Klimapilgerweg für Gerechtigkeit geht durchs Erzbistum

1.450 Kilometer lang ist der Klimapilgerweg für Gerechtigkeit. Die Strecke führt in 77 Etappen von Polen nach Schottland. In der vergangenen Woche durchquerten die Pilgerinnen und Pilger das Erzbistum Paderborn.

Der Ökumenische Pilgerweg von Polen nach Schottland führte durch das Brakeler Land. (Fotos: Patrick Kleibold)
Der Ökumenische Pilgerweg von Polen nach Schottland führte durch das Brakeler Land. (Fotos: Patrick Kleibold)
veröffentlicht am 22.09.2021
Lesezeit: ungefähr 5 Minuten

1.450 Kilometer lang ist der Klimapilgerweg für Gerechtigkeit. Die Strecke führt in 77 Etappen von Polen nach Schottland. In der vergangenen Woche durchquerten die Pilgerinnen und Pilger das Erzbistum Paderborn. Ihr Anliegen: für die Schöpfung beten und mit Menschen ins Gespräch kommen.

Das Empfangskomitee in Brakel-Bökendorf ist da, aber die zu Empfangenden noch nicht. Es ist Donnerstag der vergangenen Woche, 17 Uhr. Laut Plan sollen die Klimapilger jetzt hier ankommen, aber noch ist niemand zu sehen. Bernhard Aufenanger schaut auf sein Handy, ein kleiner roter Punkt auf einer Karte zeigt an, wo sie sind. „Mmh, das kann noch eine halbe Stunde dauern“, sagt er. Nun ja, heute absolviert die Gruppe ihre längste Tagesstrecke, 30 Kilometer. Was ist da eine halbe Stunde? Man freut sich vielmehr, wenn alle den Weg gut schaffen.

Pilgerkreuz ist ein Ort des Innehaltens

Nun ist also etwas Zeit, um sich erzählen zu lassen, wo man eigentlich ist und was es mit diesem Eisenkreuz auf sich hat, das als Treffpunkt dient. Bernhard Aufenanger, der als Pfarrgemeinderatsvorsitzender von Bökendorf gekommen ist, um die Gruppe an der Grenze zu begrüßen und sie zur Kirche zu begleiten, erzählt, das Kreuz stehe seit zehn Jahren dort im Brakeler Wald. 2010 hatte die Altertumskommission für Westfalen einen neuen Jakobsweg ausgewiesen, der auch durch den Brakeler Wald führt. Der PGR überlegte daraufhin, wie die Gemeinde an diesem Weg einen Ort des Innehaltens schaffen könne. So entwickelten sie die Idee eines großen Kreuzes, das aus Stangen gebildet und innen hohl ist. Unten im Sockel liegt ein ansehnlicher Haufen Steine. „Die haben Wanderer hier reingeworfen“, sagt Aufenanger, „wer hier vorbeikommt, kann seine Last symbolisch in Form eines Steines hier auf das Kreuz werfen.“

Während er erzählt, macht sein Sohn den Kundschafter, um im Wald nach den Pilgern Ausschau zu halten. Das Tempo, in dem Aufenanger-Junior jetzt zurückgerannt kommt, lässt ahnen: Sie sind in Sichtweite und tatsächlich: Da sind sie, erstaunlich flott nach 32 Kilometern auf dem Klimapilgerweg, acht Stunden und diversen Regenschauern und– darf man das sagen?–: erstaunlich alt. Soweit man das unter den Mützen und Regencapes erkennen kann, sind jedenfalls keine Jugendlichen oder junge Leute dabei, was auch wieder so ganz nicht stimmt: Susanne Föller ist eine junge Frau. Sie ist die neue Referentin für Mission–Entwicklung–Frieden des Erzbistums und hat sich mit ihrem Vorgänger, Ulrich Klauke, heute der Gruppe angeschlossen.

Klimapilgerweg führt zur Weltklimakonferenz nach Glasgow

Gestartet sind die Pilger am Morgen in Bad Karlshafen. Das ganze Projekt hat allerdings schon am 14. August in Zielona in Polen begonnen, wo 2018 die 24. Weltklimakonferenz stattgefunden hat. Das Ziel ist nun Glasgow in Schottland, wo vom 1. bis 12. November die 26. Konferenz stattfinden wird. Die fünfte nach Paris. Dort am Eiffelturm hatten sich die Staaten der Erde 2015 in einem historischen Pakt völkerrechtlich dazu verpflichtet, die Erderwärmung auf unter zwei Grad zu halten. Seither begleiten die großen Kirchen diese Treffen mit den Pilgerwegen für Klimagerechtigkeit.

Geistige Nahrung und inneren Halt findet die Gruppe bei ihren gemeinsamen Gebeten, denn dies ist ja nun auch ein Pilgerweg. Heute hatte der Tag mit einem Vers aus Psalm 36 begonnen, den sie jetzt am Ende in der Bökendorfer Pfarrkirche noch einmal hören: „HERR, du hilfst Menschen und Tieren.“ Die Tiere ahnen von dieser Hilfe vermutlich nichts, aber der Mensch kann darum wissen. Wenn er sich daran erinnert, wird vielleicht manches leichter von dem, was von ihm zur Rettung des Planeten erwartet wird.

Die gesamte Reportage können Sie in der aktuellen Dom-Ausgabe lesen.

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