Nicht jede Redewendung geht auf die Farbe zurück
Man sieht schwarz, kauft auf dem Schwarzmarkt, ärgert sich schwarz: Es gibt zahlreiche Begriffe rund um die Farbe. Die Herkunft ist oftmals uralt.
Düster, negativ, illegal: Dafür steht das Wort „schwarz“ in vielen Redewendungen. Obwohl oft passend, liegt der Ursprung nicht immer in der Farbe.
Wer ohne gültiges Ticket im Bus oder in der Straßenbahn fährt, ist umgangssprachlich zwar Schwarzfahrer. Abgeleitet wird das Wort aber wohl von schwärzen, was zunächst Schmuggel, dann jede Art illegaler Tätigkeit meinte. Seinen Ursprung hat der Begriff im Rotwelsch. Das entstand ab dem 13. Jahrhundert als geheime Sprache, die von sozial Benachteiligten, Fahrenden und Händlern genutzt wurde. Laut Unesco basiert es unter anderem auf einer Mischung aus Deutsch, Westjiddisch, Romani und weiteren Sprachen.
Schwarzmarkt als Exportschlager
Eine Verbindung zur Farbe könnte es dennoch geben: Laut digitalem Wörterbuch der deutschen Sprache kann schwärzen auch bedeuten, dass etwas bei Nacht – also im Dunkeln – durchgeführt wird. Weitere Wörter wie Schwarzbrennerei und Schwarzmarkt haben einen ähnlichen Ursprung, wobei „Schwarzmarkt“ mit black market auf Englisch oder marché noir auf Französisch zum internationalen Vorbild wurde.
Die Farbe trägt auch das Kartenspiel „Schwarzer Peter“ im Titel. Ziel ist es, unter lauten Paaren diejenige Einzelkarte abzuwerfen, die heute meist einen Schornsteinfeger oder eine schwarze Katze zeigt. Im 19. Jahrhundert war hingegen oft eine Person mit schwarzer Hauptfarbe abgebildet. Ursprünglich hieß das Spiel indes „Old Maid“, und die Einzelkarte zeigte eine alte Frau.
Tod und Beulenpest
Wer sich schwarz ärgert, ärgert sich hingegen fast zu Tode. Die Redewendung ist Jahrhunderte alt und bezieht sich auf den Verfärbungszustand von Toten. Besonders deutlich wird dies in Verbindung mit der Pest, also dem „schwarzen Tod“: Die Haut über den charakteristischen Beulen färbte sich schwarz.
Begriffe rund um die Farbe Schwarz werden jedoch auch als rassistisch eingestuft. So spricht die Hamburger Hochbahn seit Jahren nicht mehr vom Schwarzfahren, sondern von Fahren ohne Ticket. Niemand solle sich diskriminiert fühlen, heißt es auf der Homepage des Verkehrsunternehmens. Ein weiterer Vorteil: Menschen ohne gute Deutschkenntnisse würden den Ausdruck „Fahren ohne Ticket“ besser verstehen.
KNA