Nie allein in der Kälte
Caritas Hamm zieht Bilanz für die Wintersaison.
Der Winter 2025/26 war bitterkalt – und für Menschen ohne festen Wohnsitz in Hamm besonders hart. Jeder Frost, jede eisige Nacht war eine Herausforderung, oft eine Frage von Sicherheit und Überleben. Mitten in dieser Zeit war die Caritas Hamm für die Betroffenen da – mit Beratung, warmen Mahlzeiten, Schlafsäcken und persönlicher Begleitung. Jetzt, da der Frühling da ist, zieht die Caritas Bilanz: Hunderten Menschen wurde geholfen, die schwierigsten Wochen zu überstehen, und das Engagement geht weiter.
Von der persönlichen Beratung über warme Mahlzeiten bis hin zu Schlafsäcken und aufsuchender Sozialarbeit – die Caritas war auf allen Ebenen präsent, um Menschen in Not Halt und Sicherheit zu geben. Ein Schwerpunkt lag dabei in der Wohnungsnotfallhilfe, wo schnelle und gezielte Unterstützung helfen kann, den Verlust der eigenen Wohnung abzuwenden. So wurden im vergangen Jahr 468 Menschen beraten, deren Wohnungen durch Mietschulden oder drohende Räumung in Gefahr waren. Durch gezielte Hilfe konnten 152 Mietverhältnisse gesichert werden – ein sichtbares Zeichen dafür, dass Beratung und schnelle Unterstützung Leben stabilisieren und Perspektiven schaffen.
„Kein Mensch sollte sich im Winter allein durchkämpfen müssen. Wir möchten, dass jeder spürt: Du bist nicht vergessen, wir sind für dich da“, sagt Imke Friedrich, Leiterin des Fachbereichs Soziale Dienste der Caritas Hamm. Dieses Credo zieht sich durch alle Angebote der Caritas – vom Beratungszentrum über die Notunterkunft bis hin zur aufsuchenden Sozialarbeit auf den Straßen unserer Stadt.
Obdachlosenhilfe: Wärme und persönliche Begleitung
Parallel dazu unterstützte die Obdachlosenhilfe der Caritas regelmäßig Menschen ohne festen Wohnsitz. In der Notunterkunft suchten durchschnittlich bis zu 25 Personen Schutz. Insgesamt fanden 65 Beratungskontakte statt. Sie erhielten nicht nur Frühstück und warme Getränke, sondern auch persönliche Beratung und Unterstützung bei Behördenangelegenheiten. Über 135 Frühstücke, Schlafsäcke, warme Kleidung und mehr als 70 Gutscheine für warme Mahlzeiten wurden in den Wintermonaten verteilt – kleine Gesten, die in der Kälte große Wirkung zeigten.
„Wenn jemand nachts ohne Schutz auf der Straße steht, wird jede Hilfe lebenswichtig“, betont Kristina Köhler, Leitung der Wohnungslosenhilfe der Caritas. „Wir wollen, dass diese Menschen spüren: Wir sind da – und sie sind nicht vergessen.“
Hilfe im Winter ist Teamarbeit – und zeigt, wie stark lokale Solidarität wirkt. Die Bäckerei Potthoff lieferte regelmäßig frisches Gebäck, das gemeinsam mit Ehrenamtlichen direkt an Menschen ohne festen Wohnsitz verteilt wurde. Die DreamBiker sammelten Sach- und Geldspenden sowie medizinische Hilfsmittel, Metality e. V. spendete 36 Schlafsäcke und Isomatten.
Ein wichtiger Bestandteil der Hilfe war zudem das Kälteshuttle: Ein speziell ausgestatteter Bulli, mit dem Ehrenamtliche obdachlose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Menschen an bekannten Treffpunkten in Hamm aufsuchten und sicher in die Notunterkunft brachten. Jede Fahrt bot zudem Raum für Beratung, Gespräche und persönliche Begleitung – so erreichte die Caritas auch Menschen, die sonst schwer zugänglich sind. In dieser Wintersaison nutzten fast doppelt so viele Menschen das Kälteshuttle wie im Jahr zuvor. Parallel unterstützten die Helfer*innen die Ausgabe von Frühstücken in der Notunterkunft und in der Franziskusküche, um die Grundversorgung zuverlässig zu sichern.
Rückblick und Ausblick
„Jede Mahlzeit, jeder Schlafsack, jede Beratung kann den entscheidenden Unterschied machen“, sagt Imke Friedrich, Leiterin des Fachbereichs Soziale Dienste der Caritas Hamm. „Unsere Bilanz zeigt: Niemand wurde allein gelassen. Gerade im Winter wird sichtbar, wie wichtig persönliche Nähe und kontinuierliche Hilfe ist.
Auch jetzt im Frühling bleibt die Caritas Hamm für Menschen ohne festen Wohnsitz aktiv. Am wirkungsvollsten sind Geldspenden, denn sie ermöglichen es, direkt dort zu helfen, wo die Unterstützung gerade am dringendsten gebraucht wird – jede Spende trägt dazu bei, dass Menschen in Not gesehen, geschützt und begleitet werden.