Synodaler Prozess – “Jede Rückmeldung ist wertvoll”

Im Erzbistum Paderborn sind alle Gläubigen dazu eingeladen, sich am weltweiten ­synodalen Prozess zu beteiligen.

Das zur Weltsynode. (Logo: Vatican)
Das zur Weltsynode. (Logo: Vatican)
veröffentlicht am 14.01.2022
Lesezeit: ungefähr 4 Minuten

Im Erzbistum Paderborn sind alle Gläubigen dazu eingeladen, sich am weltweiten ­synodalen Prozess zu beteiligen. Bis zum 28. Februar besteht noch die Möglichkeit, eigene Themen und Wünsche zur Gemeinschaft, Teilhabe und Sendung der katholischen Kirche einzureichen.

Erzbistum (KLEI). Der Vatikan hat zur Vorbereitung der für 2023 geplanten Bischofssynode einen weltweiten synodalen Prozess eingeleitet. In mehreren Stufen – von den Diözesen über die Kontinente bis zur Bischofssynode selbst – sollen die Gläubigen und die Bischöfe beraten, was für die Kirche wichtig ist. Im Erzbistum Paderborn wurden dazu unterschiedliche Gruppen und Gremien gezielt angesprochen, um ihre Sichtweisen und Wünsche einzubringen.

Die Koordinatorin im Erzbistum für den synodalen Prozess der Weltkirche, Andrea Jansen, nennt hier die Pfarrgemeinderäte, die Kirchenvorstände, die Leiter der pastoralen Räume, die Gemeinden sowie die Seelsorgerinnen und Seelsorger. Auch in den Weihnachtsbriefen von Erzbischof Hans-­Josef Becker ´wurde darüber informiert. “Zur Beteiligung eingeladen sind aber alle Menschen”, betont Jansen. “Jede Rückmeldung ist wertvoll für uns.” Die Abgabefrist dafür ist der 28. Februar.

Alle Rückmeldungen werden berücksichtigt

Alle Rückmeldungen werden von einer Arbeitsgruppe – bestehend aus Mitarbeitern aus dem Diözesan-­Caritasverband, dem Priesterrat, den Bereichen Schule, Kommunikation, Kindertageseinrichtungen und Orden – gesichtet und in einem zehnseitigen Papier komprimiert und an die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) geschickt. Die DBK macht aus allen Rückmeldungen der Diözesen wiederum eine zehnseitige Zusammenfassung, die das Generalsekretariat der Bischofssynode erhält. Überspitzt könnte man sagen: In einem zehnseitigen Schreiben, das der Vatikan erhalten wird, werden die Hoffnungen und Ideen der 22 Millionen Katholiken in Deutschland zusammengefasst sein werden. Das Gleiche gilt für alle anderen Länder.

Andrea Jansen, Koordinatorin im Erzbistum für den synodalen Prozess der Weltkirche. (Foto: pdp)
Andrea Jansen, Koordinatorin im Erzbistum für den synodalen Prozess der Weltkirche. (Foto: pdp)

Kann dieser Prozess also erfolgreich sein? “Ja”, sagt Jansen: “Ich bin überzeugt, dass darin sehr viel Gutes mit viel Potenzial steckt. Ich denke, dass, so wie Jesus Christus Gott und Mensch war, er uns deutlich gezeigt hat, wie das eigentlich ist, wenn man potenzialorientiert denkt. Und genau das wünsche ich mir, nämlich dass wir nicht defizit­orientiert an die Fragen herangehen – unter dem Motto ‘das macht eh alles keinen Sinn’ und ‘wir wissen ja eh, wie die Kirche ist’ – sondern potenzialorientiert”, sagt Jansen. “Wir wünschen uns, dass die Menschen unserer Einladung folgen und sich mit den Kernfragen unserer Kirche auseinandersetzen. Mit den Fragestellungen möchten wir den Erfahrungen der Menschen nachgehen und diese Erfahrungen einsammeln.”

Synodaler Prozess – Teilhabe und Dialog

Doch zu welchen Themen können sich die Gläubigen äußern? Ein Fragebogen mit zehn Fragen steht auf der Internetseite des Erzbistums zur Verfügung. Darin werden Schlüsselfelder abgefragt: Es geht um Ökumene, Gemeinschaft, um Teilhabe und um Dialogfähigkeit. Doch mit Blick auf die Entwicklung von Kirche und Gesellschaft geht es vermutlich um noch mehr, nämlich um die Zukunft der Kirche an sich. Und diese Antworten werden dringend benötigt. “Die Welt, in der wir leben und die in all ihrer Widersprüchlichkeit zu lieben und zu dienen wir berufen sind, verlangt von der Kirche eine Steigerung ihres Zusammenwirkens in allen Bereichen ihrer Sendung. Genau dieser Weg der Synodalität ist das, was Gott sich von der Kirche des dritten Jahrtausends erwartet”, sagt Papst Franziskus.

“Es geht um unsere Kultur”

Auch Monsignore Dr. Michael Bredeck, Leiter des Bereiches Pastorale Dienste im Erzbistum, wirbt um eine möglichst intensive Beschäftigung mit den aufgeworfenen Themen. “Es geht hier um den Stil, wie wir Kirche sein wollen, um unsere Kultur. Das ist auch jenseits des Papieres, das wir an die DBK schicken, von größter Bedeutung. Die Beschäftigung damit darf dann nicht enden. Vor allem die neu gewählten Gremien, Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand, sind gut beraten, sich damit auseinanderzusetzen.” Die Feedbacks seien auch für den Diözesanen Weg 2030+ wichtig: “Wir werden sie an der passenden Stelle einbringen.”

Jansen kündigte an, die Zusammenfassung der Statements öffentlich zu machen und denjenigen eine Rückmeldung zu geben, die das Feedbackformular genutzt haben. Ein Zwischenfazit zu den bisher eingegangenen Inhalten konnte sie noch nicht ziehen. Dafür sei es noch zu früh.

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