass jede und jeder das eigene Leben als von Gott angenommen betrachten darf, dass es einen Sinn dieses Lebens gibt. Die Aufgabe des Menschen besteht darin, die Frage für sich zu beantworten.

Weitere interessante Artikel auf DerDom.de
26.01.2023

 

 

 

 

Wider die Demokratie-Entleerung – Über Gewalt und Vorbeugung

Ein Gespräch mit dem Konfliktforscher Martin Winands über die Gewalt und wie man ihr vorbeugen kann.

weiterlesen
25.01.2023

 

 

 

 

Werler Ministranten – Beten in Blau

Grün an Wochentagen, Violett in der Fastenzeit und Rot an Feiertagen – so kennt man es aus dem Gottesdienst in der eigenen Gemeinde. Die Wallfahrtsbasilika in Werl setzt auf ein ­anderes Konzept und kleidet ihre Messdiener in einer eher selten zu sehenden Farbe.

weiterlesen
24.01.2023

 

 

 

 

Sternsinger: Kleine Menschen – große Wirkung

Rund 20.000 Kinder und Jugendliche nahmen im Erzbistum an der diesjährigen Sternsinger­aktion teil. In diesem Jahr wurde für alle Beteiligten wieder eine Dankesfeier im großen Stil ausgerichtet – mit Gottesdienst, Umzug durch die Innenstadt und Kinobesuch.

weiterlesen