Frauen kämpfen an vielen Fronten

Zweite Frauenkonferenz des Erzbistums mit rund 250 Teilnehmerinnen

kopie_von_ca_kopie_von_51_29_frauen
Erzbischof Hans-Josef Becker und Msgr. Dr. Michael Bredeck stellten sich im Plenum den Fragen der Frauen. Foto: Auffenberg
veröffentlicht am 20.12.2019
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Paderborn (-berg). „Wir kommen, um zu bleiben“, unter diesem Motto stand die zweite Frauenkonferenz des Erzbistums Paderborn. Rund 250 Frauen waren nach Paderborn gekommen, um zunächst miteinander und später mit Erzbischof Hans-Josef Becker über die Zukunft des Erzbistums und einer angemessenen Beteiligung von Frauen daran zu beraten.

Im Vorfeld war offen zu dieser Konferenz eingeladen worden, Themen waren nicht vorgegeben, die wurden im Laufe des Vormittags gesammelt und dann in Kleingruppen besprochen. Die eingebrachten Themen reichten vom Diakonat der Frau über den „synodalen Weg“ vor Ort bis hin zur Sorge um Flüchtlingsfrauen.

Im Laufe des Tages war viel Frust zu hören, aber auch viel Engagement zu erleben. Frauen engagieren sich auf breiter Front, aber sie kämpfen auch an vielen Fronten. Dies hat mit männlich geprägten Strukturen zu tun, die, nach Worten der Linzer Pastoraltheologin Judith Klaiber, nicht nur für innerhalb der Kirche, sondern für ganz Westeuropa typisch sind. Noch immer sei der Mann die Norm und die Frau das davon abweichende Wesen. Entsprechend werde auf Frauen reagiert: Sie werden zum Schweigen gebracht. Die Kirche als patriarchale Gesellschaft bröckele derzeit, so Klaiber, was richtig sei. Mit Blick auf das Magnifikat fragte sie: „Glauben wir denn nicht an einen machtkritischen Gott?“

Am späteren Nachmittag stellten sich Erzbischof Becker und Msgr. Dr. Michael Bredeck dem Plenum. Bredeck ist zen­tral verantwortlich für die Entwicklung des Erzbistums auf Grundlage des Zukunftsbildes, das der Erzbischof 2014 in Kraft gesetzt hat. Beiden war deutlich anzumerken, unter welchem Druck sie stehen.

„Wir brauchen uns jetzt gegenseitig“, sagte Bredeck. Vor der Kirche liege ein schwieriger Weg, der Geduld erfordere, aber „dies beißt sich mit Ihrer Ungeduld, die ich verstehe“. In seinem Schlusswort sagte der Erzbischof, er hoffe, „dass, wir nicht vergessen, für wen wir gehen. Loten wir es aus, loten wir es wirklich aus“. Am Ende bat er darum, den Segen erteilen zu dürfen: „Das ist das Beste, was ich euch mitgeben kann.“ (Eine ausführliche Berichterstattung folgt in der nächsten DOM-Ausgabe.)