Denkmal des Monats – Rodentelgenkapelle ausgezeichnet

Die Rodentelgenkapelle in Arnsberg-­Bruchhausen wurde als Denkmal des Monats geehrt. Gewürdigt wird damit das ehrenamtliche Engagement des Fördervereines Rodentelgen­kapelle und die Restaurierung des Wallfahrtsortes aus dem 15. Jahrhundert.

Der Innenraum der Rodentelgenkapelle nach der Renovierung. (Foto: Klein und Neumann Kommuni-kationsDesign)
Der Innenraum der Rodentelgenkapelle nach der Renovierung. (Foto: Klein und Neumann Kommuni-kationsDesign)
veröffentlicht am 29.12.2021
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Die Rodentelgenkapelle in Arnsberg-­Bruchhausen wurde als Denkmal des Monats geehrt. Mit dieser Auszeichnung wird das ehrenamtliche Engagement des Fördervereines Rodentelgen­kapelle und die gelungene Restaurierung des Wallfahrtsortes aus dem 15. Jahrhundert gewürdigt.

In 500 Jahren dreimal gerettet

Die Auszeichnung der Rodentelgenkapelle in Arnsberg-­Bruchhausen als Denkmal des Monats kommt vom Landschaftsverband Westfalen-­Lippe (LWL). “Nach jahrelangem Leerstand war der Abbruch der Rodentelgenkapelle so gut wie beschlossen”, erinnert sich LWL-Denkmalpflegerin Dr. Bettina Heine-­Hippler. “Im Jahr 2009 wurde der Förderverein gegründet, um die Kapelle für nachfolgende Generationen zu erhalten.” Nach einer aufwendigen Innensanierung folgte eine umfangreiche Außeninstandsetzung.

Drei Mal in ihrer fast 500-jährigen Geschichte wurde die Rodentelgenkapelle durch bürgerschaftliches Engagement gerettet. Im Jahr 1458, gut 30 Jahre nach ihrer ersten urkundlichen Erwähnung, zerstörte ein Ruhrhochwasser die Kapelle. Anschließend wurde sie “durch guder lüde hülpe weder getimmert”, wie es in einer Urkunde aus dem Jahr 1464 heißt.

Über Jahrhunderte ein Wallfahrtsort

Ein Detail des Ostgiebels der Rodentelgenkapelle: Schön sind die erhaltenen Holzschnitzereien zu sehen. (Foto: Klein und Neumann KommunikationsDesign)

Über viele Jahrhunderte war die Rodentelgenkapelle ein im Sauerland bekannter Wallfahrtsort. Sie war so beliebt, dass sie im Jahr 1659 auf die doppelte Größe erweitert wurde. “Ende des 18. Jahrhunderts verfiel die Kapelle allmählich”, sagt Heine-­Hippler. Wieder waren es die Bruchhausener, die sie retteten – namentlich der örtliche Gastwirt Engelbert Schuhmacher, der mit seinem Bruder eine Sammlung für die Instandsetzung initiierte.

Steigende Einwohnerzahlen führten 1926 unweit der alten Kapelle zum Neubau einer Pfarrkirche. Weil sich der bauliche Zustand mehr und mehr verschlechterte, währte eine Nutzung durch die evangelische Kirchengemeinde nur kurz. In dieser Phase kam es 2009 zur Gründung des Fördervereines. In über 2.000 Arbeitsstunden begannen die Ehrenamtlichen sofort mit der Notsicherung.

Audioguide – Das Sprechende Denkmal

Ein Restaurierungskonzept für die Kapelle wurde ab 2014 erarbeitet und von 2016 bis 2018 umgesetzt. Hierfür standen Mittel aus dem Programm der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem LWL sowie der NRW-­Stiftung zur Verfügung. “Wesentlich für das Gelingen der Restaurierung waren neben der finanziellen Unterstützung das hohe Engagement des Fördervereines, der Handwerker und Restauratoren“, sagt Heine-­Hippler. Heute bietet die Rodentelgenkapelle verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Besucher erwartet ein Audioguide sowie der neue Podcast “Das Sprechende Denkmal”, ein Projekt von Deutscher Stiftung Denkmalschutz und WestLotto.

Hintergrund

Nach einer nicht glaubhaften Überlieferung geht der Ursprungsbau auf die Zeit des 5. Kreuzzuges um 1228/29 zurück. Eine erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1424. Danach verkaufte ein Kanoniker des St. Patroklistiftes in Soest mit Zustimmung seiner Brüder ein Gut in Bruchhausen an den Pfarrer von Hüsten und eine Kapelle von Rodentelgen. Dieser erste Bau wurde 1458 durch ein Hochwasser der Ruhr fast vollständig zerstört. Danach wurde die Kapelle wieder aufgebaut. Erhalten sind vom Ursprungsbau vermutlich die Giebelseite des Turmes in den unteren Teilen sowie die Tür und das erste Fenster auf der Nordseite.

Im Jahr 1659 wurde der Bau erweitert, weil die Kapelle gerade in Seuchen- und Dürrezeiten eine bedeutende Wallfahrtsstätte war. Am Sonntag nach dem Fest der heiligen Magdalena zog etwa eine Prozession von Hüsten zur Rodentelgenkapelle. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war die Anrufung Maria Magdalenas um Regen und der heiligen Lucia zur Abwendung der Ruhr bekannt. Durch den Aufschwung der Wallfahrten nach Menden und Werl verlor die Kapelle bereits in der frühen Neuzeit ihre Bedeutung als Wallfahrtsstätte.

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