„Gottesdienst im Zeichen des Regenbogens“

Mit dem „Gottesdienst im Zeichen des Regenbogens“ hat sich ein monatliches Angebot in Hamm ­etabliert. Eingeladen dazu sind queere, geschiedene und an neuen Gottesdienstformen interessierte Menschen einlädt. Zu der Veranstaltungsreihe kommen sowohl auswärtige Besucher als auch Gemeindemitglieder.

Pfarrsekretär Daniel Ceglarek ist vom neuen Gottesdienst-Angebot überzeugt. (Foto: Peter Körtling)
Pfarrsekretär Daniel Ceglarek ist vom neuen Gottesdienst-Angebot überzeugt. (Foto: Peter Körtling)
veröffentlicht am 22.08.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Mit dem „Gottesdienst im Zeichen des Regenbogens“ hat sich ein monatliches Angebot in Hamm ­etabliert. Eingeladen dazu sind queere, geschiedene und an neuen Gottesdienstformen interessierte Menschen einlädt. Zu der Veranstaltungsreihe kommen sowohl auswärtige Besucher als auch Gemeindemitglieder.

Hamm (PK). Die „Gottesdienste im Zeichen des Regenbogens“ werden nun seit rund sechs Monaten in der St.-Agnes-Kirche des Pastoralverbunds Hamm-Mitte-Osten angeboten. Pfarrsekretär Daniel Ceglarek ist von Beginn an in der Organisation eingebunden und berichtet von der Entstehung wie der Ausrichtung der Reihe.

„Am Anfang stand der Segnungsgottesdienst, der ja auch überregional viel Aufsehen erregt hat“, so der 41-Jährige. Mit dem Angebot, auch homo-, bi-, trans- oder intersexuelle Paare oder die Beziehungen von Menschen, die bereits geschieden wurden, zu segnen, hatte Pfarrer Bernd Mönkebüscher eine regelrechte Welle losgetreten.

„Direkt nach dem Segnungsgottesdienst kam dann die Idee auf, eine sinnvolle Fortführung einzurichten“, so Ceglarek. So sprach er einige Menschen an und lud sie ein, mit ihren Anregungen dazu beizutragen. Zwei Frauen, die im Segnungsgottesdienst im Mai ihre Beziehung segnen ließen, waren direkt bereit, daran mitzuwirken, und seitdem findet immer am letzten Sonntag im Monat ein solcher Gottesdienst um 18 Uhr in St. Agnes statt.

„Es ist beeindruckend, dass dadurch eine ganz bunte Mischung von Mitfeiernden erreicht wird“, so Ceglarek. Neben den queeren und geschiedenen Menschen gebe es auch viele Besucher, die insgesamt ihre Zweifel an der Kirche hätten oder ein anderes Gottesdienst-Format für sich suchten.

Das Gespräch suchen

„Da wir im Anschluss immer noch das Gespräch suchen und zu einem Getränk in lockerer Runde einladen, erfahren wir eine Menge über die Motivation der Leute“, so der Pfarrsekretär. Er sei stets dabei und treffe auch manche Menschen, die er aus der klassischen Sonntagsmesse kenne.

„So vielfältig die Leute sind, so unterschiedlich sind auch die Gründe, zu diesem Gottesdienst zu kommen“, sagt Ceglarek lächelnd. Junge Männer und Frauen, Teens oder Twens, seien eher die Ausnahme. Sie kämen aber auch gelegentlich.

Zuletzt habe er ein besonderes Erlebnis gehabt, als er zwei taubstumme Männer traf, die in einer Beziehung lebten und von denen einer bei der Kirche arbeitete. „Trotz der Einschränkungen gab es auch da einen regen Austausch“, so Ceglarek.

30 bis 50 Mitfeiernde in den Gottesdiensten

Durchschnittlich seien stets etwa 30 bis 50 Mitfeiernde in den Gottesdiensten. Doch trotz der überschaubaren Zahl gebe es immer wieder spannende, intensive Einsichten. „Natürlich ist der Gottesdienst im Zeichen des Regenbogens ein spezielles Angebot, aber das ist ein Familiengottesdienst ja auch“, erklärt der Pfarrsekretär.

Das Angebot komme aber zur rechten Zeit, da viele Menschen wirklich gläubig seien, jedoch ein stetes „Weiter so“ nicht mittragen würden. Ceglarek stammt aus dem Hammer Westen und hatte nach seinem Studium eine Teilzeitstelle im dortigen Pastoralverbund angetreten.

Seit 2018 ist er in Vollzeit in Hamm-Mitte-Osten und sehr zufrieden. „Ob Moonlight Mass, Gottesdienste im Zeichen des Regenbogens oder die neue Reihe ‚Glauben im Dialog‘, es gibt immer neue, ebenso spannende wie bereichernde Formate“, so Ceglarek.

Weitere Berichte zur katholischen Kirche finden Sie in der aktuellen DOM-Ausgabe. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich bestimmt.

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