Collegium Bernardinum in Attendorn wird geschlossen

Das Erzbistum Paderborn will mit insgesamt 15 Millionen Euro zwar stärker in den Schulstandort Attendorn investieren. Das Geld kommt aber nur Gymnasium und Realschule der St.-Ursula-­Schulen zugute. Das Erzbistum musste sich entscheiden, hieß es.

Das ­Erzbistum will den Betrieb des Collegium Bernardinum aufgeben. Was mit dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex geschieht, ist noch nicht ­geklärt. (Foto: Meinolf Lüttecke)
Das ­Erzbistum will den Betrieb des Collegium Bernardinum aufgeben. Was mit dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex geschieht, ist noch nicht ­geklärt. (Foto: Meinolf Lüttecke)
veröffentlicht am 21.02.2022
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Das Erzbistum Paderborn will mit insgesamt 15 Millionen Euro zwar stärker in den Schulstandort Attendorn investieren. Das Geld kommt aber nur Gymnasium und Realschule der St.-Ursula-­Schulen zugute. Das Erzbistum musste sich entscheiden, hieß es. Das Collegium Bernardinum wird geschlossen.

Attendorn (pdp). Um den Schulstandort Attendorn zu stärken, investiert das Erzbistum Paderborn 15 Millionen Euro in die St.-Ursula-­Schulen mit Gymnasium und Realschule. Dafür muss es den Gesamtbetrieb des Erzbischöflichen Internates Collegium Bernardinum aufgeben. Das hat das Erzbischöfliche Generalvikariat vergangene Woche bekannt gegeben.

Ausbau der schulischen Bildungsarbeit für viele oder Betreuung für verhältnismäßig wenige Schülerinnen und Schüler – das Erzbistum Paderborn als Träger der drei kirchlichen Einrichtungen in Attendorn habe sich entscheiden müssen. „Alles zusammen an einem Standort geht nicht mehr“, erklärt der Leiter des Bereiches Schule und Hochschule im Erzbischöflichen Generalvikariat, Monsignore Joachim Göbel, die jüngste Entscheidung.

Aus strategischer und finanzieller Hinsicht sei es anders auch nicht zukunftsweisend. „Nicht umsonst war der Träger gezwungen, auf die inzwischen veränderten Voraussetzungen zu reagieren.“ Nach „Abwägen aller Vor- und Nachteile“ sei „die schwere Entscheidung gefallen“.

Intensive Gespräche

Die weitreichenden Konsequenzen habe man im Blick, sagt Monsignore Göbel. „Jetzt ist es wichtig, Lösungen für die noch offenen Fragen zu finden.“ Diese betreffen nicht nur die im Internat tagesbetreuten Schülerinnen und Schüler sowie ihre Eltern, sondern auch die derzeitigen Mitarbeitenden. Für sie setze sich das Erzbistum Paderborn jetzt mit allen Möglichkeiten ein. „Vor Ort in Attendorn führen wir zu allen Seiten intensive und zielorientierte Gespräche, damit hoffentlich für niemanden Nachteile im Übergang entstehen.“

„Ich bin zuversichtlich“, si­gnalisiert Monsignore Göbel. Über das Fortkommen der Gespräche mit der Stadt Attendorn und den ortsansässigen Schul­einrichtungen will der Bereich Schule und Hochschule regelmäßig informieren. Das noch in Betrieb befindliche Tagesinternat soll zum Ende des Schuljahres 2022/23 geschlossen werden. Über den Zeitraum hinaus werden keine Betreuungsverträge mehr abgeschlossen.

Die derzeit 25 von der späteren Schließung betroffenen Mitarbeitenden des Collegiums Bernardinum, darunter pädagogisches Personal oder Hauswirtschafts- und Reinigungskräfte, sollen vom Bereich Personal und Verwaltung des Erzbischöflichen Generalvikariates bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen unterstützt und begleitet werden.

Gebäudeverwendung unklar

Die aktuell etwa 60 durch das Tagesinternat betreuten Schüler sollen nach Möglichkeit in die außerschulischen Tagesbetreuungen der örtlichen Schul­einrichtungen übernommen werden. Gegebenenfalls sind sie neu einzurichten. 

Wie zukünftig mit dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex des Collegium Bernardinum umgegangen werden soll, das auch von der örtlichen Kirchengemeinde mit genutzt wird, ist abschließend noch nicht geklärt. In Kürze solle ein Wertgutachten erstellt werden. Bekannt sei, dass der Gebäudekomplex bei Weiterführung der bisherigen Nutzung aufwendig zu sanieren wäre. Er bliebe aber auch flächenmäßig einfach zu groß.

Für die Stärkung des Schulstandortes plant das Erzbistum Paderborn die Investition von 15 Millionen Euro. Damit will der Träger ein umfangreiches Bauprojekt an den St.-Ursula-­Schulen umsetzen. Vorgesehen sind die Renovierung von Unterrichtsräumen, eine neue Sporthalle, eine neue Mensa und neue Räume für die Betreuung für die insgesamt etwa 1.300 Schüler des Gymnasiums und der Realschule. Profitieren sollen neben der Schulgemeinschaft auch die örtliche Infra­struktur samt der lokal und regional ansässigen Firmen, die bei den Baumaßnahmen bevorzugt Aufträge erhalten sollen. Voraussichtlich im kommenden Sommer will das Erzbistum weitere Einzelheiten der Investitionen näher erläutern.

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