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23.02.2026
Ein großes Team aus Referentinnen und Organisatorinnen hatten die Frauenfachkonferenz des Erzbistums Paderborn vorbereitet.
Foto / Quelle: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn.

Frauen gestalten den Wandel

Frauenfachkonferenz im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund.

Dortmund/Paderborn

Unter dem Leitwort „Frauen gestalten den Wandel“ hat am Samstag, 21. Februar 2026, im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund die Frauenfachkonferenz des Erzbistums Paderborn stattgefunden. Das neue Format knüpft an die vier Frauenkonferenzen der vergangenen Jahre an und führt deren Anliegen weiter.

Rund 140 haupt- und ehrenamtlich engagierte Frauen aus dem gesamten Erzbistum kamen zusammen, um Erfahrungen auszutauschen, neue Perspektiven zu entwickeln und Impulse für ihr Engagement in Kirche und Gesellschaft mitzunehmen. Die Konferenz bot Raum für Begegnung, geistliche Vertiefung und fachlichen Austausch zu zentralen Fragen von Verantwortung, Wandel und Gestaltungskraft.

Pionierin des Frauenfußballs

Der Veranstaltungsort war bewusst gewählt: „In Kirche, Fußball und Gesellschaf geht es darum, alte Machtstrukturen aufzubrechen“, erläuterte Barbara Knoppe vom Vorbereitungsteam die Wahl des eher ungewöhnlichen Ortes. Zudem habe man einen lokalen Bezug herstellen wollen, und Fußball spiele in Dortmund eine große Rolle.

Mit Petra Landers sprach eine Pionierin des Frauenfußballs in der ersten Keynote über ihre Erfahrungen aus einer Zeit, in der Frauenfußball noch wenig Beachtung fand. Landers gewann mit der SSG 09 Bergisch Gladbach die damals noch inoffizielle Weltmeisterschaft 1981 in Taiwan und wurde später Europameisterin, Deutsche Meisterin und DFB-Pokal-Siegerin. „Ich wollte einfach Fußball spielen und habe dafür alle Hürden genommen“, berichtete sie.

Heute engagiert sie sich mit ihrem Verein „Faces of Football“ unter anderem ehrenamtlich in Fußball-Camps für Mädchen und junge Frauen in Ghana. „Teamgeist ist alles im Leben und ermöglicht Mädchen und Frauen selbstbewusst andere und neue Wege zu gehen“, beschrieb sie ihre Erfahrung, die sie auch an junge Frauen in Afrika weitergeben möchte.

Grenzen überwinden

Um das Überwinden von Grenzen sowie um die Kraft von Glauben und Gemeinschaft ging es auch in der zweiten Keynote. Dr. Annegret Meyer, koordinierende Leiterin des Bereichs Pastorale Dienste im Erzbistum Paderborn, und Superintendentin Heike Proske vom Evangelischen Kirchenkreis Dortmund gestalteten diesen Impuls gemeinsam.

Manchmal seien es nur „Tippelschritte“, aber insgesamt sei in der Frage der geistlichen Leitung durch Frauen in der Kirche schon etwas erreicht worden, resümierte Annegret Meyer. Mit der gemeinsamen kooperativen Leitung in den künftigen Seelsorgeräumen im Erzbistum Paderborn sei etwas in Bewegung gekommen.

Dr. Annegret Meyer, koordinierende Leiterin des Bereichs Pastorale Dienste im Erzbistum Paderborn, begrüßte rund 140 Teilnehmerinnen zur Frauenfachkonferenz im Dortmunder Fußballmuseum.
Foto / Quelle: Michael Bodin / Erzbistum Paderborn.

Obwohl die Ordination von Frauen in der evangelischen Kirche Standard sei, gelte es auch dort noch, Grenzen männlich geprägter Machtstrukturen zu überwinden, ergänzte Heike Proske. Der Glaube und die Kraft der Gemeinschaft würden Frauen stärken. „Wir müssen erkennen, wir sind nicht allein, wir sind viele“, sagte Superintendentin Heike Proske.

Beide betonten, dass das Engagement nicht nachlassen dürfe, um nicht wieder in von Männern dominierte Strukturen zurückzufallen. „Je multipler die Krisen sind, desto kleiner werden die Räume für Frauen“, erläuterte Dr. Annegret Meyer.

Geistliche Dimension und Austausch

Bereits zu Beginn hatte ein spiritueller Impuls deutlich gemacht, dass der Wandel in Kirche und Gesellschaft nicht nur strukturelle, sondern auch persönliche und geistliche Dimensionen umfasst. Im weiteren Verlauf bot die Frauenfachkonferenz vielfältige Möglichkeiten zur Vertiefung und zum Austausch. In Workshops beschäftigten sich die Teilnehmerinnen unter anderem mit Frauen als Vorbildern, mit persönlichen und spirituellen Veränderungsprozessen sowie mit der Rolle von Frauen in Kirche und Gesellschaft. Auch aktuelle gesellschaftliche Themen wie Migration und christlicher Fundamentalismus wurden aufgegriffen.

Neben den inhaltlichen Angeboten hatte der persönliche Austausch einen hohen Stellenwert. Die Konferenz ermöglichte es den Teilnehmerinnen, Erfahrungen zu teilen, Kontakte zu knüpfen und sich zu vernetzen. Deutlich wurde: Frauen übernehmen an vielen Orten Verantwortung und leisten wichtige Beiträge zur Entwicklung von Kirche und Gesellschaft.

Zum Abschluss wurden die zentralen Impulse im Plenum gebündelt und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen gegeben. Die Frauenfachkonferenz unterstrich die Bedeutung von Dialog, Beteiligung und gemeinsamer Verantwortung für die Zukunft von Kirche und Gesellschaft und ermutigte Frauen, diesen Weg weiterhin aktiv mitzugestalten.

pdp
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