Heimvolkshochschule zertifiziert – Nachhaltigkeit als Maßstab

Die Heimvolkshochschule des KAB-­Diözesanverbandes ist als „Einrichtung der Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zertifiziert worden. Diese Auszeichnung betrifft nicht nur die Bildungsangebote, sondern prägt auch das Arbeiten der Mitarbeiter und die Planung der Bildungsurlaube.

Die Heimvolkshochschule des KAB-­Diözesanverbandes ist als "Einrichtung der Bildung für nachhaltige Entwicklung" zertifiziert worden.
An alles gedacht: Wer mit dem Fahrrad kommt, findet die nötigen Abstellmöglichkeiten. Konrad Nagel-­Strotmann, Ludwig Stratenschulte und Benedikt van Acken (v. l.) präsentieren die Zertifikate, mit denen der Einsatz der KAB für Nachhaltigkeit belohnt wurde. (Foto: Körtling)
veröffentlicht am 21.04.2022
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Die Heimvolkshochschule (HVHS) des KAB-­Diözesanverbandes ist vom Land als „Einrichtung der Bildung für nachhaltige Entwicklung“ zertifiziert worden. Diese Auszeichnung betrifft nicht nur die Bildungsangebote, sondern prägt auch das Arbeiten der Mitarbeiter und die Planung der Bildungsurlaube.

Hamm/Paderborn (pk). Viel Arbeit wurde von Erfolg gekrönt. Dem KAB-­Diözesanvorsitzenden Konrad Nagel-­Strotmann, dem Diözesansekretär und pädagogischen Leiter der ­HVHS, Ludwig Stratenschulte, sowie dem Qualitätsmanagementbeauftragten Benedikt van Acken war die Freude anzusehen, als sie im KAB-­Büro in Hamm die erfolgreichen Zertifizierungen der Heimvolkshochschule der KAB verkündeten. 

Dabei stand nicht nur der Umstand, dass der Gütesiegelverbund Weiterbildung NRW die Heimvolkshochschule zum fünften Mal in Folge für ihr Qualitätsmanagement zertifiziert hat, im Mittelpunkt. Vielmehr wurde die ­HVHS auch von der Landesagentur BNE mit dem Siegel „Zertifizierte Einrichtung der Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet. Dieses Siegel wurde bislang noch nicht oft vergeben, es verlangt einiges an Einsatz von den beteiligten Institutionen.

Nachhaltigkeit der Heimvolkshochschule steht im Mittelpunkt

„Der Anforderungskatalog ist schon sehr reich an Vorgaben und das schreckt viele ab“, sagt Nagel-­Strotmann. Doch sie hätten sich mit der ­HVHS auf den Weg gemacht und seien sich da­rüber klar, dass sie sich stets weiterentwickeln müssten. Schon in den eigenen Büros habe sich viel getan, wie van Acken erklärt. Um nachhaltiger zu sein, bewege man sich immer weiter in Richtung des papierlosen Büros, selbst die eingesetzten Drucker und Computer werden vor einer Neuanschaffung auf ihre Nachhaltigkeit hin geprüft. „Das alles kommt bei uns aber nicht von oben, sondern wurde vermittelt und wird von allen Mitarbei­tenden mitgetragen“, so van Acken. 

Auch durch den Einsatz von stromsparenden LED-­Beleuchtungen, von fairen Smart­phones und der Vermeidung unnötiger Autofahrten werde der Nachhaltigkeitsgedanke überall weiterverfolgt. Zuletzt kamen die KAB-­Aktiven auch auf einen besonderen Gedanken bürgerschaftlichen Engagements. „Wir haben bei der Stadt Hamm angefragt, ob es möglich sei, einen Fahrradständer im öffentlichen Raum zu erhalten“, sagt Stratenschulte. Sie erklärten ihre Motivation und tatsächlich wurden von der Stadt entsprechende Fahrradbügel angebracht. 

Faire Bezahlung und umweltgerechte Gebäudetechnik

Neben der eigenen Arbeitswelt haben die Verantwortlichen auch bei dem Programm der ­HVHS von Beginn der Zertifizierungsvorbereitung, vor zwei Jahren, neue Maßstäbe angelegt. So kommen nicht mehr alle Bildungshäuser, Pensionen und Hotels für die Bildungsurlaube der ­HVHS infrage, sondern auch sie werden nach einem strengen Kriterien-­Katalog ausgewählt. „Gibt es Veggie-­Days ohne Fleisch? Wenn Fleisch angeboten wird, ist es auch im Bezug auf das Tierwohl wie auf die faire Bezahlung aller Mitarbeitenden nachverfolgbar? Wie sieht es mit umweltgerechter Gebäudetechnik aus? All diese Fragen und noch einige mehr werden im Vorfeld überprüft“, so van Acken.

Trotz der hohen Hürden sei es aber wieder gelungen, ein höchst attraktives Bildungsprogramm zusammenzustellen, das sogar bundesweit Beachtung finde. So finden an vielen attraktiven Orten, unter anderem auf Sylt, im Kloster Marienstadt, an der Akademie Klausenhof oder dem Landessportzentrum Hachen vielfältige Fortbildungen statt. „Viele Seminare sind sogar schon ausgebucht“, freut sich Nagel-­Strotmann über den Erfolg. Richtige Renner seien zum Beispiel die Seminare, bei denen den Menschen das Imkern beigebracht werde. Aber auch die selbst gemachte Kräuter-­Apotheke im Kloster, Bildungsfahrten oder Pilzkunde seien sehr gefragt. 

„Lieferketten vermeiden, saisonal und regional anbauen, kaufen und verarbeiten, das interessiert die Menschen“

„Viele Menschen wissen gar nicht, dass sie zusätzlich zum normalen Urlaub in den meisten Bundesländern auch einen Anspruch auf zusätzlichen Bildungsurlaub haben“, so Nagel-­Strotmann. Der müsse auch gar nichts direkt mit dem Beruf zu tun haben, sondern diene der Weiterbildung jedes Einzelnen selbst. „Gerade jetzt, im Bezug auf Corona, leuchtet auch der Sinn von nachhaltigen Seminaren wie ‚Toilettenpapier selbst gemacht‘ sehr ein“, sagt van Acken. Das Thema Nachhaltigkeit sei auch von den Teilnehmern gefragt.“Lieferketten vermeiden, saisonal und regional anbauen, kaufen und verarbeiten, das interessiert die Menschen“, so Stratenschulte. Die Erfahrung der Selbstwirksamkeit des Menschen sei von großem Interesse. Das Bildungsprogramm stehe sowohl auf der eigenen Internetseite wie auf speziellen Seiten dritter, etwa ­Bildungsurlaub.­de und die Zugriffszahlen stiegen stetig. „Das zeigt uns, dass wir auf einem guten Weg sind“, so Nagel-­Strotmann.

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