Ausstellung zu Wilhelm Buschulte im Wasserschloss Opherdicke

Glasmaler Wilhelm Buschulte (1923–2013) aus Unna, war zu seiner Zeit einer der weltweit ­produktivsten Glasmaler.

Buschultes Auferstehung in einem Kirchenfenster verarbeitet. (Foto: privat)
Buschultes Auferstehung in einem Kirchenfenster verarbeitet. (Foto: privat)
veröffentlicht am 15.05.2023
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Glasmaler Wilhelm Buschulte (1923–2013) aus Unna, der zu seiner Zeit zu den weltweit ­produktivsten Glasmalern überhaupt gehörte, gestaltete unter anderem die Fenster in St. Christophorus in Holzen. Allein 400 Kirchenfenster-­Zyklen mit mehreren Tausend einzelnen Scheiben hat er gestaltet.

Opherdicke. „Mit den Farben des Lichts“ ist eine Veranstaltungsreihe des Fachbereichs Kultur beim Kreis Unna im Museum Opherdicke betitelt – gezeigt werden Werke des Ehepaares Buschulte. Wilhelm Buschulte war zu Lebzeiten einer der bedeutendsten deutschen Glasmaler, seine Frau Maria stand wie so oft mit ihrem kreativen Schaffen in seinem Schatten. Wilhelm Buschulte hat unter anderem Glasarbeiten an der Katholischen Akademie in Schwerte gefertigt, vor allem aber hat er die großformatigen Kirchenfenster von St. Christophorus in Holzen gestaltet.

Für die Holzener Gemeinde war diese Kunst-Form etwas fremd

Alle vier Fenster und die Lichtstreifen im Altarbereich in der 1959 gebauten und erst 1984 mit den Fenstern ausgestatteten Kirche stammen aus Buschultes Atelier. Hans-­Bernd Marks vom Kirchbau- und ­Gemeindeförderwerk in Holzen erinnert sich noch an die Begegnung mit Wilhelm Buschulte: „Es waren sehr nette Begegnungen mit ihm. Buschulte hat viele Entwürfe im Maßstab 1 : 1 auf Pappe erstellt und uns auch ­seine Gedanken zu den Entwürfen erklärt.“ Für Hans-­Bernd Marks und viele andere in der Holzener Gemeinde war diese Kunst-Form etwas fremd. „Aber die ­ruhige und nette Art von ­Wilhelm Buschulte hat uns damals schon sehr beeindruckt. Und als die Fenster in St. ­Christophorus angebracht wurden, waren wir alle ­begeistert.“

Pastor Benno Marker hat seinerzeit eine kleine Broschüre angefertigt, die liegt noch im Archiv des Förderwerkes. Darin ist nachzulesen, dass die Firma Oidtmann aus Linnich gerade noch knapp vor Weihnachten die Fenster einsetzen konnte. Die Gemeinde hatte sie schon gesehen und konnte „damit warm werden“.

Die vier großen Fenster behandeln die Themen Tod, Auferstehung, Wiederkunft des Herrn und die Sendung des Heiligen Geistes – also die zen­tralen Themen des christlichen Glaubens („Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“).

Wilhelm Buschulte hat die Auferstehung in einem Kirchenfenster verarbeitet. (Foto: privat)

Wilhelm Buschulte: Freischaffender Künstler ohne wirkliche Präsenz am Kunstmarkt

Sowohl der Künstler Wilhelm Buschulte als auch die Firma Oidtmann sind der Gemeinde seinerzeit beim Preis für die wundervolle Kunst sehr entgegengekommen, erinnert sich Hans-­Bernd Marks. Die Fenster wurden als Teil der Inneneinrichtung der St.-Christophorus-­Kirche gewertet und konnten so vollständig aus dem Etat des Kirchbau- und Gemeindeförderwerkes bezahlt werden.

„Schuld“ an Buschultes Fleiß war die Tatsache, dass er als freischaffender Künstler ohne wirkliche Präsenz am Kunstmarkt möglichst viele Aufträge bearbeiten musste. Sein malerisches und zeichnerisches Werk ist deshalb bis heute kaum bekannt, es wird jetzt und noch bis zum 13. August im kreiseigenen Wasserschloss Opherdicke in Holzwickede gezeigt. Anlass ist der 100. Geburtstag von Wilhelm Buschulte in diesem Jahr sowie der seiner Frau im nächsten Jahr.

Zu sehen sind dort auch Arbeiten von Maria Buschulte (1923–2014). Porträts, Aktzeichnungen, Stillleben – die Ehefrau von Wilhelm Buschulte war sehr talentiert, stellte ihre künstlerische Arbeit aber ab der Phase der Kindererziehung hintenan und unterstützte ihren Mann, damit der den Unterhalt für die Familie erwirtschaften konnte. Die Eheleute Buschulte hatten sich 1946 an der Akademie der Bildenden Künste in München kennengelernt. Sie hatten eine sehr ähnliche künstlerische ­Heran­gehensweise an ihr Thema, meist expressionistisch geprägt. Manche Bilder lassen sich heute nicht mehr eindeutig Wilhelm oder Maria Buschulte zuordnen.

Fahrrad-­Exkursion zu glasmalerischen Werken Wilhelm Buschultes

Flankiert wird die Ausstellung von Vorträgen und Exkursionen. So steht am 17. Mai erst einmal Maria Buschulte und ihr künstlerisches Werk im Mittelpunkt einer Veranstaltung (Beginn 17 Uhr). Lina Frubrich vom Künstlerhaus Buschulte stellt ihr Schaffen vor, anschließend erzählt ein Wegbegleiter Maria Buschultes, Joachim Ante, über die letzten Schaffensjahre der Künstlerin in Unna. Am 14. Juni zeigen die Kuratoren der Opherdicker Ausstellung, Wilko Austermann und Arne Reimann, anhand ausgewählter Arbeiten die expressionistische Seite in der Malerei von Wilhelm Buschulte. Der Sohn des Ehepaares, Wilhelm Buschulte jun., spricht am 12. Juli mit Kurator Arne Reimann über seine Eltern.

Am 2. August gibt es eine Fahrrad-­Exkursion zu glasmalerischen Werken Wilhelm Buschultes in Unna. Interessierte treffen sich hierzu auf dem Unnaer Rathausplatz um 16. Uhr.

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