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25.02.2026
Heiner Wilmer (m.), Bischof von Hildesheim und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK).
Foto / Quelle: Harald Oppitz/KNA

Bischof Wilmer beim Synodalen Weg klar auf Seiten der Reformer

Bei den namentlichen Abstimmungen auf dem Synodalen Weg zeigte sich, wo welcher Bischof steht. Heiner Wilmer positionierte sich eindeutig.

Würzburg

Der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Heiner Wilmer, hat sich beim Reformprojekt Synodaler Weg zur Zukunft der katholischen Kirche als klarer Befürworter von Reformen positioniert. Das zeigte sich nicht zuletzt in den namentlichen Abstimmungen, die es ab der vierten Synodalversammlung im September 2022 bei fast allen finalen Abstimmungen zu Reformtexten gab. Wilmer votierte dabei durchgehend mit Ja.

Über insgesamt zwölf Papiere stimmten die Delegierten – rund 200 Bischöfe, Ordensleute und Laien – auf Antrag namentlich ab. Darunter waren Handlungstexte zur Prüfung einer Öffnung des Zölibats, zur Predigterlaubnis für Nicht-Geweihte, zu Segensfeiern für homosexuelle Paare sowie ein Votum, das eine Öffnung des Diakonats in der katholischen Kirche für Frauen fordert.

Enthaltungen und Ablehnung

Teils durch Enthaltungen ermöglichten dabei auch einige konservative Bischöfe die Annahme auch strittiger Vorlagen, etwa bei der Frage, welche Mitwirkungsrechte Frauen im sakramentalen Handeln der Kirche künftig haben sollen. Anders positionierte sich dagegen eine Gruppe um Kardinal Rainer Maria Woelki (Köln), Bischof Rudolf Voderholzer (Regensburg), Bischof Stefan Oster (Passau) und den damaligen Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke, darunter eine Reihe Weihbischöfe. Sie zeigten sich skeptisch gegenüber vielen Reformvorhaben und der Schaffung eines künftigen nationalen Beratungs- und Beschlussgremiums von Bischöfen und Laien, der Synodalkonferenz.

Wilmer hatte in seiner ersten Ansprache nach der Wahl zum Bischofskonferenz-Vorsitzenden am Dienstag deutlich gemacht, dass er zwischen konservativen und liberalen Oberhirten vermitteln will. Am Abend sagte er im „heute journal“ des ZDF, es gehe darum, zuzuhören, das Gegenüber ernstzunehmen und anzuerkennen. „Wir sitzen alle im gleichen Boot.“ Die Bischöfe in Deutschland hätten alle gemeinsam den großen Willen, die frohe Botschaft des Evangeliums und die „Frische des Glaubens“ zu verkünden.

Wilmers Vision

Zu Wilmers Aufgaben als neuer Bischofskonferenz-Vorsitzender wird es auch gehören, das deutsche Synodalprojekt im Einklang mit Rom voranzutreiben und seine Mitbrüder Woelki, Voderholzer und Oster wieder mit ins Boot zu holen. Ende 2024 hatte er beim Synodalen Ausschuss in Wiesbaden-Naurod bereits seine Vision vorgestellt. Entscheidend für den Erfolg des Projekts seien: eine angemessene Repräsentation, eine stärkere strategische Kommunikation und Nachhaltigkeit mit Blick auf schwindende kirchliche Ressourcen, personell wie finanziell. Sein Plädoyer damals: „Etwas weniger Thinktank, mehr Partizipation; etwas kürzere Texte, dafür eine stärkere Willensbildung der politisch Verantwortlichen aus den Bistümern.“

KNA
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