Papst: Heiligkeit gilt für alle Getauften
Heilig sind nach allgemeiner Wahrnehmung nur wenige. Papst Leo XIV. sieht das anders.
Papst Leo XIV. hat alle Christen an das Ideal der Heiligkeit erinnert. Bei der allgemeinen Audienz für Pilger aus allen Erdteilen sagte er am Mittwoch auf dem Petersplatz: „Heiligkeit (…) ist kein Privileg für wenige, sondern eine Gabe, die jeden Getauften verpflichtet, die Perfektion in der Liebe anzustreben.“ Dies gelte sowohl für die Nächstenliebe als auch für die Liebe zu Gott.
Wegen der Berufung aller Getauften zur Heiligkeit müssten auch alle Gläubigen bereit sein, für das Bekenntnis zu Christus als Märtyrer zu sterben. Zudem müssten sie sich in der Gesellschaft für Gerechtigkeit einsetzen, führte der Papst aus.
Allerdings sei die Berufung zur Heiligkeit nicht nur ein ethisches Engagement. Vielmehr betreffe sie das Wesen der christlichen Existenz. Das gelte sowohl für den Einzelnen als auch für die christliche Gemeinschaft, sagte Leo XIV. Dies komme in besonderer Weise bei Menschen in Ordensgemeinschaften und in anderen Formen des geweihten Lebens zum Tragen. Sie seien durch ihr Leben in Armut, Keuschheit und Gehorsam mit ihrer radikalen Form der Nachfolge „ein prophetisches Zeichen“, unterstrich der Papst.
KNA