Gerechte Gesellschaft denken und gestalten
Theologische Fakultät Paderborn und Kommende Dortmund planen Kooperation zur Profilierung der Sozialethik im Erzbistum.
Die Theologische Fakultät Paderborn und das Sozialinstitut Kommende Dortmund planen eine weitreichende inhaltliche und strukturelle Kooperation. Die strategische Partnerschaft zielt darauf ab, die Forschung zu gesamtgesellschaftlich relevanten sozialen Fragen aus christlich-sozialethischer Perspektive zu stärken. Darüber hinaus soll der Transfer sozialethischer Erkenntnisse in Kirche und Öffentlichkeit weiterentwickelt werden. In einer gemeinsamen Absichtserklärung zeigen sich die Kooperationspartner überzeugt, dass diese enge Zusammenarbeit erhebliche Synergien freisetzen und die Gestaltungskraft in der politischen und sozialen Bildung entfalten wird.
Angesichts der aktuellen kirchlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen weist die Kooperation von Theologischer Fakultät Paderborn und dem Sozialinstitut Kommende Dortmund ein enormes Potenzial auf für innovative Herangehensweisen an sozialethische Fragestellungen und Forschungsprojekte. Die Kooperation soll die Einbindung christlicher Positionen in den gesellschaftlichen Diskurs fördern, wichtige Impulse in Fragen von Solidarität und Gerechtigkeit setzen und die öffentliche Diskussion durch einen sozialethischen Beitrag bereichern. Strukturell wird als Ziel die Anbindung der Kommende als „An-Institut“ der Theologischen Fakultät Paderborn und damit als Forschungseinrichtung in getrennter Rechtsträgerschaft benannt.
Drängende Fragen bearbeiten
„Diese Kooperation ist ein Meilenstein für die Sozialethik in unserem Erzbistum und darüber hinaus“, erklärt Detlef Herbers, Direktor der Kommende Dortmund. „Wir schaffen eine zukunftsweisende Struktur, die es uns ermöglicht, drängende gesellschaftliche Fragen in einem akademischen Setting zu bearbeiten und unsere Erkenntnisse wirkungsvoll in die Gesellschaft zu tragen. Das Erzbistum Paderborn profiliert auf diese Weise in Dortmund einen Ort exzellenter sozialethischer Wissenschaft und arbeitsweltbezogener, politischer und sozialer Bildung. Es entwickelt einen Ort der Vernetzung und des Austauschs am Puls der Zeit weiter.“
Professor Dr. Aaron Langenfeld, Rektor der Theologischen Fakultät Paderborn, ergänzt: „Die Kooperation mit der Kommende Dortmund schärft das sozialethische Profil in Theorie und Praxis. Die Sozialethik an der Theologischen Fakultät Paderborn hat sich in den vergangenen Jahren in Kooperationszusammenhängen zum Beispiel mit den Wirtschaftswissenschaften der Universität Paderborn stark aufgestellt. Wir freuen uns darauf, mit der Kommende auch in Dortmund gemeinsam innovative Wege zu gehen und akademischen Nachwuchs für die wichtigen Themen der Sozialethik zu begeistern.“ Der Vorsitzende des Kuratoriums der Kommende Dortmund, Oberstudiendirektor i. E. Christoph Weishaupt, begrüßt und unterstützt die Zusammenarbeit der beiden Institutionen: „Für das Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn bedeutet die Kooperation eine institutionelle Erweiterung. Das stärkt auf Dauer die Wahrnehmung und Erfüllung seines Auftrags.“
Ein zentraler Bestandteil der Neustrukturierung der Kommende Dortmund ist der Aufbau eines neuen Bereichs für sozialethische Forschung, der für die inhaltliche Kooperation mit der Theologischen Fakultät Paderborn verantwortlich sein wird. Geplant ist eine Doppelspitze in der Leitungsstruktur des Sozialinstituts Kommende Dortmund: Der Inhaber des Lehrstuhls für Christliche Gesellschaftslehre der Theologischen Fakultät Paderborn wird den Forschungsbereich verantworten, während der Direktor der Kommende Dortmund die etablierten Fachbereiche der arbeitsweltbezogenen, politischen und sozialen Bildung leitet.
„Die heute unterschriebene Absichtserklärung ebnet den Weg, gemeinsam an den gegenwärtig drängenden gesellschaftlichen Fragen zu arbeiten“, betont Professor Dr. Jonas Hagedorn, Lehrstuhlinhaber für Christliche Gesellschaftslehre an der Theologischen Fakultät Paderborn und damit designierter Leiter des Forschungsbereichs des Sozialinstituts Kommende Dortmund. „Die Aufgaben sind groß, und nur gemeinsam, in Kooperation mit verschiedenen zivilgesellschaftlichen Akteuren können wir unsere Anliegen in den Arenen politischer Öffentlichkeit wirksam vertreten und Akzente setzen. ‚Partner im Team‘ machen einen Unterschied, wenn es um Fragen sozialer Gerechtigkeit, der Ausbalancierung sozialer Ungleichheiten und der Bewahrung der Schöpfung geht. Auf diese Weise gesellschaftstheoretische Überlegungen zur Debatte zu stellen, Einfluss zu nehmen und eine gerechte Gesellschaft zu denken und zu gestalten, gehört zu unserer Kernaufgaben“, sagt Professor Dr. Hagedorn.
Schwerpunkte der Zusammenarbeit
Die angestrebte Kooperation konzentriert sich auf mehrere Schwerpunkte. Im Fokus steht die Profilierung der Sozialethik sowohl in der Praxis als auch in der Theorie als besonderes Markenzeichen des Erzbistums Paderborn. Dies soll zum einen durch die interdisziplinäre Ausrichtung der Bildungsangebote und Austauschformate sowie der sozialethischen Forschung – einschließlich des Transfers ihrer Erkenntnisse – erreicht werden. Damit verbunden ist die Stärkung der Forschungs- und Bildungsarbeit zur Lösung drängender gesellschaftlicher Herausforderungen und zur Entfaltung gesellschaftlich gestaltender Kraft, die Impulse in Fragen von Solidarität und Gerechtigkeit setzt.
Zudem wird die Förderung des akademischen Nachwuchses und die Gewinnung umfassend sozialethisch gebildeten Personals für politisches Engagement und die Gestaltung des gesellschaftlichen Wandels angestrebt. Damit soll die standortgebundene sozialethische Forschungs- und Bildungsarbeit in Dortmund ausgebaut und das Sozialinstitut Kommende Dortmund als Forschungs- und Bildungsstandort nachhaltig etabliert und entwickelt werden, auch durch die Einwerbung von Drittmitteln. Schließlich zielt die Kooperation auf die nachhaltige Vernetzung in der Region sowie der Politikberatung und Gremienarbeit auf nationaler und internationaler Ebene ab, einschließlich der Zusammenarbeit in und mit internationalen sozialethischen Netzwerken.
pdp