Erzbistum – „Eine Nationalkirche will niemand“

Mit der fünften Synodalversammlung ist die erste Etappe des Syno­dalen Weges beendet. Jetzt liegt der Ball unter anderem in den Bistümern, wo erste Bischöfe die Beschlüsse umsetzen. Das Erzbistum Paderborn hat gerade keinen Bischof, die Sedisvakanz soll aber keine Zeit des Stillstandes sein.

Sie informierten digital das pastorale Personal über die Ergebnisse des Syno­dalen Weges und wie es nun im Erzbistum weitergehen kann (von links): Weihbischof Josef Holtkotte, der Ständige Vertreter Thomas Dornseifer, Moderatorin Jutta Loke, Diözesanadministrator Michael Bredeck und Weihbischof Matthias König. (Fotos: Till Kupitz/Erzbistum Paderborn)
Sie informierten digital das pastorale Personal über die Ergebnisse des Syno­dalen Weges und wie es nun im Erzbistum weitergehen kann (von links): Weihbischof Josef Holtkotte, der Ständige Vertreter Thomas Dornseifer, Moderatorin Jutta Loke, Diözesanadministrator Michael Bredeck und Weihbischof Matthias König. (Fotos: Till Kupitz/Erzbistum Paderborn)
veröffentlicht am 29.03.2023
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Mit der fünften Synodalversammlung ist die erste Etappe des Syno­dalen Weges beendet. Jetzt liegt der Ball unter anderem in den Bistümern, wo erste Bischöfe die Beschlüsse umsetzen. Das Erzbistum Paderborn hat gerade keinen Bischof, die Sedisvakanz soll aber keine Zeit des Stillstandes sein. 

Erzbistum (pdp/-berg). In einer digitalen, nicht öffentlichen ­Podiumsveranstaltung informierte die Bistumsleitung das hauptamtliche pastorale Personal über die Ergebnisse des Syno­dalen Weges und vor allem über ihre Einschätzung. Zeitweise schauten bis zu 600 Personen zu, wie das Erzbistum im Anschluss mitteilte. Sie hatten vorab Fragen einbringen können, die Moderatorin Jutta Loke dem Podium stellte.

Dort saßen Diözesanadministrator Dr. Michael Bredeck, der bis zum Eintritt der Sedisvakanz diözesaner Ansprechpartner des Syno­dalen Weges war, sein Ständiger Vertreter Thomas Dornseifer sowie zwei bischöfliche Syno­dale aus dem Erzbistum, die Weihbischöfe Holtkotte und König.

Bredeck widersprach zunächst der immer mal wieder geäußerten Befürchtung, Deutschland forciere eine Kirchenspaltung. „Kein Bischof in Deutschland will eine deutsche Nationalkirche begründen“, erklärte der derzeitige Leiter des Erzbistums Paderborn. Auf allen Seiten der Beteiligten der Synodal­versammlung habe er mehrheitlich das „aufrichtige Bemühen um einen guten Abschluss“ des Syno­dalen Weges wahrgenommen.

Weihbischof König: „Diese Vorbereitung hat […] das Miteinander gestärkt.“

Auch Weihbischof König, als Bischofsvikar für die Weltmission viel unterwegs, betonte, die deutsche Kirche bleibe ein Teil der Weltkirche. Es gelte jetzt, die Ergebnisse aus dem Syno­dalen Weg in Deutschland als wichtige Impulse in den weltkirchlichen Synodal­prozess einzubringen und diese auch nachvollziehbar zu machen. Die gemeinsame Beschäftigung der Bistumsleitung mit den Texten des Syno­dalen Weges sei für ihn die Erfahrung einer syno­dalen Kirche gewesen, so Weihbischof König: „Diese Vorbereitung hat im gemeinsamen Ringen auch bei allen unterschiedlichen Positionen das Miteinander gestärkt.“

Weihbischof Josef Holtkotte machte sich aus seiner langjährigen Erfahrung als Kolping-­Präses auf nationaler wie auf internationaler Ebene für die Bedeutung der Laiinnen und Laien stark. Diese hatten sich durch den Syno­dalen Weg mehr Beteiligung erhofft. „Gemeindeleben wäre gar nicht denkbar ohne das Engagement und die Verantwortungsübernahme von Laiinnen und Laien. Diese haben sich mit viel Herzblut und Kompetenz in die Synodal­foren eingebracht und dort die Texte mitentwickelt.“

Zu den digital Zuschauenden am heimischen Bildschirm gehörte Michaela Labudda, eine der Syno­dalen aus dem Erzbistum Paderborn. Sie ist Dekanats­referentin im Dekanat Hellweg und wird auch in dem Folgegremium des Syno­dalen Weges, dem ­Syno­dalen Ausschuss, ­mitarbeiten.

Die Podiumsdiskussion wurde via Live­stream übertragen.

Michaela Labudda: „Die hohe Wertschätzung […] habe gutgetan.“

Dass die derzeitige Bistumsleitung sich – auch mit dieser Veranstaltung – so klar hinter den Syno­dalen Weg stelle und ­Syno­dalität als den Weg der Zukunft benannt habe, sei sehr positiv. „Gut, dass ich das jetzt so genau weiß, damit kann ich gut arbeiten und mich darauf ­berufen“, sagte sie dem Dom. Die hohe Wertschätzung für ihr Engagement und das der anderen Syno­dalen habe gutgetan. „Wenn man sich auf so etwas einlässt, bekommt man nämlich ­überraschend viel Gegenwind“, so Labudda. Die einen sagen: Warum machst du da überhaupt mit, das bringt doch gar nichts. Andere sagen: Was soll das ­überhaupt? Den einen geht es nicht schnell genug, den ­anderen viel zu schnell. So ­gesehen, sei es gut, dass der Syno­dale Weg jetzt im Erzbistum Thema bleibe. 

Nicht so gelungen fand sie das Bild, das man am Bildschirm sehen konnte: „Vier schwarze Männer in vier schwarzen Sesseln, das hat doch wenig Beweglichkeit vermittelt und wirkte sehr gediegen.“

Wirklich bewegen kann sich das Erzbistum derzeit allerdings auch nicht. Da es keinen Erzbischof gibt, können Gesetze nicht verabschiedet werden und die diözesanen Beratungsgremien wie der Diözesanpastoralrat, der Priester- und der Diakonenrat existieren nicht. Da­rauf machte Thomas Dornseifer aufmerksam. Er hat als Ständiger Vertreter die Aufgaben eines Generalvikars. Die Zeit ohne Bischof solle dennoch genutzt werden, „um Gesprächsfäden zu halten und über die Ergebnisse des Syno­dalen Weges in Verbindung mit unserer eigenen Bistumsentwicklung zu sprechen.“

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