Warum analog und digital keine Gegensätze sind

Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit (IRUM) mit Steigerung der Ausleihzahlen in 2019

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Die öffentliche Bibliothek im IRUM bietet dem Benutzer über 90000 Medien.
veröffentlicht am 21.02.2020
Lesezeit: ungefähr 5 Minuten

Paderborn (-haus). Steht das gedruckte Buch vor dem Aus? Verdrängen Smartphone, Notebook und E-Book es in absehbarer Zeit in eine Nische? Wie ist es überhaupt um das Lesen bestellt? Fragen, auf die Christoph Quasten als Leiter der Bibliothek im Institut für Religionspädagogik und Medienarbeit (IRUM) in Paderborn eine klare Antwort parat hat: „Wer glaubt, die klassische Buchausleihe sei tot oder Leseförderung für Kinder sei aus der Mode gekommen, der irrt“, stellt er fest und verweist auf die gute Bilanz des IRUM für das Jahr 2019 in den Bereichen Medienausleihe und Veranstaltungen.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Mit exakt 104713 Ausleihen übertraf das IRUM sogar leicht das Ergebnis des Vorjahres. „Unsere Angebote der öffentlichen Bibliothek, die sich an ein breites Publikum richten und neben Roman- und Sachliteratur auch CDs und DVDs umfassen, erfreuen sich nach wie vor großer Beliebtheit“, bilanziert Diplom-Bibliothekar Michael Müller: „Vor allem die über 15000 Ausleihen an Kinder und Jugendliche zeigen, dass auch heute noch das klassische Kinder- und Jugendbuch zur Hand genommen wird.“

Allerdings verpasst das IRUM nicht den digitalen Trend und bietet mittlerweile zusätzlich elektronische Medien wie E-Books an. Unter www.libell-e.de virtuell ausleihbar und auf einem E-Book-Reader lesbar, sind sie mit 5374 Ausleihen durchaus beliebt. Den immer wieder beschworenen Verdrängungswettbewerb oder einen Gegensatz sieht Quasten in diesem Zusammenhang aber nicht: „Das gedruckte Buch ist meistens die erste Wahl, aber zum Beispiel im Urlaub greifen viele gern zum E-Book-Reader, statt fünf dicke Bücher in den Koffer zu packen.“

Wichtige Anlaufstelle

Neben der lokalen Ausrichtung hat das IRUM zusätzlich eine bistumsweite Ausrichtung. Seine Aufgabenstellung als Einrichtung des Erzbistums Paderborn erfüllt das IRUM durch eine hohe Zahl von Ausleihen an Katholische öffentliche Büchereien, Schulen und Kindergärten durch thematisch orientierte Medienpakete, die insgesamt 16242 Medien umfasst haben. „Wir haben damit das Ergebnis des Vorjahres noch einmal um zehn Prozent steigern können“, sagt Quasten und verweist auf die große Bandbreite, die von religiösen Themen wie Kommunion- und Gottesdienstvorbereitung bis zu Ernährungs- und Umweltthemen reicht.

Für Religionspädagogen aller Schulformen und für alle in der Gemeindearbeit Tätigen ist das IRUM mit seinen beiden Standorten in Paderborn und Dortmund eine wichtige Anlaufstelle für Medien, die im Religionsunterricht oder der Gemeindearbeit eingesetzt werden können. Dazu gehören neben Printprodukten vor allem DVDs, aber auch Realien wie eine Thorarolle oder ein Materialkoffer zum Islam, mit dem Inhalte im Unterricht anschaulich präsentiert werden können. Auch hier sind virtuell verfügbare Medien auf dem Vormarsch, die auf der Plattform www.medienzentralen.de zum Download und Streaming angeboten werden. Fast 1200-mal ist dieses Angebot für den Religionsunterricht oder die Gemeindepastoral genutzt worden. Insgesamt sind diese religionspädagogischen und katechetischen Medien an den beiden Standorten in Dortmund und Paderborn jeweils rund 21000-mal ausgeliehen worden. Christoph Quasten: „Download und Streaming sind in diesem Bereich eindeutig auf dem Vormarsch, weil es schneller geht und bequemer ist.“

Veranstaltungen für Kinder

Die Leseförderung für Kinder ist ein Bereich, auf den besonderes Gewicht gelegt wird, gerade in einer Zeit, in der, so der Bibliotheksleiter, „Bücher in Familien nicht mehr selbstverständlich sind“. In Zusammenarbeit mit der Kita St.Liborius und den Grundschulen St.Michael und Luther werden regelmäßig zielgruppengerechte Veranstaltungen für Kinder durchgeführt, die diese Altersgruppe an das Thema Buch, Bibliothek und Lesen heranführen. Christoph Quasten: „Neugier und Interesse müssen möglichst früh geweckt werden, sonst ist die Hemmschwelle, eine Bibliothek zu besuchen, irgendwann zu hoch!“

Zusätzlich hat das IRUM im vergangenen Jahr mehrere öffentliche Veranstaltungen für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter durchgeführt. Isabell Lanvermann organisiert diesen Bereich. Sie freut sich über den Erfolg der Veranstaltungsarbeit und ergänzt: „Zusätzlich laden wir mehrmals im Jahr Autorinnen und Autoren zu Lesungen ein, die aus der Region stammen oder sich als Geheimtipp erweisen.“

Für das erste Halbjahr 2020 stehe das Veranstaltungsprogramm bereits: „Es wird viele Überraschungen für Kinder und Erwachsene bieten.“

Alle Infos unter: www.irum.de