Friedensort in Herford – Königin des Friedens

Friedensorte sind Leuchttürme für das gesellschaftliche Engagement einer Kirche, die tut, was sie predigt. Die Pfarrkirche Maria Frieden in Herford ist ein solcher Ort. Geplant wurde sie bereits während des Zweiten Weltkrieges.

Friedensorte im Erzbistum: Die Pfarrkirche Maria Frieden im Lübberlinden­weg 4 in Herford gehört zum Pastoralen Raum Wittekindsland. (Fotos: Patrick Kleibold)
veröffentlicht am 24.08.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Friedensort sind Leuchttürme für das gesellschaftliche Engagement einer Kirche, die tut, was sie predigt. Die Pfarrkirche Maria Frieden in Herford ist ein solcher Ort. Geplant wurde sie bereits während des Zweiten Weltkrieges.

Wer zur Wetterfahne des Kirchturmes der Pfarrkirche Maria Frieden aufschaut, entdeckt dort die lateinischen Worte „Regina Pacis – Königin des Friedens“. Bereits 1943 tauchen die ersten Überlegungen für einen katholischen Kirchbau in der Nordstadt auf. Durch ständiges Wachsen der Bevölkerung, bedingt durch Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, stieg die Seelenzahl im Jahr 1944 auf 3 500.

Junge Leute, Landhelfer und Haushalts­gehilfinnen zog es nach Herford, die hier Arbeit fanden. Vor allem die Möbel­industrie und Zigarrenherstellung, wie auch später die Garnison brachten viele Katholiken in den Ort. Nach Ende des Krieges kamen zudem Vertriebene und Flüchtlinge aus Ostpreußen und Danzig. Ein großer Transport Vertriebener mit ca. 1 800 Personen aus der Grafschaft Glatz kam 1946 an. Diese Menschen lebten verstreut in den Landgemeinden, was zur Folge hatte, dass in diesen Orten – selbst in evangelischen Kirchen – die heilige Messe gefeiert werden musste. Der damalige Dechant und Pfarrer von St. Johannes Baptist hatte für die Stadt schon bei Kriegsende die pastorale Planung von vier Kirchen­zentren in den verschiedenen Stadtteilen fertig.

Der große Wunsch nach dem Weltkrieg war der Frieden

Der große Wunsch nach dem Weltkrieg war der Frieden, doch auch dieser war durch die Teilung Deutschlands in Gefahr. 1947 setzte die Weltkirche ein Zeit-­Zeichen, denn Nikolaus von Flüe wurde heiliggesprochen. Selten war eine Heiligsprechung so politisch gemeint wie bei diesem Heiligen. Gleichzeitig war es eine Zeit der heute kaum noch vorstellbaren begeisterten Marienverehrung. Am 1. August 1950 verkündete Papst Pius XII. feierlich die Aufnahme Mariens in den Himmel, mit Leib und Seele. Wegen des Koreakrieges fürchteten viele den Ausbruch eines dritten Weltkrieges.

Die Grundsteinlegung zur Kirche „Maria, Königin des Friedens“ geschah in dieser Zeit am 6. Dezember 1953, zwei Tage vor der Eröffnung des Marianischen Jahres 1954. Pfarrer Ernst August Hoffmann formulierte den Leitgedanken zum Kirchbau wie folgt: „Es steige hernieder die Fürstin des Friedens, des Friedenskönig Mutter und Braut. Dass Herford – ­Heiliges Herford werde, gefriedetes Land unserer lieben Frau.“ Am zweiten Pfingsttag 1955 wurde die Kirche dann durch Erzbischof Dr. ­Lorenz Jaeger konsekriert.

Der Friedensort soll den Friede Christi verkünden und vermitteln

„Der tiefste Sinn des Gotteshauses ‚Maria Frieden‘ ist, dass in ihm der Friede Christi verkündet und vermittelt, erlebt und erbetet wird. Jede Gemeinde hat ein originelles, einmaliges Gesicht; möge die Gemeinde der ‚Königin des Friedens‘ diese ­Zusammenhänge immer bewusster erfassen und sie in ihrem Geist und Leben immer klarer ausprägen! Dann erfüllt sie die gerade ihr von Gott geschenkte Sendung“, heißt es in einer Festschrift zum 50-­jährigen Bestehen der Kirche.

Patrick Kleibold

Friedensort in Herford – Königin des Friedens

Weitere Berichte zur katholischen Kirche finden Sie in der aktuellen DOM-Ausgabe. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich bestimmt.

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