Mit Spenden bis zum Herbst warten

Volle Altkleiderlager, aber kaum Abnehmer

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Sind die Container voll – wie gerade jetzt vielerorts – werden die Altkleider häufig davor abgelegt. Foto: Kolping / Polzer
veröffentlicht am 11.05.2020
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Erzbistum. Wegen der Corona-Krise spitzt sich die Situation bei den Kolping-Altkleidersammlern zu: Während die Menge der Spenden in den vergangenen Wochen um rund 50 Prozent gestiegen ist, brach die Nachfrage bei den Abnehmern auf den internationalen Märkten um fast 90 Prozent ein – und damit auch die Preise. Die Folge: Die Lager sind voll. Die Verwerter wissen nicht mehr, wohin mit den Kleiderspenden. Erst im Herbst wird sich voraussichtlich die Lage entspannen. Die Kolping Recycling GmbH bittet deshalb alle Spender dringend, ihre Altkleider bis dahin zu Hause aufzubewahren.

Im Erzbistum Paderborn arbeitet das Inklusionsunternehmen „Die Brücke“, ein Tochterunternehmen des Kolping-Bildungswerkes Paderborn, als Dienstleister für die Kolping Recycling GmbH. „Die Brücke“ übernimmt die Logistik für rund 380 Altkleider-Sammelcontainer im Erzbistum, von der Leerung der Container bis zur Verladung. „Viele Menschen haben die vergangenen Wochen genutzt, um ihre Keller und Kleiderschränke auf- und auszuräumen“, berichtet Christian Hoffbauer, Prokurist der „Brücke“. Rund 50 Prozent mehr Altkleider bringen seine Fahrerinnen und Fahrer in diesen Tagen zum Firmensitz in Bad Lippspringe. „Wir fahren jeden Sammelcontainer einmal pro Woche an. Aber momentan sind sie in kürzester Zeit schon wieder voll.“

Schnell ganz voll

Von der „Brücke“ gehen die Altkleider an die Kolping Recycling GmbH in Fulda. Geschäftsführer Stephan Kowoll arbeitet mit zehn Sortierwerken in Europa und dem mittleren Osten zusammen. Von dort aus geht die Kleidung an den internationalen Großhandel, der sie an lokale Händler vor Ort weitergibt. „Der Großhandel nimmt keine Ware mehr ab. Die Lagerkapazitäten der Großhändler sind begrenzt und viele Lager sind voll. Auch einzelne Sortierwerke sind bereits geschlossen.“ Die gesamte Abfolge der Altkleider-Verwertung produziere derzeit einen Rückstau, der für die Spenderinnen und Spender im Erzbistum Paderborn an übervollen Sammelbehältern in den Orten sichtbar wird.

Stephan Kowoll und Christian Hoffbauer haben gemeinsam eine Bitte an alle, die Altkleider spenden möchten: die Kleidung bis zum Herbst zu Hause zu lagern. Dann wird sich der Markt voraussichtlich etwas entspannen und die Kolpingsfamilien vor Ort können – Stand jetzt – ihre Herbstsammlungen durchführen.

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