Wozu sind Sie da, Victoria Landschütz?

Victoria Landschütz ist 16 Jahre alt und wohnt in Paderborn. Gerade hat sie ein Praktikum in der „Dom“­Redaktion absolviert. Sie besucht die Schule St. Michael in Paderborn und macht nächstes Jahr Abitur.

veröffentlicht am 06.02.2024
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Als ich 13 Jahre alt war, ging ich zum ersten Mal mit einer Freundin zu den Jungpfadfindern (­Juffis) des Stammes St. Meinolf. Man trifft sich einmal in der Woche und ist bei den ­Juffis zwischen zehn und zwölf Jahre alt. Da man jedoch in Jahrgängen hochgestuft wird, ist es nicht ungewöhnlich, dass auch zum Beispiel 13-­Jährige bei den ­Juffis sind. Meine älteren Geschwister waren beziehungsweise sind ebenfalls bei den Pfadfindern aktiv. Deshalb habe ich bereits vorher viel von ihnen mitbekommen, war jedoch bis dahin nie selbst bei einer Gruppenstunde. Die Stufen dort sind nach Alter eingeteilt, damit man möglichst mit Gleichaltrigen zusammen ist.

Es hat mir bereits beim ersten Treffen gefallen, Teil einer Gemeinschaft zu sein und mit anderen Zeit zu verbringen. Während dieser Gruppenstunden spielt man Spiele oder befasst sich mit Projekten, je nachdem, was die Gruppen wollen. In der ältesten Stufe kommt es auch oft vor, dass man sich einfach unterhält oder Karten spielt. Wir planen dann auch verschiedene Aktionen selber und übernehmen so mehr Verantwortung. Mit zunehmendem Alter wird einem immer mehr Pflichtbewusstsein vermittelt und Selbstständigkeit zugetraut, was ich besonders gut finde.

So ist es mir und meiner Stufe als Rover besonders gut möglich, selbst Unternehmungen zu planen, da sich unsere Leitungen eher im Hintergrund halten. Weil man bei den Rovern schon zwischen 16 und 21 Jahre alt ist, ist es meiner Meinung nach ein gutes Alter damit anzufangen, selbst Aktionen zu planen.

Ich bin mit 13 eingestiegen und war dadurch „relativ spät dran“. Andere starten schon mit fünf Jahren in der Stufe Biber. So war ich auch bei der darauffolgenden Stufe der Wölflinge bei einer Altersspanne von sieben bis neun Jahren nicht dabei. Die Pfadi-­Stufe habe ich jedoch mitgemacht, da dies die auf die ­Juffis folgende Stufe ist. Die Pfadis sind zwischen 13 und 15 Jahre alt.

Victoria Lanschütz: „Wer Hilfe benötigt, bekommt sie auch.“

Bereits mit 17 Jahren ist es möglich, Hilfsleitung zu werden, und ab 18 Jahren offiziell die jüngeren Stufen zu leiten. Das bedeutet, dass man in der Zeit während der Gruppenstunden die Verantwortung für die Kinder und Jugendlichen übernimmt, die Zeit mit ihnen verbringt und sie begleitet.

Pfadfinderin zu sein hat mich zudem dazu gebracht, neue Freundschaften zu schließen und bereits bestehende zu stärken. Was mir immer wieder sehr gefällt, sind die Sommerlager. Es macht mir sehr viel Spaß, gemeinsam mit anderen loszuziehen und etwas Neues zu erleben. Besonders bei den Sommerlagern werden die Werte von Pfadfindern wie zum Beispiel Toleranz, Offenheit und Hilfsbereitschaft in die Tat umgesetzt. Wer Hilfe benötigt, bekommt sie auch. Man steht vor keiner Aufgabe allein und kann sich auf die anderen verlassen. Auch die Aktionen, die wir unternehmen, machen jedes Mal viel Spaß. Das kann zum Beispiel ein Waffelverkauf in der Innenstadt sein, um Geld für das Lager zu sammeln, oder eine Übernachtung im Pfarrheim. 

Ich bin zwar „erst“ seit rund vier Jahren dabei, habe in dieser Zeit jedoch viele Erfahrungen ­gemacht, die mich durchaus weitergebracht ­haben.

Victoria Landschütz ist 16 Jahre alt und wohnt in Paderborn. (Foto: Patrick Kleibold)

Zur Person

Victoria Landschütz ist 16 Jahre alt und wohnt in Paderborn. Gerade hat sie ein Praktikum in der „Dom“­Redaktion absolviert. Sie besucht die Schule St. Michael in Paderborn und macht nächstes Jahr Abitur.

Aufgezeichnet von Victoria Landschütz,
fotografiert von Patrick Kleibold

Unsere Reihe Menschen im Erzbistum

Wozu bist du da, Kirche von Paderborn? Diese Frage stellte der emeritierte Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker dem Zukunftsbild voran, auf dessen Basis das Erzbistum entwickelt wird. Wozu bist du da? Diese Frage kann sich auch jeder Einzelne stellen. Denn die Grundannahme des Zukunftsbildes ist eine biblische, dass nämlich jeder Mensch berufen ist, dass jede und jeder das eigene Leben als von Gott angenommen betrachten darf, dass es einen Sinn dieses Lebens gibt. Die Aufgabe des Menschen besteht darin, die Frage für sich zu beantworten.

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