Rekord auf dem Jakobsweg

Sie kommen sogar aus Laos und Myanmar: Das Interesse am Jakobsweg ist so groß wie nie. Allerdings sind die Gründe nicht immer religiöse.

Geschafft: Im vergangenen Jahr machten sich so viele Pilger auf den Weg wie nie zuvor. (Foto: KNA)
Geschafft: Im vergangenen Jahr machten sich so viele Pilger auf den Weg wie nie zuvor. (Foto: KNA)
veröffentlicht am 16.01.2024
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Sie kommen sogar aus Laos und Myanmar: Das Interesse am Jakobsweg ist so groß wie nie. Allerdings sind die Gründe nicht immer religiöse. Die Wanderung nach Spanien ist längst zu einem Lifestyle-­Event geworden.

Santiago de Compostela (KNA). Der Zulauf auf dem Jakobsweg hat abermals zugelegt und sich der halben Pilgermillion genähert. Damit ist 2023 das neue Rekordjahr für den traditionsreichen Weg nach Santiago de Compostela im Nordwesten Spaniens. Folgt man der vom dortigen Pilgerbüro nun veröffentlichten Statistik, trafen in der Apos­telstadt im vergangenen Jahr 446 035 Pilgerinnen und Pilger aus aller Welt ein. Der Löwenanteil entfiel mit 44 Prozent auf die Spanier selbst, unter denen wiederum die Andalusier am stärksten vertreten waren.

Bei den Ausländern lagen die US-­Amerikaner an vorderster Stelle (32 063), gefolgt von Italienern (29 036) und Deutschen (24 342). In den Top Ten waren überdies Portugiesen, Franzosen, Briten, Mexikaner, Südkoreaner und Iren vertreten. Dahinter folgten die fernen Länder Australien und Kanada. Auf Platz 22 landete Österreich (2 429), auf Rang 24 die Schweiz (1 882), lediglich getrennt durch Indonesien.

Statistik: 200 völkerrechtlich anerkannten Staaten auf dem Jakobsweg vertreten

Interessant ist auch der Blick ans Ende der Statistik, in der fast alle der knapp 200 völkerrechtlich anerkannten Staaten vertreten waren. Jeweils zwei Ankömmlinge stammten aus Laos und Myanmar, jeweils eine Person aus Lesotho, Senegal, Somalia und von den Salomon-­Inseln. Von Bürgern aus dem Vatikan waren drei Ankünfte zu vermelden. Im Vergleich der Geschlechter hatten Frauen die Nase vorn.

Verbindendes Element für alle war, dass sie im Pilgerbüro in Santiago de Compostela ihre Urkunde erhielten. Vorausgesetzt, sie konnten mit den Stempelfolgen im Pilgerausweis nachweisen, die letzten 100 Kilometer zu Fuß oder die letzten 200 Kilometer mit dem Fahrrad zurückgelegt zu haben. Ob es sich bei den Radlern um konventionelle Strampler oder ­E-­Biker handelte, war allerdings nicht ersichtlich. Für Rollstuhlfahrer (198 Ankünfte) gelten traditionsgemäß keine festen Kriterien.

Pilgern auf dem Jakobsweg ist auch zur Modeerscheinung geworden

Das jetzige Rekordjahr hat die bisherigen, nämlich 2022 (438 321) und 2019 (347 511), in den Schatten gestellt. In den 1980er-­Jahren und zu Beginn der 1990er bewegten sich die Zahlen noch unter der 10 000er-­Marke. Für Aufschwung sorgten stets die Heiligen Jahre Compostelas, bei denen der Jakobustag am 25. Juli auf einen Sonntag fiel und Werbemaßnahmen die Zuströme ankurbelten: 1993 (99 436), 1999 (154 613), 2004 (179 891) und 2010 (272 417).

Bei der Erhebung der aktuellen Statistik gaben laut dem Pilgerbüro 42,6 Prozent der Ankömmlinge „religiöse Gründe“ sowie 34,7 Prozent „religiöse und andere Gründe“ an; 22,7 Prozent entfielen auf „nicht religiöse Gründe“. Fest steht, dass nicht nur der christliche Glaube eine entscheidende Antriebsfeder ist. Pilgern auf dem Jakobsweg ist auch zur Modeerscheinung geworden – zum Lifestyle-­Event. Der von einschlägigen Anbietern angebotene Rucksack­transport erleichtert dabei die Strapazen. Veranstalter bieten überdies „Die letzten 100 Kilometer nach Santiago“ als Rundum-sorglos-­Paket an: mit Gepäck­transfer, ­Streckenbeschreibungen, ­Hotelbuchungen und Notfall-­Assistenz.

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