Herausgefordert, das Gute zu tun – Anlaufstelle der Caritas

Menschen, die Hilfe brauchen, einsam sind, familiäre oder finanzielle Sorgen haben – sie haben in Arnsberg-Oeventrop eine Anlaufstelle bei der Caritas. Finanziert wurde diese durch Förderprogramme, die inzwischen alle beendet sind. Um die Anlaufstelle zu erhalten, wurde nun eine Spendenaktion gestartet.

Hoffen auf viele Unterstützer für die Caritas-Anlaufstelle in Oeventrop (v. l.): Christian Stockmann, Claudia Düllberg, Verena Sen, Lea Spiller (alle Caritasverband Arnsberg-Sundern) und Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner. (Foto: Caritas)
veröffentlicht am 19.08.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Menschen, die Hilfe brauchen, einsam sind, familiäre oder finanzielle Sorgen haben – sie haben in Arnsberg-Oeventrop eine Anlaufstelle bei der Caritas. Um die Anlaufstelle zu erhalten, wurde nun eine Spendenaktion gestartet.

Arnsberg-Oeventrop (jon/pm). Für die Weiterfinanzierung der Anlaufstelle in der Kirchstraße 41 wurde kürzlich die „Tu-was-Gutes-Challenge“ eröffnet. Schirmherr ist Arnsbergs Bürgermeister Ralf Paul Bittner. „Wir brauchen Orte der Begegnung, wo Menschen sich wohlfühlen“, sagt Bittner. „Die Coronakrise führte allen vor Augen, dass der persönliche Kontakt mit den Menschen wichtig und unersetzlich ist. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass die Anlaufstelle auch in den nächsten Jahren bestehen bleibt. Ich rufe Unternehmen, Vereine und Privatpersonen auf, an der ‚Tu-was-Gutes-Challenge‘ teilzunehmen.“

Offen für alle Menschen, die Hilfe brauchen

Seit März 2019 stehen in ­Oeventrop die Türen offen für Menschen, die Hilfe brauchen, einsam sind, familiäre oder finanzielle Sorgen haben – und für alle anderen, die gerne einfach mal vorbeikommen, um sich an den vielfältigen Aktionen zu beteiligen und die Angebote zu nutzen. Nun ist das letzte von insgesamt vier Förderprogrammen für eine quartiersnahe Beratungs- und Anlaufstelle ausgelaufen.

Claudia Düllberg und Lea Spiller, die von Beginn an in der Anlaufstelle arbeiten, sind begeistert vom Zuspruch durch die Bevölkerung. Die beiden Kolleginnen bieten in diesem zwanglosen Rahmen für Hilfesuchende aus den unterschiedlichen Bereichen auch professionelle Unterstützung an, haben ein offenes Ohr, beraten und vermitteln bei Bedarf auch weiter. „Die Menschen kommen hierher auf einen Kaffee, schauen sich hier um. Wenn sie Vertrauen gefasst haben, sprechen sie auch über persönliche Sorgen und Nöte“, berichtet Lea Spiller. „Dann können wir in vertraulichen Gesprächen Hilfe und Unterstützung anbieten“, ergänzt Claudia Düllberg.

„Wir fühlen uns hier willkommen und vor allem auch gebraucht“

Auch viele Ehrenamtliche engagieren sich. „Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Durchführung der vielen Aktionen der Anlaufstelle und finden selbst eine sinnvolle und gemeinschaftliche Aufgabe.“ Die Menschen in Oeventrop seien offen und freundlich. „Unsere Angebote werden gerne genutzt. Wir fühlen uns hier willkommen und vor allem auch gebraucht“, unterstreicht Claudia Düllberg.

Genutzt wird die Anlaufstelle auch als Ausstellungsraum – von kleinen und großen Künstlern aus der Kita Rappelkiste oder von lokalen Künstlern. Auch für Kleinigkeiten wie ein Pflaster, ein Telefonat oder einfach mal kurz Hände waschen ist die Anlaufstelle da. Die regelmäßigen Angebote für die Menschen vor Ort reichen vom wöchentlich stattfindenden Klönnachmittag über das Elterncafé bis zum Spieletreff. Es gibt Produkte aus dem Eine-Welt-Laden und Handgemachtes aus dem „handwerk28“ der Caritas zu kaufen.

Kostenlose Beratungsangebote

Christian Stockmann, sozialfachlicher Vorstand und Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes Arnsberg-Sundern, war es ein Herzensanliegen, dieses niederschwellige Beratungsangebot gerade auch im eher ländlichen Raum zu etablieren. „Besonders im ländlichen Raum sind die Wege zu den Beratungsangeboten weit“, erklärt er. „Aber Probleme oder Herausforderungen gibt es auch hier, gerade durch Corona und auch im Hinblick auf die gestiegenen Energiekosten aufgrund der kriegerischen Ereignisse in der Ukraine. Wir möchten den hilfesuchenden Menschen entsprechende Möglichkeiten und unkompliziert Unterstützung vor Ort anbieten.“

Die Beratungsangebote können kostenlos genutzt werden. Sie sind aber nicht über feste Mittelgeber finanziert und deshalb immer wieder über Fördertöpfe und Spenden finanzierungsbedürftig. Was fehlte, hat der Caritasverband dazugegeben, um die Fortführung zu sichern. Auch ortsansässige Unternehmen haben geholfen, wie z. B. die Spadaka Oeventrop mit einer Spende von 1.000 Euro im letzten Jahr. Die vierte und bisher letzte Förderung ist Ende Juni ausgelaufen. „Ein weiterer Fördertopf ist momentan leider nicht in Sicht“, bedauert Verena Sen, Leiterin des Fachbereichs Sozialraumorientierung der Caritas. „Aber wir möchten niemanden vor der geschlossenen Tür stehen lassen!“

Mehr Infos unter www.caritas-arnsberg.de oder bei Verena Sen, E-Mail: v.sen@caritas-arnsberg.de.

Weitere Berichte zur katholischen Kirche finden Sie in der aktuellen DOM-Ausgabe. Schauen Sie mal rein, es lohnt sich bestimmt.

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