Wozu sind Sie da, Frau Schwemke?

Britta Schwemke (32) hat Kunstgeschichte in Münster und Düsseldorf studiert, zuletzt mit dem Schwerpunkt „Kunstvermittlung“.

Britta Schwemke (32) hat Kunstgeschichte in Münster und Düsseldorf studiert, zuletzt mit dem Schwerpunkt „Kunstvermittlung“. (Foto: Patrick Kleibold)
Britta Schwemke (32) hat Kunstgeschichte in Münster und Düsseldorf studiert, zuletzt mit dem Schwerpunkt „Kunstvermittlung“. (Foto: Patrick Kleibold)
veröffentlicht am 28.03.2022
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Langeweile gibt’s hier nicht. Ein Museum ist ein toller Ort. Er ist voller interessanter Kunstwerke, die nur darauf warten, entdeckt zu werden, um ihre Geschichten zu erzählen. Als Museumspädagogin bin ich dazu da, Menschen von Jung bis Alt die Inhalte und Hintergründe der jahrhundertealten Kunstwerke zu erklären und zu vermitteln. Das Vorwissen unserer Besucherinnen und Besucher ist dabei ganz unterschiedlich. Einige Schulkinder haben noch nie etwas von Maria, der Mutter Jesu, gehört. Andere wiede­rum sind bereits sehr früh sehr versiert und waren schon mit ihren Eltern hier. Ich persönlich möchte möglichst viele Menschen für religiöse Kunst begeistern, und das egal, ob sie christlich geprägt sind oder noch nie etwas mit dieser Form der Kunst zu tun hatten.

Das ist eine abwechslungsreiche und herausfordernde Arbeit, die selbstverständlich nicht allein zu schaffen ist. Ich bin dankbar, in einem guten Team mit engagierten Kolleginnen und Kollegen arbeiten zu dürfen. Gemeinsam planen wir Entdeckungsreisen, Workshops und Führungen für Kinder und Jugendliche, für Schulklassen, für Kommunionkinder und für Besucherinnen und Besucher jedweden Alters. Am schönsten ist es, wenn es uns gelingt, dass unsere Besucherinnen und Besucher überrascht werden, für einen gewissen Zeitraum in eine andere Welt eintauchen und zufrieden und mit neuem Wissen wieder nach Hause fahren.

Britta Schwemke: „Begeisterung für Kunst wecken“

Die große Herausforderung dabei ist, immer wieder ansprechende Formate zu entwickeln, welche unsere Kunstgegenstände aus einer neuen Perspektive zeigen und erläutern. Gerade mit Blick auf Kinder gibt es eine Vielzahl an Ansätzen, um ihre Begeisterung für Kunst zu wecken. Für die Vermittlungsarbeit eignet sich besonders gut der heilige Georg, der mit einem Drachen dargestellt ist. Die Kinder sind begeistert, wenn sie diese großartige Skulptur sehen und eine märchenhafte und spannende Rittergeschichte über den Heiligen hören. Auch bei unserem „‚Chill Out-­Drawing‘ für Erwachsene“, einem abendlichen Zeichnen im Museum an jedem ersten Mittwoch im Monat, ist der kleine Drache ein sehr beliebtes Motiv. Sehr viel Freude bringen uns auch die Kulturstrolche und die Museumsspürnasen. Die Kinder lieben es, das Museum zu erkunden, besonders im Dunkeln: Unsere Taschenlampenführung durch die Schatzkammer ist besonders beliebt.

Ich habe bereits im August 2019 angefangen, im Museum zu arbeiten, leider ist kurz danach die Corona-­Pandemie ausgebrochen. Die Auswirkungen sind deutlich zu spüren. Wir freuen uns bereits jetzt auf die Zeit, wenn uns das Virus nicht mehr einschränkt und wir wieder in den Normalbetrieb übergehen können. Wir freuen uns darauf, neue Angebote zu schaffen, die viele Kinder, Jugendliche und Erwachsene an die Ausstellungsstücke heranführen, sodass keine Barrieren gegenüber der Kunst aufgebaut werden. Unser Team hat also noch viel vor.

Britta Schwemke (32) hat Kunstgeschichte in Münster und Düsseldorf studiert, zuletzt mit dem Schwerpunkt „Kunstvermittlung“.

Zur Person

Britta Schwemke (32) hat Kunstgeschichte in Münster und Düsseldorf studiert, zuletzt mit dem Schwerpunkt „Kunstvermittlung“. Nach dem Studium absolvierte Britta Schwemke ein wissenschaftliches Volontariat im Bereich der Museumspädagogik am Herzog-Anton-Ulrich-­Museum in Braunschweig. Seit Mitte 2019 gehört die Museumspädagogin zum Team des Diözesanmuseums Paderborn.

Unsere Reihe Menschen im Erzbistum

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Wozu bist du da, Kirche von Paderborn? Diese Frage stellte der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker dem Zukunftsbild voran, auf dessen Basis das Erzbistum entwickelt wird. Wozu bist du da? Diese Frage kann sich auch jeder Einzelne stellen. Denn die Grundannahme des Zukunftsbildes ist eine biblische, dass nämlich jeder Mensch berufen ist, dass jede und jeder das eigene Leben als von Gott angenommen betrachten darf, dass es einen Sinn dieses Lebens gibt. Die Aufgabe des Menschen besteht darin, die Frage für sich zu beantworten. Wir fragen nach bei …

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