Erlaubnis zum Zündeln – Renovierung der Pfarrkirche St. Jodokus in Saalhausen

Insgesamt acht Jahre dauerte der Prozess zur Umgestaltung und Renovierung der Pfarrkirche St. Jodokus im Lennestädter Ortsteil Saalhausen.

Weihbischof Matthias König salbte den neuen, von Bildhauer ­Mat­thias Eder aus Leonberg geschaffenen Altar. Die Messdiener durften den Weihrauch anstecken. (Fotos: Lüttecke)
Weihbischof Matthias König salbte den neuen, von Bildhauer ­Mat­thias Eder aus Leonberg geschaffenen Altar. Die Messdiener durften den Weihrauch anstecken. (Fotos: Lüttecke)
veröffentlicht am 05.01.2024
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Insgesamt acht Jahre dauerte der Prozess zur Umgestaltung und Renovierung der Pfarrkirche St. Jodokus im Lennestädter Ortsteil Saalhausen. Nun wurde die Kirche im Rahmen eines Pontifikal­amtes und einer Altarweihe durch Weihbischof Matthias König wieder „in Betrieb genommen“.

Lennestadt-Saalhausen. Es war ein denkwürdiger Tag für die Pfarrgemeinde St. Jodokus in Lennestadt-­Saalhausen: Mit einem Pontifikalamt und einer Altarweihe wurde die komplett renovierte Pfarrkirche St. Jodokus wieder eingeweiht. Weil Weihbischof Matthias König noch „Überstunden schieben“ musste – in Form von zwei Firmfeiern – wie der Pastoralverbundsleiter Pfarrer Markus Leber gut gelaunt mitteilte, fand das Pontifikalamt erst abends statt.

Die erfolgreiche Renovierung sei ein Werk des Kirchenvorstandes, betonte Pfarrer Leber. „In Zeiten, in denen Pastöre große Räume zu versorgen haben, müssen sich Leute in den Gemeinden für solche Projekte starkmachen, sonst wird das nichts.“ Konzelebranten am Altar waren Vikar Jai, Pfarrer Dieter Koke, Diakon Paul-­Georg Bartscher, Pfarrer Markus Leber und Pfarrer Thomas Hengstebeck. Während des Pontifikalamtes wurden zunächst Reliquien des Heiligen und Märtyrers Paulinus von Trier beigesetzt. Dann folgte die Besprengung des neuen Altares mit Weihwasser, die Salbung und die Verbrennung von Weihrauch. Dabei wurde der Weihbischof von Messdienern aus Saalhausen unterstützt. So durfte Julian auf den Bischofsring aufpassen, den der Bischof wegen der Salbung des Altares abgenommen hatte und vier Messdienerinnen und Messdiener halfen beim Anzünden des Weihrauchs. „Ein einziges Mal dürft ihr in der Kirche jetzt zündeln, dann nicht mehr“, gab der Weihbischof ihnen lächelnd mit auf den Weg.

Historischer Kirchenteil wird nach Renovierung als „Alltagskirche“ genutzt

Ebenfalls mit dabei: Die Arnsberger Architektinnen Mechthild Clemens, Barbara Maas und Mitarbeiterin Jutta Feldmann hatten den Prozess zur Umgestaltung und Renovierung der Kirche acht Jahre begleitet. Ihre Aufgabe war es, neben der Grundrenovierung neue Akzente zu setzen, damit das Kirchengebäude den heutigen Anforderungen und Wünschen gerecht werden kann. So bot sich eine flexi­ble Nutzung der Kirche an. Der historische Kirchenteil aus dem 14. Jahrhundert wird künftig als „Alltagskirche“ genutzt. Er hat einen eigenen Zugang sowie eine separate Beheizung. Der örtliche Heimatkundler Georg Pulte weiß noch, dass bei Restaurierungsarbeiten im alten Teil der Kirche Ende der 1960er-­Jahre die um 1480 entstandene gotische Wandmalerei sichtbar gemacht wurde. Diese historische Erstbemalung der Gewölbekappen wurde jetzt restauratorisch vorsichtig gereinigt und „gibt dem Raum eine besondere Atmosphäre, ebenso der gemauerte Altar mit der Schieferplatte“, erklärte Architektin Clemens.

Hingucker gibt es einige in der Kirche, unter anderem den neuen Zelebrationsaltar, bestehend aus weißem Marmor und anthrazitfarbenem Basalt – mit einem Gewicht von dreieinhalb Tonnen. Der Aufenthalt in der Kirche sei auch außerhalb des Gottesdienstes attraktiv, betont die Architektin und verweist auf ein digitales Eingabegerät im Eingangsbereich, über das sich unterschiedliche Themen und Licht-­Stimmungen in der Kirche einstellen lassen.

Im alten, aus dem 14. Jahrhundert stammenden Teil der Kirche St. Jodokus wurde die historische Erstbemalung der Gewölbekappen res­tauratorisch vorsichtig gereinigt. Der kleine, in die Pfarrkirche inte­grierte Gottesdienstraum hat einen eigenen Zugang und eine separate Heizung. Er soll für Werktagsmessen genutzt werden.
Im alten, aus dem 14. Jahrhundert stammenden Teil der Kirche St. Jodokus wurde die historische Erstbemalung der Gewölbekappen res­tauratorisch vorsichtig gereinigt. Der kleine, in die Pfarrkirche inte­grierte Gottesdienstraum hat einen eigenen Zugang und eine separate Heizung. Er soll für Werktagsmessen genutzt werden.

1,3 Millionen Euro Renovierungskosten

Die Kosten der gelungenen Renovierung bezifferte Kirchenvorstandsmitglied Günter Padt auf rund 1,3 Millionen Euro. Davon übernimmt das Erzbistum Paderborn 580.000 Euro, die Bundes- und Landesförderung beläuft sich auf 250.000 Euro, und der Eigenanteil beträgt 470.000 Euro. „Wir haben gut gespart und unsere Industrie steht Gott sei Dank hinter uns“, sagte Günter Padt, verweist aber gleichzeitig darauf, dass „noch Finanzbedarf vorhanden ist“.

Im „Jodokus-­Treff“ gab es anschließend großes Gedränge. Nach dem über zweistündigen Pontifikalamt gab es zur Stärkung Getränke und Speisen. Theo Voss, Seniorchef des ortsansässigen Hotels Voss und früher ­Kirchenvorstandsmitglied, sprach sich lobend über die Feierlichkeiten aus: „Das war nicht klasse oder spitze, das war würdevoll.“ Zum Thema „neuer ­Paderborner Erzbischof“, sagte Pfarrer Leber in launiger Stimmung: „Wir sind das einzige Bistum in Deutschland, das nicht nur einen König hat, sondern auch einen Ben(t)z.“ Und Weihbischof König wusste zu berichten, dass es dem neuen Erzbischof Udo Markus Bentz zwar schwer falle, von Mainz wegzugehen, dass er sich nach der Bekanntgabe und Begegnung im Paderborner Dom aber auf ­Paderborn freue.

Meinolf Lüttecke

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