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27.01.2026
Die Christus-König-Kirche in Nuuk gehört der einzigen katholischen Pfarrei auf Grönland.
Foto / Quelle: Georg Austen

Von Grönland bis Ukraine

Das Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe unterstützt Glaubensbrüder in der extremen Minderheit.

Paderborn

Katholische Priester und Diakone in Nord-, Mittel- und Osteuropa leben und arbeiten oft unter schwierigen Bedingungen. Wo die Kirche in der extremen Minderheit ist, sind die Wege weit und die Mittel knapp. Um ihre Glaubensbrüder in der Diaspora zu unterstützen, spenden Priester in Deutschland regelmäßig ein Prozent ihres Gehaltes. Das Diaspora-Kommissariat der deutschen Bischöfe sammelt und verteilt diese Spenden. Für das Jahr 2026 stellt es insgesamt 5,1 Millionen Euro Unterstützung zur Verfügung. Das Geld kommt den in der Seelsorge tätigen Priestern sowie hauptamtlichen Diakonen zugute.

„Solidarität unter Priestern ist gerade in der heutigen Zeit ein wichtiges Signal des Zusammenhalts, das in die Weltkirche geht“, sagt Monsignore Georg Austen, der Geschäftsführer des Diaspora-Kommissariats und Generalsekretär des Bonifatiuswerks der deutschen Katholiken. „Sei es in Dänemark und Grönland, sei es in der Ukraine, sei es im Baltikum an der Grenze zu Russland – die Kirche mit ihren Priestern und Diakonen steht für ein europäisches Miteinander über alle Grenzen und Konflikte hinweg.“ Die Dankbarkeit und Wertschätzung in der europäischen Diaspora für die treue und verlässliche Unterstützung von Priestern aus Deutschland sei groß.

Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer; Pastor Thomas Bensmann; Dechant Carsten Menges; Monsignore Georg Austen; Pfarrer Dr. Michael Müller; Geistlicher Rat Prof. Dr. Thomas Schwartz (Renovabis); Domkapitular Thomas Renze; Generalvikar Ulrich Beckwermert (v.l.).
Foto / Quelle: Diaspora Kommissariat

Insgesamt 4,4 Millionen Euro stellt das Diaspora-Kommissariat dieses Jahr den Diözesen in Nordeuropa zur Verfügung: Dazu gehören Dänemark mit Grönland und den Färöer-Inseln, Finnland, Island, Norwegen sowie Schweden. In diesen Ländern erhalten Priester Gehaltsstützungen von rund 2,5 Millionen Euro. Mit 1,6 Millionen Euro werden Bau und Instandhaltung von Priesterwohnungen gefördert. 350.000 Euro stehen für die Anschaffung von Fahrzeugen bereit. Gerade in den weiten Flächengemeinden in Nordeuropa sind Dienstfahrzeuge für die Priester dringend notwendig. In Mittel- und Osteuropa leistet das Diaspora-Kommissariat Gehaltsstützungen für Priester und hauptamtliche Diakone in Höhe von 660.000 Euro.

Aufgrund fehlender Eigenmittel und mangels staatlicher Unterstützung sind viele Bistümer in Nord-, Mittel- und Osteuropa dringend auf diese solidarische Hilfe angewiesen. Seit 2014 leitet das Diaspora-Kommissariat die Fördermittel zweckgebunden über das Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken weiter. Über die Verteilung der Mittel entscheidet ein Vergabeausschuss. Dieser setzt sich zusammen aus Vertretern der Bischöfe von Paderborn, Fulda und Osnabrück sowie Vertretern der Arbeitsgemeinschaft der Priesterräte, des katholischen Osteuropa-Hilfswerkes Renovabis sowie des Bonifatiuswerkes.

„Im Namen unserer Glaubensbrüder bedanken wir uns bei allen Priestern in Deutschland für ihre Hilfsbereitschaft und Solidarität“, sagt der Paderborner Generalvikar Prälat Thomas Dornseifer, Vorsitzender des Vergabeausschusses. „Dank ihrer finanziellen Unterstützung kann unsere Kirche auch in der Diaspora Gutes bewirken, die frohe Botschaft in alle Winkel Europas tragen und die tätige Seelsorge unterstützen. Diese Gewissheit der Verbundenheit – auch im Gebet – ist heute wichtiger denn je.“

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