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29.12.2025
Nadav Schoschani, Sprecher der israelischen Armee, auf dem Gebiet des israelischen Militärpostens, zeigt in Richtung der gelben Linie und die Zerstörung im Gazastreifen östlich von Gaza-Stadt (Palästinensische Gebiete), am 5. November 2025.
Foto / Quelle: KNA

Humanitäre Hilfe in Gaza wird weiterhin behindert

Eine Hungersnot im Kriegsgebiet ist offiziell abgewendet. Dennoch bleibt die Lage in Gaza laut Welternährungsprogramm prekär. Schuld sind behördliche Beschränkungen.

Die Versorgung der bedürftigen Zivilbevölkerung im Gazastreifen wird nach UN-Angaben weiterhin von Israel behindert. Zugangsbeschränkungen und behördliche Hürden sorgten zusammen mit Witterungsproblemen dafür, dass die spürbaren Verbesserungen der Ernährungslage fragil und in hohem Maß umkehrbar blieben, teilte das Welternährungsprogramm WFP am Montag in Rom mit. Obwohl genug Güter vorhanden seien und das WFP voll einsatzfähig sei, werde eine Ausweitung der Hilfe weiter blockiert.

Als positiv verzeichnete das UN-Hilfswerk, dass inzwischen 73 Prozent der angemeldeten Lastwagen am Bestimmungsort entladen werden könnten. Die Preise für Lebensmittel im Gazastreifen hätten sich stabilisiert, lägen aber oft weit über Vorkriegsniveau, so dass viele Haushalte sich die Erzeugnisse nicht leisten könnten. Jeder vierte Haushalt lebe nach wie vor mit nur einer Mahlzeit am Tag. Weil es an Flaschengas fehle, nutzten viele Abfallmaterial zum Kochen.

Strenges Winterwetter habe die humanitären Bedingungen im gesamten Gazastreifen erheblich verschlechtert. Bei fast 55.000 Familien seien die Unterkünfte durch Regen und Überschwemmungen beschädigt oder zerstört. Viele Vertriebene seien der Kälte und harten Bedingungen ausgesetzt.

Rationen auf drei Viertel erhöht

Dem Bericht zufolge versorgte das WFP im Dezember statt wie geplant 1,6 Millionen Bedürftige im Gazastreifen nur rund 970.000. Im übrigen israelisch besetzten Westjordanland waren es statt 338.000 Empfängern 352.000. Der Umfang der Nahrungsmittelrationen im Gazastreifen, der zeitweise auf 50 Prozent gekürzt wurde, konnte auf 75 Prozent erhöht werden.

Im vergangenen Jahr 2025 lag der Programmplan bei 1,6 Milliarden Dollar; davon wurden 781 Millionen von staatlichen Gebern und 53 Millionen von privaten finanziert; die Lücke betrug 766 Millionen Dollar, fast 48 Prozent.

(KNA)

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