Große Freude zu St. Martins Jubeljahr

St. Martinus in Hörste wurde renoviert und erhielt eine Reliquie

Lippstadt-Hörste. Die Geburt des heiligen Martin ist 1 700 Jahre her und dieses Jubiläum sorgte in Hörste bei Lippstadt für Arbeit und Freude: Die Renovierung der Kirche St. Martinus konnte abgeschlossen werden. Dann gab es eine Überraschung: Ein Spender stiftete eine Reliquie des heiligen Martin.

Mit dem Reliquiar des heiligen Martin erstrahlt der barocke Hochaltar von St. Martinus noch einmal prächtiger. Foto: Körtling

 

von Peter Körtling

Die Renovierung nahm im Oktober 2015 ihren Anfang. Die Westfassade des Turmes wurde neu verfugt und die Vogelabwehrgitter komplett erneuert. Dazu kam die Überarbeitung der bleiverglasten Fenster.

Die aufsteigende Feuchtigkeit stellte in der erstmals im Jahr 1194 urkundlich erwähnten Kirche ein großes Problem dar. Um diesem Problem Herr zu werden, wurde im Innenraum der Kirche eine Diffusionsfuge entlang des Mauerwerkes angelegt. Der schmale Streifen, der mit Kies verfüllt wurde, sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit auf Bodenhöhe ablüften kann. Ein völlig neuer Anstrich, bei dem mit einer reduzierten Farbgebung gearbeitet wurde, sorgt nicht nur für ein ansprechendes Ambiente: Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch der vorhandene Schimmelbefall und die entstandene Rissbildung im Mauerwerk beseitigt.

Die veraltete Elektroinstallation und die Beschallungsanlage wurden ausgewechselt. Auch die neue Beleuchtung begeistert: Festlicher Glanz oder stimmungsvolles, dezentes Licht sind jetzt problemlos möglich.

Die vorhandene Heizungsanlage wurde dagegen nicht komplett ausgewechselt. Sie erhielt aber eine umfassende Überarbeitung. Ein Pluspunkt ist dabei der Anschluss der elektrischen Fensteröffnung an die zentrale Heizungssteuerung.

Im Innenbereich der St.-Mar­t­inus-Kirche gibt es manches Kleinod, dem ebenfalls Aufmerksamkeit zuteil wurde: Zunächst wurde der Natursteinboden aufgearbeitet. In beiden Seitenkapellen wurde eine flexible Bestuhlung eingeführt und die Sitz- und Kniebänke wurden neu gepolstert. Der Erhalt der Bänke ist wichtig, denn aufwendige Wangen-­Schnitzereien zieren die aus dem Jahr 1676 stammenden Bänke.

Sämtliche Ausstattungsstücke der Kirche wurden überarbeitet: Das älteste Stück, ein Vortragekreuz aus der Zeit um 1290 ebenso, wie der barocke Hochaltar, der Marienaltar, weitere Kreuze und die Heiligenfiguren. Zwölf neue Apostelleuchter wurden angeschafft und das gotische Tafelbild des Malers Gert van Lon, das um 1510 entstanden ist und als zentrales Thema die Kreuzigung Christi abbildet, erhielt eine konservatorische Behandlung. Das Gemälde wird demnächst an einen geschützteren Ort gehängt.

Die Orgel erhielt ebenfalls eine Aufarbeitung: Das aus dem Jahr 1973 stammende Instrument, das Posaunenengel der Vorgängerorgel zieren, erhielt eine Komplettreinigung, einige Register wurden ausgetauscht und der Einbau einer elektrischen Zusatzlade ermöglichte die Erweiterung um zwei grundtönige Register.

Bei der Sanierung eines solch alten Gebäudes gibt es auch Überraschungen: Das Geläut der Kirche sollte überarbeitet werden. Doch als die Experten vor Ort waren, erschraken sie: Die Krone der Christusglocke aus dem Jahr 1741 war massiv geschädigt. Durch die königlich holländische Glockengießerei in Asten musste schließlich eine komplette Instandsetzung durch verschiedene Schweißungen vorgenommen werden. Alle drei Glocken hängen nun an Holzjochen, nachdem die beiden Nachkriegsglocken tonlich korrigiert wurden.

Diese umfangreiche Renovierung erzeugte auch Aufmerksamkeit. Ob es daran lag, ist nicht bekannt, doch plötzlich meldete sich ein Spender: Er hatte eine Martinsreliquie, die er der Gemeinde vermachte. Die Freude war sehr groß und die Reliquie des Pfarrpa­trons einer der Höhepunkte, als pünktlich zum St.-Johannes-Lobetag die Pfarrkirche St. Martin wieder der Benutzung übergeben wurde.

Zu den Kosten für die Arbeiten hat das Erzbistum einen Zuschuss von rund 396 000 Euro zugesagt. Da die Gemeinde noch nicht den gesamten Eigenanteil stemmen konnte, wird auch weiterhin um Spenden gebeten. Diese können an den Kirchbauverein St. Martinus Hörste, IBAN DE17 4166 3335 5200 275 300 bei der Volksbank Hörste überwiesen werden. Spendenquittungen werden gerne ausgestellt. Mit dem Abschluss der Renovierung sind, nach Absprache, auch wieder themenbezogene Führungen möglich. Informationen und Terminvereinbarungen sind bei Michael Streit, Telefon 0 29 48/26 21, oder per E-Mail: b.u.m.streit@t-online.de möglich.

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