„Ein bleibendes Zuhause“

Vorschlag für Ihr persönliches Gebet

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Und wo ist Ihr Zuhause? Foto: Gundula Vogel / Pixabay
veröffentlicht am 04.05.2020
Lesezeit: ungefähr 9 Minuten

Seit dem 1.Mai dürfen in NRW wieder Gottesdienste in Kirchen gefeiert werden. Doch die Rahmenbedingungen ermöglichen es nicht allen, die es möchten, mitzufeiern. Daher bringen wir weiterhin Vorschläge für Ihre persönliche Sonntagsgestaltung. Den heutigen hat Msgr.Ullrich Auffenberg entworfen, einst Leiter des Jugendhauses Hardehausen und bis zum Eintritt in den Ruhestand Ende vergangenen Jahres Referent für religiös-pastorale Bildung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in sozialen Einrichtungen beim Diözesan-Caritasverband.

Lied zur Eröffnung: GL 334 (O Licht der wunderbaren Nacht)

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Der auferstandene Herr Jesus Christus ist mit uns allen. Amen.

Eröffnung:

Liebe Schwestern und Brüder, Entschuldigung, darf ich Sie etwas fragen: „Wo sind Sie zu Hause? In Paderborn, Paderborner Land, im Ruhrgebiet, im Sauerland, in einer Stadt, auf einem Dorf…?“ Schnell könnten Sie mir vermutlich Adresse und Wohnort nennen. Aber sind Sie da, wo Sie wohnen, auch mit Ihrer Seele zu Hause? Haben Sie es mit ihr noch ausgehalten in den letzten Wochen, so zurückgeworfen auf die eigenen vier Wände?

Er habe uns und unserer Seele längst ein bleibendes Zuhause beim Ursprung des Lebens, bei Gott, unserem Vater, reserviert, verspricht Jesus im Evangelium des 5.Ostersonntags. Die Zukunft ist also gesichert. Gibt diese Sicherheit mir Mut und Kraft in diesen Corona-Zeiten, mich selbst mit all den Einsamkeiten zu verwurzeln in der ewigen Heimat der Liebe?

Kyrie:

Herr Jesus, du Ziel unserer Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit.

Herr, erbarme dich

Herr Jesus, du Heimat für entwurzelte und suchende Menschen.

Christus, erbarme dich

Herr Jesus, du führst uns ins ewige Osterland der Liebe.

Herr, erbarme dich

Gloria: GL 167 (Dir Gott im Himmel)

Eröffnungsgebet:Himmlischer Vater, meine Seele dürstet nach dir, dem lebendigen Gott, wie trockenes Land nach Wasser, wie der Baum nach dem Licht. Heute ist wieder ein Tag des Lichtes, ein Sonn-Tag der Auferstehung. So gern möchte ich diese Sehnsucht nach Leben mit anderen Menschen in der Gemeinde teilen. Doch es bleibt mir nur, dich mit ihnen und den Jüngern von Emmaus zu bitten: Bleib bei uns, wenn es dunkel wird, Einsamkeit und umherirrende Gedanken uns zu schaffen machen. Sei Licht am Ende des Tunnels. Durch Christus unsern Herrn. Amen.

Lesung: 

Erste Lesung

In diesen Tagen, als die Zahl der Jünger zunahm, begehrten die Hellenisten gegen die Hebräer auf, weil ihre Witwen bei der täglichen Versorgung übersehen wurden. Da riefen die Zwölf die ganze Schar der Jünger zusammen und erklärten: Es ist nicht recht, dass wir das Wort Gottes vernachlässigen und uns dem Dienst an den Tischen widmen. Brüder, wählt aus eurer Mitte sieben Männer von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit; ihnen werden wir diese Aufgabe übertragen. Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben. Der Vorschlag fand den Beifall der ganzen Gemeinde und sie wählten Stephanus, einen Mann, erfüllt vom Glauben und vom Heiligen Geist, ferner Philippus und Prochorus, Nikanor und Timon, Parmenas und Nikolaus, einen Proselyten aus Antiochia. Sie ließen sie vor die Apostel hintreten und diese legten ihnen unter Gebet die Hände auf. Und das Wort Gottes breitete sich aus und die Zahl der Jünger in Jerusalem wurde immer größer; auch eine große Anzahl von den Priestern nahm gehorsam den Glauben an.

Apg 6,1-7

Antwortpsalm

1Jubelt im HERRN, ihr Gerechten, den Redlichen ziemt der Lobgesang. 2Preist den HERRN auf der Leier, auf der zehnsaitigen Harfe spielt ihm! 4Denn das Wort des HERRN ist redlich, all sein Tun ist verlässlich. 5Er liebt Gerechtigkeit und Recht, erfüllt von der Huld des HERRN ist die Erde. 18Siehe, das Auge des HERRN ruht auf denen, die ihn fürchten, die seine Huld erwarten, 19dass er ihre Seele dem Tod entreiße und, wenn sie hungern, sie am Leben erhalte. 

Aus Ps 33

Zweite Lesung

Schwestern und Brüder! Kommt zum Herrn, dem lebendigen Stein, der von den Menschen verworfen, aber von Gott auserwählt und geehrt worden ist! Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen, zu einer heiligen Priesterschaft, um durch Jesus Christus geistige Opfer darzubringen, die Gott gefallen! Denn es heißt in der Schrift: Siehe, ich lege in Zion einen auserwählten Stein, einen Eckstein, den ich in Ehren halte; wer an ihn glaubt, der geht nicht zugrunde. Euch, die ihr glaubt, gilt diese Ehre. Für jene aber, die nicht glauben, ist dieser Stein, den die Bauleute verworfen haben, zum Eckstein geworden, zum Stein, an den man anstößt, und zum Felsen, an dem man zu Fall kommt. Sie stoßen sich an ihm, weil sie dem Wort nicht gehorchen; doch dazu sind sie bestimmt. Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, eine königliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die großen Taten dessen verkündet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat.

1 Petr 2,4-9

Zwischengesang: GL 326 (Wir wollen alle fröhlich sein)

Evangelium: 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen. Wenn es nicht so wäre, hätte ich euch dann gesagt: Ich gehe, um einen Platz für euch vorzubereiten? Wenn ich gegangen bin und einen Platz für euch vorbereitet habe, komme ich wieder und werde euch zu mir holen, damit auch ihr dort seid, wo ich bin. Und wohin ich gehe– den Weg dorthin kennt ihr. Thomas sagte zu ihm: Herr, wir wissen nicht, wohin du gehst. Wie können wir dann den Weg kennen? Jesus sagte zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich. Wenn ihr mich erkannt habt, werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Schon jetzt kennt ihr ihn und habt ihn gesehen. Philippus sagte zu ihm: Herr, zeig uns den Vater; das genügt uns. Jesus sagte zu ihm: Schon so lange bin ich bei euch und du hast mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den Vater gesehen. Wie kannst du sagen: Zeig uns den Vater? Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist? Die Worte, die ich zu euch sage, habe ich nicht aus mir selbst. Der Vater, der in mir bleibt, vollbringt seine Werke. Glaubt mir doch, dass ich im Vater bin und dass der Vater in mir ist; wenn nicht, dann glaubt aufgrund eben dieser Werke! Amen, amen, ich sage euch: Wer an mich glaubt, wird die Werke, die ich vollbringe, auch vollbringen und er wird noch größere als diese vollbringen, denn ich gehe zum Vater.

Joh 14,1-12

Meditation:

Ich will nach Hause

Meister, wie tröstlich, Du hast mir einen Platz vorbereitet, ein bleibendes ewiges Zuhause reserviert, bei Deinem und meinem Vater. So erzählt mir Johannes, der Evangelist.

Aber heute, Meister, heute lebe ich im Altenheim. In einem Zimmer auf 20 Quadratmetern. Keiner meiner lieben Menschen darf kommen in diese Welt. Kontaktsperre. Ich bin so oft allein und verstehe es nicht.

Komm in meine jetzige Heimat, Meister. Komm und sieh, sieh die vielen Erinnerungen, die Bilder über meinem Bett; höre mir zu in den endlosen Nächten und Tagen voller Fragen und Sorgen.

Manchmal werde ich nachts wach, weiß nicht mehr, wo ich bin, stehe auf, beginne zu laufen, endlose Gänge, Treppen und Winkel, Fenster und Türen. Wo bin ich? Hier oder woanders, in längst vergangenen Zeiten? Meine Lippen formen Silben, erst leise, gebrochen, dann immer lauter, Worte werden zum Schrei: Ich will nach Hause, ich will nach Hause!

Da kommt jemand, der nimmt meine zitternde Hand, schaut mit Wohlwollen in meinen irrenden Blick, legt seinen Arm um mich und spricht zu mir: Komm, wir gehen nach Hause!

Und dann spüre ich etwas von dem, was Du meintest mit dem bleibenden Zuhause beim Vater: Geborgenheit, Osterland ewiger Liebe und Güte.

(Ullrich Auffenberg)

Lied: GL 445 (Ubi caritas et amor)

Fürbitten:

Einleitung: Wo die Liebe und die Güte wohnt, da wohnt Gott: An diesen Gott wenden wir uns:

(Hier kann jede und jeder im freien Gebet Gott seine Anliegen vortragen…) Abschluss: Bei dir, Gott, haben wir Platz, finden wir Raum. Nimm unser Gebet entgegen, durch Christus, unsern Herrn.

Vaterunser

Segensbitte und Entlassung:

Der auferstandene Herr Jesus gibt sich euch zu erkennen mit den Wunden, an Händen und Füßen mitten im Herzen.

Der verletzte Gott haucht euch an, haucht euch ein: Schalom, Frieden, Heilung, Leben.

Der, der um eure Schmerzen und Leiden weiß, weil er sie selbst durchlitt, gebe eurer Seele ein Zuhause, eurer Suche eine Heimat.

So segne euch der dreifaltige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.

Geht hin in Frieden.

Dank sei Gott, dem Herrn.

Schlusslied: GL 453 (Bewahre uns, Gott)

 

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