„Heil in einer unheilvollen Zeit“

Libori-Eröffnung 2016: Appell zur Versöhnung

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Die Erhebung der Liborius-Reliquien unter den Klängen des Libori-Tuschs: Einer der bewegenden Moment während der Pontifikalvesper am vergangenen Samstag. Foto: Wiedenhaus
veröffentlicht am 29.07.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Paderborn. Zahllose Opfer bei Terroranschlägen, ein Amok­lauf in München mit Verletzten und Toten – vor diesem Hintergrund erlebten die Besucher der kirchlichen Feiern in diesem Jahr einen nachdenklich machenden Libori-Auftakt.

von Andreas Wiedenhaus

„Die Welt ist bewegt in den letzten Tagen und Monaten. Schlimme Ereignisse haben uns heimgesucht, und besonders sind unsere französischen Freunde betroffen. All das können wir nicht ausblenden an unseren Festtagen.“ Bereits in seiner Begrüßung bei der Pontifikalvesper zur Libori-Eröffnung am vergangenen Samstag machte Erzbischof Hans-Josef Becker deutlich, was für ihn eines der Hauptanliegen des diesjährigen Festes darstellt: Er rief auf zum Gebet für die Opfer terroristischer Gewalt und deren Angehörige.

Der Erzbischof griff dieses Anliegen auch in seiner Predigt im Pontifikalamt am Sonntag auf und erweiterte es um einen zentralen Aspekt des christlichen Glaubens: „Wir Christen bezeugen das Evangelium vom Heil in einer Zeit, die unheilvolle Realitäten zur Genüge kennt. Wir feiern das Libori-Fest nicht ohne den Blick auf das, was uns unruhig macht.“

Das außerordentliche „Heilige Jahr der Barmherzigkeit“ mache aber auch deutlich, dass sich Gottes Liebe gerade auch in einer „unheilen Welt“ ausbreiten könne. Das sei ein Grund für Christen, auch dann zuversichtlich zu sein, wenn die äußeren Umstände dies nicht so ohne weiteres erkennen ließen: „Wir dürfen erfahren, wie Gott an seine Möglichkeiten mit uns glaubt. Das lässt uns in dem Sinne an uns selbst glauben, dass wir Gott unser hier beginnendes und in der Ewigkeit vollendetes Gelingen zumuten.“ Gottes Erbarmen stifte so zu einer Barmherzigkeit an, die niemanden abschreibe.

Nach dem Festgottesdienst wurden das Allerheiligste und der vergoldete Silberschrein mit den Reliquien des heiligen Liborius in einer Prozession, die von zahlreichen Gläubigen begleitet wurde, durch die Paderborner Innenstadt getragen.

Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB spendete bei der Prozession am Paderborner Rathaus den sakramentalen Segen. Er betete: „Segne und beschütze deine Kirche und erhalte sie im Glauben. Reichen Segen schenke unserer Stadt und all ihren Bewohnern. Schenke der ganzen Erde deinen Frieden.“

Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit der Erhebung der Reliquien des Bistums­pa­trons in der Vesper: Dabei wird der Schrein unter den Klängen des Libori-Tuschs im Hochchor aufgestellt.

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