1 Min.
19.02.2026
Foto / Quelle: Julia Steinbrecht/KNA

Bischöfe wählen neuen Vorsitzenden - kein klarer Favorit

Wer wird neuer Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz? Die Wahl am Dienstag verspricht spannend zu werden, es gibt keinen klaren Favoriten. Auch die Weihbischöfe dürfen mitwählen, sie bilden sogar die Mehrheit.

Würzburg

Die katholischen Bischöfe in Deutschland wählen am Dienstag in Würzburg ihren neuen Vorsitzenden. Der Amtsinhaber Georg Bätzing, Bischof von Limburg, hat angekündigt, nicht für eine Wiederwahl zur Verfügung zu stehen. Mehrere Bischöfe gelten als aussichtsreiche Kandidaten für seine Nachfolge. Zu ihnen gehören etwa der Paderborner Erzbischof Udo Bentz (58) sowie die Bischöfe Heiner Wilmer (64, Hildesheim), Peter Kohlgraf (58, Mainz), Stephan Ackermann (62, Trier) und Franz Jung (59, Würzburg).

Zu den Aufgaben des künftigen Vorsitzenden gehört es, die Spaltung der Bischofskonferenz beim Umgang mit dem Synodalen Weg zu überwinden. Die Bischöfe aus Köln, Regensburg, Passau und Eichstätt hatten sich aus dem Reformprojekt zurückgezogen. Ob und wie sie wieder eingebunden werden können, ist unklar. Die geplante Einrichtung eines synodalen Gremiums von Bischöfen und Laien auf Bundesebene hängt auch davon ab, ob dessen Statut von der Kirchenleitung in Rom bestätigt wird.

Vermittler gesucht

Der neue Vorsitzende wird daher sowohl bei seinen Amtsbrüdern in Deutschland als auch im Vatikan vermitteln müssen. Gute Chancen auf das Amt haben somit diejenigen Bischöfe, die den Reformkurs der Mehrheit in Deutschland fortsetzen wollen, aber auch für die konservative Minderheit wählbar sind und enge Kontakte nach Rom pflegen.

Der Vorsitzende wird von der Vollversammlung gewählt, zu der neben den Ortsbischöfen auch die Weihbischöfe gehören. Manche sehen deshalb die Abstimmung als „Stunde der Weihbischöfe“. Mehr als die Hälfte der aktuell fast 60 Wahlberechtigten sind Weihbischöfe. Die Stimmung dieser „Hilfsbischöfe“ aus allen 27 Bistümern lässt sich nur schwer abschätzen.

Bischöfe sprechen über Synodalkonferenz

Die Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz von Montag bis Donnerstag in Würzburg befasst sich auch mit der Satzung der geplanten Synodalkonferenz. Das neue Beratungs- und Leitungsgremium von Bischöfen und Laien soll im November seine Arbeit aufnehmen.

Weitere Themen des Treffens sind die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs und die Lage der christlichen Minderheiten im Nahen Osten. Auch der Dialog zwischen Christen und Muslimen und das Selbstverständnis Europas in einer sich ändernden Weltordnung sollen besprochen werden. Darüber hinaus wollen die Bischöfe über den Entwurf einer Arbeitshilfe zur Ehrenamts- und Engagemententwicklung diskutieren.

KNA
0 Kommentare
Älteste
Neuste
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anschauen