Drolshagen – Flügelaltar nun auch mit neuer Rückseite

Die Muttergottes in Jeans auf einer Leiter. Das neue Altarbild der Kirche St. Clemens in ­Drolshagen sorgte in diesem Jahr für reichlich Diskussionen. In der Adventszeit ist nun auch die neue Rückseite zu sehen.

In der Adventszeit ist die neue Rückseite des Flügelaltars in Drolshagen zu sehen. Foto: Meinolf Lüttecke
In der Adventszeit ist die neue Rückseite des Flügelaltars in Drolshagen zu sehen. Foto: Meinolf Lüttecke
veröffentlicht am 16.12.2021
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

von Meinolf Lüttecke

Die Rückseite des Flügelaltars in Drolshagen hat ­ebenfalls der Künstler Thomas Jessen aus Eslohe gemalt. Sie steht im Zeichen der Begegnung von Gott und Mensch. Zum ersten Advent wurde der Altar zugeklappt und damit steht nun die neue Rückseite im Vordergrund.

Im Advent sind Flügelaltäre traditionell zugeklappt

Der mittlerweile in Lennestadt tätige Pfarrer Markus Leber hatte im Sommer angekündigt, das Bild auf der Rückseite werde schlichter. Thomas Jessen hielt sich zum Motiv zu diesem Zeitpunkt komplett bedeckt. Bei der Abschiedsmesse von Pfarrer Markus Leber am 31. Oktober wurde das Bild auf der Rückseite des Altars für einen Tag der Öffentlichkeit gezeigt. Seither war der Altar jedoch wieder aufgeklappt – bis zum Advent. In den Kirchen, die einen Flügelaltar besitzen, ist es seit jeher Tradition, im Advent und in der Passionszeit die Flügel zu schließen. 

Neue Rückseite hat zwei Hauptmotive

Drolshagens neuer Pfarrer Johannes Hammer nennt als Grundthema für das jetzt zu sehende Altarbild die “göttliche und die zwischenmenschliche Begegnung”. Im oberen Teil des Gemäldes kommt der Erzengel Gabriel zu Maria, um ihr zu sagen, dass sie ein Kind empfängt, den Sohn Gottes gebären wird. Der untere Teil steht unter der Überschrift “Mariä Heimsuchung”. Die Gottesmutter besucht ihre Kusine Elisabeth. Beide Frauen sind schwanger.

“Auch dieses Altarbild ist eine Attraktion”

Pfarrer Johannes Hammer

Der Hintergrund des Bildes ist in Violett gehalten, Sinnbild für den Übergang und die Verwandlung. Violett wird liturgisch in den Bußzeiten vor Ostern und Weihnachten getragen. “Auch dieses Altarbild ist eine Attraktion, und ich gehe davon aus, dass manche, die schon hier waren, ein zweites Mal kommen werden”, sagt Pfarrer Hammer. “Dieses Bild regt sicherlich, wie das vordere Bild, zur Diskussion und zum Nachdenken über den eigenen Glauben an. Gerade in der persönlichen Begegnung kann man sich über den Glauben austauschen. Es ist ja auch das Grundthema des Bildes: Begegnung zwischen Gott und dem Menschen.”

Mittelalterliche und moderne Darstellung kombiniert

Der Esloher Künstler Thomas Jessen erklärte, das Bild des zugeklappten Flügelaltars zeige die Verkündigung. Im oberen Teil lehnte er sich an das Verkündigungsbild des italienischen Malers Simone Martini (*1284 in Siena, †1344 in Avignon) an. Das untere Bild zeigt zwei Frauen, die sich gegenseitig anschauen. “In dieser Kontemplation spielt sich der Gedanke der Fasten- und Bußzeit ab”, sagt Jessen. “Das klassisch-traditionelle und feministische Thema Verkündigung zeigt Maria bei ihrer Kusine Elisabeth.”

Der Betrachter entscheidet über die Bedeutung

Wer das Altarbild offen kennt, sieht eine Begegnung zwischen Maria und Veronika. “Der Betrachter bringt die Bedeutung mit”, so Jessen. “Mutter und Tochter?” Das Bild lasse eine offene Zugangsweise zu. Je nachdem, wie man die Betrachtungsweise sehen will. Das Altarbild stehe nur für sich und werde in Beziehung gesetzt zu Gott und zur Kirche, erleutert Jessen. “So ist das in diesem Passionsgemälde. Hier habe ich bewusst ein stilles Bild gemalt, in dem sich zwei Frauen in die Augen schauen. Was sie auch immer zu besprechen haben, bleibt offen.”

Weniger Kontroverse

Die Vorderseite hatte nach der Veröffentlichung großes Aufsehen in nationalen und internationalen Medien erregt (Der DOM berichtete). Weitere Aufregung nach dem Bekanntwerden der Rückseite des Altares erwartet Pfarrer Johannes Hammer aber nicht.

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