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07.04.2026
Die Giershagener Pferdeprozession im Jahr 1952 ...
Foto / Quelle: privat

Traditionelle Pferdeprozession im Jubiläumsjahr

Wenn sich Reiterinnen und Reiter mit ihren Pferden durch die Frühlingslandschaft rund um Giershagen bewegen, wird Geschichte lebendig.

Giershagen

Die Giershagener Pferdeprozession – die einzige ihrer Art im Erzbistum Paderborn – ist weit mehr als ein Brauch: Sie ist ein Zeichen gelebten Glaubens, tiefer Verbundenheit zur Heimat und einer über 300 Jahre alten Tradition. Ihre Wurzeln reichen zurück in eine Zeit großer Not. Der Überlieferung nach legten die Giershagener Bauern in der Barockzeit ein Gelübde ab, als eine verheerende Pferdeseuche ihre Existenz bedrohte. Aus Dankbarkeit entstand eine Tradition, die bis heute fortlebt.

Dass diese besondere Tradition heute noch besteht, ist alles andere als selbstverständlich. Über Jahrhunderte hinweg wurde die Tradition bewahrt, ehe sie in den 1960er-Jahren vorübergehend zum Erliegen kam. Mit der Mechanisierung der Landwirtschaft verschwanden die Pferde aus dem bäuerlichen Alltag und damit auch die Grundlage für die Prozession.

... und im Jahr 2025
Foto / Quelle: privat

Vor 30 Jahren wurde der Brauch im Rahmen des Jubiläumsjahres des Giershagener Barockbildhauers Heinrich Papen wiederbelebt. Seitdem organisiert das Team um Heiner Götte mit viel Herzblut und Engagement jährlich die Prozession. Am Anfang war insbesondere die Unterstützung der Reitvereine Brilon und Marsberg für das Gelingen der Wiederaufnahme der Tradition maßgebend. Inzwischen beteiligen sich auch viele Reiterinnen und Reiter aus dem benachbarten Waldeck.

Am 19. April ist es wieder so weit: Nach dem Gottesdienst um 9 Uhr in der Pfarrkirche setzt sich die Prozession um 10 Uhr am Kirchplatz in Bewegung. In diesem besonderen Jubiläumsjahr wird Weihbischof em. Berenbrinker die feierliche Pferdeweihe vornehmen. Angeführt vom Kreuzträger und begleitet von Fahnen zieht die Reiterschar dann hinab ins Diemeltal zur Kluskirche und durch das Buchholz zurück ins Dorf. An vier Stationen wird innegehalten – zum Gebet, zum Gesang und zur Besinnung. Es sind Augenblicke, die verbinden: Mensch, Tier und Glaube. 

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