Kitas starten Modellprojekt

„Wunderwelt Wasser“ bewegt in Hamm

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Zur Auftaktveranstaltung kamen rund 30 Erzieherinnen und Gemeindevertreterinnen. Eine weitere Veranstaltung folgt und bereits jetzt beflügelt der Austausch alle Damen. Foto: Körtling
veröffentlicht am 21.11.2018
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Hamm. In der St.-Agnes-­Kirche fand vergangene Woche der Auftakt zu einem Kita-­Modellversuch statt: Ein gemeinsames Projekt soll einrichtungsübergreifend im gesamten Pastoralen Raum Hamm auf die Beine gestellt werden. Der Titel lautet „Wunderwelt Wasser“ und die Resonanz war bereits überwältigend.

von Peter Körtling

Wieso die riesige Kooperation ins Leben gerufen wurde, erklärt die Vorsitzende des Steue­rungsgremiums, Heike Frankenberg: „Diese erstmalige Zusammenarbeit begründet sich im Zukunftsbild des Erzbistums Paderborn“, sagt Frankenberg, die auch Pastoralreferentin in Hamm-Mitte-Osten ist. Darin stehe ganz klar, dass die Familienpastoral in den Kitas zu vernetzen sei. Diese Aufforderung wird jetzt zum ersten Mal in der breiten Fläche Hamms umgesetzt und zeigt sich bereits unglaublich erfolgreich: Nicht nur der zum Erzbistum Paderborn gehörende Teil Hamms – die Pastoralen Räume Hamm-Mitte-­Westen, Hamm-Mitte-Osten und die Pfarrei St. Franziskus von Assisi – sind mit ihren Kitas vertreten. Darüber hi­naus gebe es noch mehr Anmeldungen, wie Frankenberg berichtet.

„Wir haben ja nicht gewusst, wie groß die Reaktionen sein würden“, so Frankenberg. Da­rum hätte das Steuerungsgremium, das neben ihr auch aus Claudia Niesel, Christine Deppenkemper, Stefan Fix, ­Kathrin Schütte, Antje Herting, Elisabeth Langos-­Kleibömer, Sabine Schleimer, Ulrike Fritzemeier und Hildegard Goc­lik sowie Doris Noll vom Gemeindeverband Hellweg und Nina Bönning von den Katholischen Kindertageseinrichtungen Hellweg besteht, zwar zunächst nur in den katholischen Kitas aktiv geworben, aber sofort erklärt, dass alle interessierten Einrichtungen mitmachen könnten. Dass diese Aktion bereits im ersten Anlauf so erfolgreich sei, mache ebenso neugierig auf die Aktionen, die vor Ort umgesetzt würden, wie auch auf zukünftige Projekte.

Zunächst näherten sich die Damen den „Wasserorten“ in der Kirche an, wobei das Baptisterium natürlich für die größte Aufmerksamkeit sorgte. Dann ging es ins benachbarte Gemeindezentrum, wo nicht nur der Austausch alle beflügelte, sondern auch fleißig experimentiert und gebastelt wurde. Ob religionspädagogische Ansätze, Umweltschutz, Naturwissenschaften oder Geschichte – anhand des breiten Themas waren viele Infostände aufgebaut, an denen den Erzieherinnen verschiedene Zugänge für ihre Einrichtungen aufgezeigt wurden.

„Mit der Lippe haben wir einen lokalen Bezug zum Thema Wasser gewählt“, sagt Antje Herting von der Kita Herz-­Jesu aus Hamm-Osten. Ein Bilderbuch bietet eine Zeitreise entlang des Flusses, die vom Mittelalter bis heute reicht. Dazu haben die Erzieherinnen sogar schon Spielideen und viele weitere Ansätze entwickelt, die sie den Kindern, von der Entwicklung der Bevölkerung bis zu ökologischen Gesichtspunkten, näherbringt. Die vorbereitenden Damen des Steuerungsgremiums hatten ihren Mitstreiterinnen eine Vielzahl von Arbeitshilfen erstellt und externe Mittel vorbereitet.

Die Vielzahl von religionspädagogischen Ansätzen zum Thema Wasser hat auch manche Erzieherin überrascht: „Wir haben nach biblischen Wassergeschichten gesucht und waren von der Vielzahl wirklich verblüfft“, sagt Hildegard Goclik, Pastoralreferentin in Hamm-Mitte-Westen. Ob Mose das Meer für die Israeliten teilt, ob Jesus auf dem Wasser wandelt oder am Ufer des Sees Genezareth Brot und Fisch vermehrt – die Auswahl bietet zahllose Ansätze. Gemeindereferentin Hildegard Goclik aus dem Pastoralverbund Hamm-Mitte-Westen verwies auf weitere Beispiele aus dem Alten und Neuen Testament und erklärte, aufgrund der Vielzahl von „Wasser-­Themen“ hätten sie in der Vorbereitung bereits auf den Bereich „Brunnen“ verzichtet.

Die Umsetzung dieses erstmalig so übergreifend organisierten Projektes wird nun in den einzelnen Einrichtungen weiter vorbereitet. Zwischen Ostern und Pfingsten findet dann die Umsetzung in den Kitas statt. Auch die Nachbereitung ist bereits durchgeplant: Von Pfingstmontag, den 10. Juni, werden bis zum 17. Juni die „Exponate“ der Einrichtung zu einer „Mitmachausstellung“ in der ­St.-­Libo-
rius-Kirche zusammengetragen. Das dient nicht nur der Reflexion, sondern auch der Anregung anderer Einrichtungen und der Intensivierung des neu gewonnenen Mitei­nanders. „Dass schon jetzt solch ein Austausch zwischen den Kitas herrscht, zeigt, dass offenbar ein Nerv getroffen wurde“, so Frankenberg.

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