Hundeliebe ausleben - Das geht auch ohne eigenen Vierbeiner
Ein Hund passt nicht ins eigene Leben? Wer beruflich oder familiär stark eingebunden ist, kann trotzdem Verantwortung für einen Hund übernehmen.
Einen eigenen Hund zu haben, das ist für viele ein großer Traum. Doch nicht immer lassen das Berufstätigkeit, familiäre Umstände oder ein aktives Singleleben zu. Der Deutsche Tierschutzbund gibt auf Anfrage diese Tipps:
Hilfe im Tierheim
Viele Tierheime freuen sich über Unterstützung durch Ehrenamtliche. Diese können bei der Pflege helfen und auch dabei, die Tiere zu beschäftigen. Manche Tierheime haben eigene Jugendgruppen, wo sich Heranwachsende beim Jugendtierschutz engagieren können.
Tierheime verfügen meist über Freilaufflächen; einen Spaziergang mit neuen Eindrücken und Gerüchen kann das aber nicht ersetzen. Deshalb sind Menschen willkommen, die ehrenamtlich mit Hunden Gassi gehen. Zur Vorbereitung müssen die Freiwilligen oft einen Kurs besuchen. Danach entscheidet das Tierheim, welcher Hund zu welcher Person passt, und weist die Helfer entsprechend ein.
Kinder unter 14 Jahren müssen dabei von einem Erwachsenen begleitet werden; Jugendliche unter 18 Jahren benötigen eine schriftliche Einwilligung der Eltern und müssen zum Spazierengehen mit Hunden geeignet sein. Entscheidend sind dafür Verantwortungsbewusstsein, Erfahrung im Umgang mit Hunden, Kenntnisse über Körpersprache und Kommunikation der Tiere sowie die körperliche und geistige Fähigkeit, einen Vierbeiner sicher zu führen. Die konkreten Regeln variieren von Tierheim zu Tierheim; diese können vor Ort direkt angefragt werden.
Spazieren mit dem Nachbarshund
Für bewegungsfreudige Erwachsene, die keine Zeit für einen eigenen Hund haben, ist das eine gute Option, die das Miteinander in der Nachbarschaft stärken kann. Jüngere Kinder sollten dagegen nie unbeaufsichtigt mit Hunden sein, um Gefahren zu vermeiden. Kinder können die Körpersprache von Hunden oft (noch) nicht deuten. Zudem sind nett gemeinte Gesten – etwa das Umarmen – für Hunde bedrohlich und können zu Abwehrreaktionen führen. Kinder können aber bei der Versorgung von Hunden unter Aufsicht eingebunden werden.
Eltern und Hundehalter sollten Gassirunden zustimmen und das Kind vorab gut anleiten. Denn es kann zu brenzligen Situationen kommen, etwa bei der Begegnung mit freilaufenden fremden, unverträglichen Hunden oder wenn sich der Hund losreißt, weil er sich erschreckt. Sicherer und bei den ersten Spaziergängen sinnvoll sind daher gemeinsame Ausflüge mit der Halterin oder dem Halter oder anderen erwachsenen, hundeerfahrenen Personen.
Eine pauschale Altersempfehlung, ab wann sich ältere Kinder/Jugendliche um Hunde kümmern oder mit ihnen spazieren gehen können, nennt der Deutsche Tierschutzbund nicht: Dies sollte nach Hund und Kind individuell betrachtet werden. Ein Kriterium ist, ob der Hund schon Kinder kennt und bisher gute Erfahrungen mit ihnen gemacht hat – und umgekehrt.
Verantwortungsbewusste, ältere Jugendliche, die sich mit dem Verhalten von Hunden auskennen, können einen Nachbarshund zeitweise betreuen oder mit ihm spazieren gehen. Voraussetzung dafür ist, dass sich der Hund – etwa mit Blick auf die Verträglichkeit mit anderen Vierbeinern und die Jagdmotivation – dafür eignet.
Jugendliche, aber auch Erwachsene müssen körperlich dazu in der Lage sein, den Hund jederzeit halten zu können, Gefahrensituationen rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Zudem müssen geltende Regeln wie eine bestehende Leinenpflicht eingehalten werden.
Stundenweise oder für ein Wochenende?
Auch wer zeitlich stark eingebunden ist, kann sich an freien Abenden oder Wochenenden um den Hund von Freunden, Bekannten und Nachbarn kümmern. Diese sind mitunter froh, wenn sie ihren Hund bei längeren Arztbesuchen, einem Theaterabend oder spontanen Wochenendtrip gut versorgt wissen.
Die Betreuung muss zuverlässig erfolgen und zu den Bedürfnissen und Gewohnheiten des jeweiligen Hundes passen. Der Vierbeiner sollte möglichst früh an die betreuende Person gewöhnt werden. Diese sollte im Umgang mit dem Vierbeiner die bekannten sprachlichen Signale verwenden und die für den Hund geltenden Regeln kennen. Der Hund sollte zudem weiter sein gewohntes Futter bekommen, um Durchfall zu vermeiden.
Patenschaft
Viele lokale Tierheime und Tierschutzvereine bieten Patenschaften für Hunde an. Dabei unterstützt man ein bestimmtes Tier regelmäßig finanziell und hilft so bei den Kosten für Futter, Pflege oder tierärztliche Versorgung. Konkrete Möglichkeiten und die Bedingungen einer solchen Patenschaft unterscheiden sich von Tierheim zu Tierheim.
Tierpatenschaften sind auch für im Ausland lebende Hunde möglich. Allerdings sollte vorab die Seriosität des zu unterstützenden Vereins geprüft werden, was durch die Distanz und die oftmals fehlenden Erfahrungen vor Ort schwieriger ist. Der Deutsche Tierschutzbund bietet dazu ein Positionspapier und eine Checkliste an.
Neben Patenschaften für Futter, Pflege und tierärztliche Versorgung gibt es für Hunde im Ausland auch Kastrationspatenschaften. Dadurch soll verhindert werden, dass besitzerlose Hunde sich mit frei laufenden Besitzertieren auf den Straßen mischen und vermehren. Spenden für solche Kastrationen sind laut dem Deutschen Tierschutzbund deutlich unbeliebter als für Tierarztkosten, Hundehütten und Futter.
Eher kein Dogsharing
Zwei oder mehrere Haushalte, die sich auf Dauer die Haltung beziehungsweise Betreuung eines Hundes teilen – davon rät der Deutsche Tierschutzbund ab. Er verweist darauf, dass Hunde sehr soziale Lebewesen sind, die sich stark an eine oder mehrere Personen in einer Familie binden.
Ein Hund möchte demnach am liebsten so viel Zeit wie möglich mit diesen vertrauten Menschen verbringen, ohne sich trennen zu müssen. Hunde sind auf ein familiär geprägtes Sozialgefüge – mit festen Strukturen und Bindungen – angewiesen. Das enge Zusammenleben mit „ihren“ Menschen als Sozialpartnern ist für Hunde enorm wichtig.
Häufig wechselnde Bezugspersonen und unterschiedliche Umgebungen können für Hunde deshalb belastend sein. Ein regelmäßiges Hin- und Herwechseln zwischen verschiedenen Haushalten kann problematisch sein. Ob und wie stark ein Hund darunter leidet, hängt jedoch immer von seiner Persönlichkeit, seinen Bedürfnissen und seiner Anpassungsfähigkeit ab.