Frauennetzwerk im Erzbistum gegründet

Ziel des neuen Netzwerkes mit dem Namen “wir.frauen.” ist es, Frauen zu empowern. Frauen empowern heißt, für Chancengleichheit und Gleichberechtigung zu sorgen.

Neues Frauennetzwerk im Erzbistum Paderborn. (Foto)
Neues Frauennetzwerk im Erzbistum Paderborn. (Foto)
veröffentlicht am 02.09.2021
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Im Erzbistum Paderborn gibt es ein neues Frauennetzwerk mit dem Namen “wir.frauen.” Zur Auftaktveranstaltung kamen 40 Frauen ins Liborianum nach Paderborn, weitere 20 Frauen konnten von Corona-Auflagen nicht teilnehmen. Ziel des Netzwerkes ist es, Frauen zu empowern.

Empowern, das klingt, als müsse irgendwas besonders modern und deswegen dringend in Englisch ausgedrückt werden. Tatsächlich aber ist Empowerment eine Strategie, die sich seit Jahrzehnten weltweit verbreitet. Gemeint ist damit die Selbstbemächtigung eines Menschen oder einer Gruppe. Es geht um Prozesse, die in die Lage versetzen, das eigene Leben selbst zu gestalten. Somit ist Empowerment Sache derjenigen, die diese Gestaltungsmöglichkeiten nicht haben., sei es, weil sie krank sind, weil ihnen die materiellen Mittel oder die nötige Bildung fehlen oder, na ja, weil sie Frauen sind.

Frauennetzwerk für Chancengleichheit

Frauen empowern heißt, für Chancengleichheit und Gleichberechtigung zu sorgen, eine Sache, die im Erzbistum seit Längerem angestrebt wird. Das Netzwerk soll jetzt ein neues, weiteres Format sein, in dem Frauen sich kennenlernen, austauschen und inspirieren können. “Es soll offen sein, Alter, Herkunft und Geschlecht sind egal”, sagte Linda Michalke. Sie ist Bildungsreferentin im Liborianum.

Kathrin Speckenheuer, Referentin für Theologische Grundlagenarbeit im Generalvikariat erläuterte, der Sinn des Netzwerkes sei nicht nur ein interner. Es gehe dabei auch um die Rolle der Kirche in der Gesellschaft. Deswegen sei ein solches Netzwerk “dringlich”. Viele Frauen wendeten sich von der Kirche ab, weil deren Menschenbild nichts mit dem Eigenen zu tun habe. Der auch innerkirchlich großflächige Protest gegen das römische Verbot, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen, habe enormen Wind erzeugt. Den gelte es jetzt zu nutzen. Zudem habe Corona das Frauenbild um mindestens 25 Jahre zurückgeworfen. “Es waren wieder vor allem die Frauen die die Care-Arbeit gemacht und Kinderkrankentage genommen haben.”

Frauen aus unterschiedlichen kirchlichen Bereichen und Gruppen waren zum Auftakttreffen des Netzwerkes gekommen, darunter die beiden Diözesanvorsitzenden der Frauenverbände kfd, Katharina Brechmann (links), und KDFB, Dr.Anne Deter (rechts). (Foto: Auffenberg)

Mangel an pastoralem Personal

In der Kirche werde zwar inzwischen über Leitungsmöglichkeiten für Frauen gesprochen, das Thema komme aber vor allem dann, wenn es um den Mangel an pastoralem Personal gehe. Auch signalisiere die Bistumsleitung, sie wolle Frauen fördern, aber das Kirchenrecht mache vieles unmöglich. “Die nach außen demonstrierte Vielfalt”, sagt Speckenheuer, “ist nach innen nicht möglich.” Die oberen Gremien des Erzbistums seien in der Regel “mit geweihten Männern eines bestimmten Alters” besetzt. In den Gemeinden dagegen seien 70 Prozent der Engagierten Frauen. “Vor Ort fühlen sich viele als Einzelkämpferin.” Das Netzwerk solle dazu beitragen, ihnen diesen Eindruck zu nehmen.

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