Wo viele Meggener groß geworden sind

Seit 100 Jahren gehen Kinder in die katholische Kita St.Bartholomäus

Bunte Jubiläumssteine wurden im ganzen Dorf versteckt. Wer sie fand, erhielt eine Überraschung. Foto: Kita gGmbH
veröffentlicht am 24.07.2020
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Lennestadt-Meggen. Hier wurden viele Meggener groß: Auf stolze 100 Jahre Geschichte kann der katholische Kindergarten St.Bartholomäus im heute fast 3000 Einwohner zählenden Lennestädter Stadteil zurückblicken. Von der „Kinderbewahrschule“ zum heutigen Familienzentrum war es ein langer Weg, den Meggener Kinder aus zig Generationen mitgegangen sind. Die Jubiläumsfeier musste allerdings verschoben werden– auf das nächste Jahr.

Anno 1920 legten die Olper Franziskanerinnen den Grundstein für die bis heute zehn Jahrzehnte andauernde Geschichte der Kindertageseinrichtung. Als sogenannte „Kinderbewahrschule“ gründete die Ordensgemeinschaft in einem Gebäude der Sachtleben- Bergbau den heutigen katholischen Kindergarten St. Bartholomäus. Eine sogenannte Werksvereinigung übernahm die finanzielle Trägerschaft und organisierte ein paar Jahre später auch den Umzug in ein ehemaliges Transformatorenhaus des Unternehmens. Dieses Gebäude ist den Meggenern heute noch als Sitz der örtlichen Caritas bekannt.

Neubau am Mühlenplatz

Mit der Schließung der Schwesternstation 1972 übernahm die katholische Pfarrgemeinde St. Bartholomäus die Trägerschaft des Kindergartens. Zeitgleich begannen die Planungen und der Neubau des Gebäudes am Mühlenplatz. Im Oktober 1976 zog der Kindergarten dann in sein neues Zuhause. Noch heute ist das Familienzentrum St. Bartholomäus dort beheimatet.

Mit dem letzten Erweiterungsbau um zwei Mehrzweckräume rund um die Jahrtausendwende erhielt die Kindertageseinrichtung das heutige Gesicht. Der letzte Trägerwechsel fand erst vor zwei Jahren statt, als die Pfarrgemeinde den Kindergarten in die Obhut der Kita gem. GmbH Siegerland- Südsauerland übergab.

Viele Zertifizierungen

„76 Kinder aus elf Herkunftsländern werden ab Sommer durch uns betreut“, berichtet Judith Tillmann, die stellvertretende Leiterin der Kita, die vier Gruppen umfasst, davon eine für Kinder unter drei Jahren. Seit 2008 ist die Kita St. Bartholomäus Teil eines zertifizierten Familienzentrums. Die Zertifizierung als Sprach- Kita und plusKITA zeugen vom hohen Standard, den das Kita- Team alltäglich unter Beweis stellt. 

Gratulationen zum 100. Geburtstag und viel Lob kamen auch von Michael Stratmann, Geschäftsführer der Trägergesellschaft: „Entscheidend ist immer die Arbeit mit den Kindern und den Familien. Und die kann nur gelingen, wenn man wie hier ein motiviertes, engagiertes und kompetentes Team hat, das sich liebevoll um die Kinder kümmert und auch den Familien mit Rat und Tat zur Seite steht. Das Team kann zu Recht stolz darauf sein, dass es eine so lange Tradition erfolgreich fortsetzt.“

Feierlichkeiten auf 2021 verschoben

Mit einem großen Jubiläumsfest wollte die Kita mit dem ganzen Dorf den besonderen Geburtstag feiern. Das Kindergarten- Team hatte schon eine Menge vorbereitet – aber Corona machte auch diese Planung zunichte. „Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Dann feiern wir halt unseren 101. Geburtstag im nächsten Jahr“, verspricht Judith Tillmann. Schließlich wolle man gemeinsam mit Kindern und deren Familien, den Freunden, Unterstützern und Kooperationspartnern des Familienzen trums und den Vertretern der Kirchengemeinde diesen Geburtstag angemessen begehen. „100 Jahre sind schon etwas ganz besonderes“, betont sie. Zugleich ist sie sich aber auch bewusst, dass dieses besondere Jubiläum nur gefeiert werden kann, weil die Kindertageseinrichtung ein wichtiger Teil des Meggener Gemeindelebens ist. „Als Familienzentrum sind wir nicht nur für die Kinder, sondern auch für die Eltern da und als katholische Kita ist es für uns auch selbstverständlich, dass wir uns als Teil der Kirchengemeinde sehen und aktiv am Gemeindeleben teilnehmen“, berichtet Judith Tillmann. Deswegen sei die Kita am Mühlenplatz auch heute – mehr denn je – ein Treffpunkt der Generationen.

Diese besondere Verbindung zwischen Dorfgemeinschaft und Kita stellen die Kinder unter Beweis, die sich in diesem Sommer aus der Kita verabschieden und in die Schule wechseln. Im Rahmen einer kleinen Abschlussfeier versteckten die Jungen und Mädchen im ganzen Dorf bunt bemalte Jubiläumssteine. Wer einen dieser Steine fand, konnte ihn wieder im Kindergarten vorbeibringen und eine kleine Überraschung bekommen. Als kleines Trostpflaster und Einladung zum 101. Geburtstagsfest im nächsten Jahr.

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