Kleinvieh macht auch Geld
Wo Verbraucher jetzt sparen können – vom Tanken bis zum Einkauf.
Die Benzinpreise liegen deutlich über 2 Euro, und für den Wocheneinkauf müssen Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor wenigen Jahren. Das ist für so manchen Grund genug, Sparversuche zu unternehmen. „Jeder Mensch hat seine Gewohnheiten. Es lohnt sich, sie auf den Prüfstand zu stellen“, erklärt Sylvia Groh, Expertin für Kredit und Entschuldung bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (NRW), im Gespräch mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Sie rät zu Folgendem:
Überblick verschaffen
Bevor man anfängt zu sparen, sollte man sich einen Überblick über Ausgaben und laufende Verträge verschaffen. Welche fixen Kosten hat man im Monat, welche im Jahr? Welche variablen Kosten kommen hinzu, etwa für Lebensmittel? Ein Haushaltsbuch zu führen, hilft dabei, den Überblick zu bewahren. „Wenn ich weiß, wofür ich wie viel ausgebe, kann ich anfangen zu optimieren“, so Groh.
Energie
Die Preise für Strom und Gas befinden sich seit der Energiekrise im Jahr 2022 auf einem hohen Niveau. „Es lohnt sich, seine Verträge zu überprüfen und zu schauen, ob man noch im richtigen Tarif ist“, erklärt Groh. Viele Menschen seien etwa im oft teureren Grundversorgungstarif ihres Anbieters. Auch ein Wechsel des Strom- und Gasanbieters könne sich lohnen. Um einen günstigeren Wettbewerber zu finden, nutze man am besten Vergleichsportale.
Darüber hinaus sparten auch Verhaltensänderungen bares Geld: „Es gibt viele Tipps dazu“, so Groh. „Etwa nicht bei offenem Fenster heizen, statt zehn nur drei Minuten duschen, den Kühlschrank energiesparend einräumen oder Wasser nicht im Topf, sondern mit dem Wasserkocher aufkochen.“
Versicherungen
Viele Versicherungen sind nach Angaben der Entschuldungsexpertin unsinnig. „Zum Beispiel sind Versicherungen beim Neukauf von Geräten häufig überflüssig. Denn für die Geräte gelten ohnehin Gewährleistungen und Garantien.“ Es lohne sich deshalb, seine Versicherungen auf den Prüfstand zu stellen, gegebenenfalls zu kündigen oder Preisvergleiche anzustellen. „Außerdem sollte man prüfen, ob man doppelt versichert ist“, sagt Groh. Wer etwa frisch zusammenzieht und dadurch zwei Hausratversicherungen laufen hat, kann eine schon mal kündigen.
Abos
Ein Abo ist schnell abgeschlossen und nicht unbedingt teuer – Streamingdienste wie Netflix kosten pro Monat zum Beispiel zwischen 6 und 10 Euro. „Dennoch läppert sich das zusammen“, sagt Groh. „Wer hier etwas einsparen kann, hat am Ende schon einen Einkauf zusammen.“ Auch Zeitschriften- und Fitness-Abos sollten überprüft werden: Gehe ich wirklich zum Sport, oder zahle ich nur? Gibt es in meiner Nähe einen Verein, in dem ich günstiger Sport treiben kann?
Kontoführung
Auch Kleinvieh macht Mist: Wer für jede Umbuchung und Lastschriftzahlung noch zahlen muss, sollte darüber nachdenken, das Kontomodell oder die Bank zu wechseln.
Mobilität
Tankstellenbesuche sind derzeit wegen der hohen Preise für Benzin und Diesel kein Vergnügen. Wer die Möglichkeit hat, sollte so oft wie möglich öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Als Fahrkarte eigne sich das Deutschlandticket, das sich monatlich kündigen lasse. Wer aufs Auto angewiesen ist, sollte möglichst spritsparend fahren. Der ADAC erklärt, dass es sich zum Beispiel lohnt, rechtzeitig in einen höheren Gang zu schalten, vorausschauend zu fahren und nicht häufig zu beschleunigen und wieder zu bremsen.
Lebensmittel
Nach Wohnen und Energie sind die Ausgaben für Lebensmittel – dicht gefolgt vom Kostenfaktor Verkehr – der größte Posten bei Privathaushalten. Verbraucherschützerin Groh empfiehlt, beim Einkauf auf die Grundpreise der einzelnen Produkte zu achten, um so günstiger einzukaufen. „Als großen Preisfaktor sehe ich außerdem Getränke“, erklärt sie. Wer etwa Mineralwasserkisten kaufe, könne versuchen, auf Leitungswasser umzusteigen. „Das ist gut kontrolliert, deutlich günstiger und lässt sich mit Kräutern oder Obst aufpeppen.“
Sie rät weiter dazu, Trinkflaschen mit Leitungswasser für unterwegs mitzunehmen, um nicht Getränke kaufen zu müssen. Weiteres Beispiel: Wer etwa jeden Morgen einen Coffee to go kaufe, könne bis zu 500 Euro im Jahr sparen, wenn er oder sie seinen Kaffee zu Hause trinkt.
„Wichtig ist auch, einen Wochenplan für das Essen zu erstellen, um Reste zu vermeiden.“ Dabei sei eine saisonale Küche mit regionalen Lebensmitteln meist günstiger. Groh: „Wer selbst kocht und auf Convenience-Produkte verzichtet, spart meistens auch Geld.“