Das Geld wird knapp – Neue Immobilienstrategie

Angesichts weniger werdender Kirchensteuereinnahmen und sinkender Mitgliederzahlen ­arbeitet das Erzbistum an einer neuen Immobilienstrategie. Ziel ist es, den Immobilienbestand zu reduzieren.

In Stufe 1 der neuen Immobilienstrategie des Erzbistums werden nur noch bestands­erhaltende Maßnahmen gefördert. (Foto: Pixabay)
In Stufe 1 der neuen Immobilienstrategie des Erzbistums werden nur noch bestands­erhaltende Maßnahmen gefördert. (Foto: Pixabay)
veröffentlicht am 09.12.2021
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Kirchen werden immer leerer und Pfarrheime sind kaum noch ausgelastet. Im gesamten Erzbistum gibt es etwa 3 000 Gebäude in kirchlichem Besitz, der Großteil davon gehört den Kirchengemeinden. Auf Dauer seien diese Gebäude nicht alle zu halten, teilte das Erzbistum Paderborn mit. Daher werde derzeit eine Immobilienstrategie erarbeitet, die im Juli 2022 starten solle. Damit wolle die Erzdiözese Anreize setzen und die Kirchengemeinden dazu bewegen, Gebäude aufzugeben und Flächen zu reduzieren. „Unsere kirchlichen Gebäude passen nicht mehr zum tatsächlichen Bedarf, sie sind zu groß“, erklärt Diözesan­baumeisterin Carmen Matery-­Meding. Daher denke man jetzt neu über etwas nach, das über viele Jahre oder Jahrzehnte identitätsstiftend gewesen sei. 

Das dreistufige Konzept sieht vor, dass in Pfarreien, die ihren Immobilienbestand nicht reduzieren möchten (Stufe 1), zukünftig ausschließlich bestandserhaltende und sicherungstechnische Maßnahmen gefördert werden. Wenn Pfarreien ein Immobilienkonzept zur Reduzierung von Gebäudeflächen erarbeiten (Stufe 2), sollen sie auch finanziell und beratend unterstützt werden. Auf einer optionalen dritten Stufe kann eine Schwerpunktbildung hin zu Neuinvestitionen in Immobilien mit besonderer pastoraler Strahlkraft konzipiert werden.

Durch neue Immobilienstrategie Gemeinden vernetzen

Ziel sei es, den Immobilienbestand zu reduzieren, um ihn an den zukünftigen Bedarf anzupassen, sodass ein tragfähiges Gemeindeleben auch in Zukunft möglich und der Betrieb für die Verantwortlichen vor Ort zu bewältigen sei, sagte Generalvikar Alfons Hardt. Zudem sollten sich Kirchengemeinden bei der Bewirtschaftung ihrer Immobilien untereinander vernetzen. Gebäude wie etwa das Pfarrheim sollte variabel für verschiedene Zwecke genutzt werden. Entwickelt wird die Strategie von den Bereichen Bauen, Pastorale Dienste und Finanzen im Erzbischöflichen Generalvikariat.

„Die Kirchengemeinden sind als Eigentümerinnen verantwortlich für ihre Gebäude. Sie treffen die Entscheidung“, sagt Diözesanbaumeisterin Carmen Matery-­Meding. Die pastoralen Räume, die in Stufe 1 verbleiben möchten, können jederzeit in Stufe 2 wechseln. „Vonseiten des Erzbistums werden keine Verpflichtungen auferlegt, aber die weniger werdenden Finanzmittel werden die Möglichkeiten künftig einschränken.“ Deshalb seien Baumaßnahmen verstärkt zu fördern, „die den Immobilienbestand an die Bedingungen der Gegenwart und Zukunft anpassen“.

Berücksichtigung sollen in der Immobilienstrategie vor allem die Anforderungen finden, die beim Betrieb kirchlicher Gebäude immer komplexer würden – vom Versicherungsschutz über den Schneeräumdienst bis hin zu Denkmalschutzvorschriften oder dem sachgerechten Heizen und Lüften. Architekt Daniel Schröter, der im Bereich Bauen die Abteilung Kirchengemeindliche Immobilien leitet, bestätigt: „Die Engagierten in den Kirchengemeinden arbeiten ehrenamtlich. Die zunehmende Verantwortung im Zusammenhang mit den baulichen Fragestellungen vor Ort steht dazu in keinem Verhältnis.“ Daher sei es ein wesentliches Ziel der Strategie, „das Risiko im Betrieb der Gebäude zu minimieren“.

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