Friedenkirche in Meschede – Ein Ort der Verbindungen

Friedensorte sind Leuchttürme für das friedensstiftende Engagement der Kirche und der Gesellschaft. Das „Königs-­Münster“, die Abteikirche der Benediktiner von Meschede, drückt vielfältig das christliche Friedensgebot aus.

Die Kirche der Abtei Königsmünster in Meschede ist "Christus dem Friedenskönig" geweiht. Foto: Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
Die Kirche der Abtei Königsmünster in Meschede ist "Christus dem Friedenskönig" geweiht. Foto: Besim Mazhiqi / Erzbistum Paderborn
veröffentlicht am 30.09.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Friedensorte sind Leuchttürme für das friedensstiftende Engagement der Kirche und der Gesellschaft. Das „Königs-­Münster“, die Abteikirche der Benediktiner von Meschede, drückt vielfältig das christliche Friedensgebot aus.

Von Martin Schmid

Verbindungen schaffen und aufzeigen, so könnte ein Motto für die Abteikirche in Meschede lauten: Verbindungen zwischen Architektur, Gott, Mensch, zwischen Menschen verschiedener Herkunft und deren Geschichte, zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Der Grundriss verbindet Endliches mit Unendlichem

Die Verbindung zwischen Gott und Mensch kommt bereits beim Grundriss der Kirche zum Ausdruck. Die Apsis hinter dem Altar öffnet sich parabelförmig dem Gemeinderaum. Sie steht für „das Unendliche, das Ewige, für Gott“, schreiben die Benediktiner in ihrem Jahresbericht von 2014 zum 50-­jährigen Weihejubiläum der Kirche. Gegenüber der Apsis steht der fünf­eckige Gemeinderaum. „Das Fünf­eck hingegen imaginiert das Endliche, den endlichen Raum und damit den Menschen mit seinen fünf Sinnen und seinen fünf Extremitäten (Beine, Arme, Kopf)“, heißt es weiter.

Luftbild der Klosteranlage mit Klosterkirche der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede. Foto: KNA

Der Altar ist die Mitte

Im Mittelpunkt genau an der Schnittstelle zwischen Apsis und Gemeinderaum, quasi als Verbindung zwischen Gott und Mensch, steht der Altar. Zwar befindet sich in der Apsis die prächtige Kathedra für den Abt. Doch der Mönchs­chor ist dem Gemeinderaum zugeordnet, was die Verbindung zwischen Mönchen und Besuchern als ein Gottesvolk betont.

Viele Friedenssymbole

Das Kreuz über dem Altar ist eines von mehreren Friedenssymbolen. Die 121 Perlen darin sind ein Geschenk des japanischen Kaiserpaars als Zeichen der Aussöhnung. Zudem spendeten Witwen, deren Männer im Krieg gefallen waren, Gold aus Eheringen als Mahnung zum Frieden. Eine der Glocken, die Michaelsglocke, stiftete Rose Kennedy, die Mutter von John F. Kennedy im Gedenken an ihren Sohn und dessen Idee von Freiheit und Frieden.

Steine aus Hiroshima oder Dachau

Ein besonderes Symbol der Verbindung von Menschen zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind die sogenannten Salbsteine, die unter den zwölf Apostelleuchtern an den Wänden des Gemeinderaumes angebracht sind. Einer stammt aus dem KZ Dachau, einer aus Hiroshima und einer aus der Hagia Sophia – Orte, die für Gewalt oder die Trennung von Menschen bzw. Religionen stehen.

Am 1. September 1964, genau 25 Jahre nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges ist die Abteikirche von Erzbischof Lorenz Jaeger konsekriert worden und zwar „Christus, dem Friedenskönig“, wie es der Jahresbericht zum 50-­jährigen Weihejubiläum ausweist. Zur Begründung schreiben die Autoren dort: „Als die ersten Überlegungen zum Bau der Abteikirche angestellt wurden, lag der Zweite Weltkrieg keine 20 Jahre zurück und Meschede war im Krieg stark zerbombt worden. Da lag es nahe, das ‚Königs-­Münster‘ als Friedenskirche zu errichten.“

Info

Missionsbenediktiner aus dem bayerischen Kloster St. Ottilien gründeten 1928 in Meschede ein Kloster und übernahmen dort die Leitung der Städtischen Rektoratsschule. 1932 wurde die Gemeinschaft zum selbstständigen Priorat erhoben und 1956 zur Abtei. Heute ist die Abtei Königsmünster ein großes Anwesen mit einem Gymnasium, zwei Gästehäusern, Werkstätten, Abteiladen und Gastronomie.

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