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26.03.2026
Papst Leo XIV. traf Fürst Albert II. von Monaco, am 17. Januar 2026 im Vatikan. Nun steht der Gegenbesuch an.
Foto / Quelle: Vatican Media/Romano Siciliani/KNA

Der Heilige Stuhl und die Zwergstaaten Europas

Nicht nur Monaco hat eine besondere Beziehung zum Papsttum.

Vatikanstadt

Am Samstag, 28. März, kommt erstmals seit Jahrhunderten ein Papst ins Fürstentum Monaco. Leo XIV. bereist den Zwergstaat an der französischen Mittelmeerküste, trifft dort die Monarchen und ihr Volk und feiert einen großen Gottesdienst. Mit dem Besuch rücken die besonderen Beziehungen des Heiligen Stuhls zu Europas Kleinststaaten in den Blickpunkt. Sie alle sind zutiefst katholisch.

Der Zwergstaat mit der engsten Verbindung zum Papst ist der Vatikanstaat, in dem der Heilige Stuhl territorial verankert und damit vor dem Zugriff anderer weltlicher Mächte abgesichert ist. In diesem mit 0,4 Quadratkilometern kleinsten Staat der Welt fungiert der Papst zugleich als Staatsoberhaupt. Das völkerrechtlich einmalige Gebilde besteht in seiner derzeitigen Form erst seit 1929. Bis weit ins 19. Jahrhundert herrschte der Papst über einen eigenen Kirchenstaat in Mittelitalien. Er war etwa so groß wie die heutigen Niederlande.

Der zweitkleinste unter Europas heutigen Zwergstaaten ist das Fürstentum Monaco, das in dieser Woche erstmals seit 1538 wieder den Besuch eines Papstes erwartet. Mit zwei Quadratkilometern ist es fünfmal so groß wie der Vatikanstaat, etwa 38.000 Menschen haben die Staatsbürgerschaft. Wie im Vatikan ist auch in Monaco der Katholizismus Staatsreligion, das Staatsoberhaupt stammt seit dem 13. Jahrhundert aus der katholischen Fürstenfamilie Grimaldi.

Ein mittelgroßer Zwerg: San Marino

Die Nummer drei unter den Kleinststaaten ist die von Italien umschlossene Republik San Marino. Sie ist weit über tausend Jahre alt und flächenmäßig sehr viel größer als Monaco. Auf etwa 60 Quadratkilometern leben 34.000 Einwohner. Die beiden „regierenden Kapitäne“ werden vom Parlament gewählt, ihr Vorbild sind die Konsuln der antiken römischen Republik. Die katholische Kirche ist nicht Staatsreligion, dominiert aber klar. Den letzten Papstbesuch stattete 2011 Benedikt XVI. der kleinen Republik ab, die 1865 mit der Abschaffung der Todesstrafe europäische Rechtsgeschichte schrieb.

Auch das am Alpenrand gelegene Fürstentum Liechtenstein hatte in jüngerer Zeit einen Papst zu Besuch: 1985 schaute Johannes Paul II. dort vorbei und unterstrich die staatliche Eigenständigkeit des zwischen der Schweiz und Österreich eingekeilten Fürstentums mit seinen 160 Quadratkilometern. Er machte es später auch zu einem eigenen Erzbistum mit Sitz in Vaduz. In der parlamentarischen Monarchie mit ihren rund 40.000 Bürgern hat nur die katholische Kirche den Status einer „Landeskirche“, doch genießen auch andere religiöse Gemeinschaften Religionsfreiheit.

Andorra hat gleich zwei Staatschefs

Andorra ist mit 468 Quadratkilometern und 85.000 Einwohnern der größte unter den Zwergstaaten Europas. Staatlich und kirchenrechtlich ist das zwischen Frankreich und Spanien in den Pyrenäen gelegene Fürstentum ein kompliziertes Gebilde. Der Staatspräsident Frankreichs und der Bischof von Urgell sind gemeinsam Oberhaupt des seit dem 13. Jahrhundert existierenden Staates, Amtssprache ist Katalanisch.

Die katholische Kirche hat in der Verfassung Andorras einen herausgehobenen Status, aber ein Papst kam in der Neuzeit noch nicht ins Land. Auch das könnte Leo XIV. ändern, falls er im Rahmen seiner geplanten langen Spanienreise im Juni einen Abstecher dorthin unternähme. Von der Pyrenäen-Abtei Montserrat, die unlängst überraschend als Reiseziel des Papstes bestätigt wurde, bis nach Andorra sind es gerade mal 160 Kilometer.

KNA

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