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06.03.2026
Blumen erfreuen sich als Geschenk zum Weltfrauentag wohl weiter an einer großen Beliebtheit.
Foto / Quelle: pixabay

Blumenverkauf höher zum Weltfrauentag

Während die Verkaufszahlen rund um den Feiertag regelmäßig steigen, sieht Historikerin Heike Specht den Brauch kritisch.

Berlin

Blumen erfreuen sich als Geschenk zum Weltfrauentag wohl weiter an einer großen Beliebtheit: Rund um den 8. März steigt regelmäßig der Verkauf von Pflanzen und Blumen, sagte eine Sprecherin der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Donnerstag. Allerdings könne der Umsatz nicht mit anderen Feiertagen wie Mutter- und Valentinstag mithalten: „In der Woche vor Valentinstag ist der Umsatz doppelt so hoch wie in einer normalen Woche, der Weltfrauentag kommt da nicht dran.“ Konkrete Zahlen konnte sie nicht nennen.

Mit Blick auf den 8. März fällt laut der Sprecherin dabei ein starkes Ost-West-Gefälle auf: In Ostdeutschland würden zum Weltfrauentag deutlich mehr Blumen verkauft als im Westen des Landes. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist der 8. März ein gesetzlicher Feiertag – in diesem Jahr fällt er jedoch auf einen Sonntag.

Der Absatz von Blumen und Pflanzen sei jedoch in den vergangenen Jahren rückläufig, so die Sprecherin. „Gerade nach der Corona-Pandemie standen andere Dinge auf dem Einkaufszettel, Blumen waren nicht mehr so hoch im Kurs wie etwa Lebensmittel.“ Dazu sei der Preis für Blumen durch die Inflation gestiegen, zusätzlich führe aktuell eine unsichere Weltlage zu einem Sparkurs vieler Kunden.

Blumen als Geschenk umstritten

Die Frage, ob Blumen als Geschenk für den Weltfrauentag geeignet sind, ist dabei umstritten. „Das ist ein bisschen wie beim Muttertag. Man handelt quasi alles an einem Tag ab und muss sich den Rest des Jahres keine Gedanken mehr um das Thema machen“, sagt die Historikerin Heike Specht der KNA.

„Ursprünglich ging es beim Frauentag aber nicht darum, Frauen Geschenke zu machen. Es ging um das, was ihnen zusteht, um Gleichberechtigung und Partizipation“, so Specht, die 2022 das Sachbuch „Die Ersten ihrer Art“ über bahnbrechende Frauen in der Politik veröffentlicht hat. „Es ist wichtig zu wissen, woher dieser Frauentag kommt. Sozialistische Frauen und Arbeiterinnen haben ihn ins Leben gerufen.“

KNA

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