Seinen Weg finden bei den Pfadfindern

Der Stamm Heilige Familie Lünen-Süd bietet Flüchtlingen Heimat

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Derzeit sind drei Flüchtlinge im Alter zwischen 19 und 28 Jahren aus dem Liba­non bei der DPSG Stamm Heilige Familie Lünen-Süd zu Gast. Da darf das Hand­buch Arabisch/ Deutsch nicht fehlen.
 Foto: Plamper
veröffentlicht am 22.07.2016
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Lünen. Über 100 Stämme und über 7 500 Mitglieder zählt derzeit die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) im Erzbistum Paderborn. Gegründet wurde sie im Jahre 1931. Doch was macht das „Dabeisein“ so spannend?

von Elisabeth Plamper

Es war das letzte Treffen des DPSGStammes Heilige Familie Lünen-Süd vor den Ferien. Im Hof hinter dem Michaelsheim duftete es nach Gegrilltem, und Stimmengewirr erfüllte die Luft. Das Abschluss­treffen vor der Sommerpause ließen sich die Wölflinge, Juffis, Pfadis und Rover, zumal das Wetter auch mitspielte, nicht entgehen. Auch Erinnerungen an Veranstaltungen, Spiel und Spaß wurden wieder wach.

„Ein besonderes Erlebnis für uns war das Pfingstwochenende in Westernhohe“, erzählte Nathalie Ulbrich. 4 000 Pfadfinder erlebten dort ein unvergessliches Wochenende. Im Mittelpunkt stand das DPSG-
Jahresmotto 2016 „H2O16 Wasser zählt!“. „Im internationalen Dorf haben wir Menschen nicht nur aus den europäischen Nachbarländern, sondern auch aus Afrika und Südamerika getroffen.“ Höhepunkte des Wochenendes seien der Open-Air-Gottesdienst und ein Rockkonzert mit der Pfadfinder-Band „Badsen“ in der Arena gewesen.

„Es macht einfach Spaß, dabeizusein“, erklärt Wiebke Oelschläger. Sie setzt auch eine Familientradition fort. Ihre Eltern waren ebenfalls Pfadfinder. Die 20-Jährige ist Leiterin der Wölflinge. Für die Leiterin der Jungpfadfindergruppe, Vanessa Radszat (19), hat das Gemeinschaftgefühl eine besondere Bedeutung.

Ein Stück Kindheits- und Jugendgeschichte verbindet Verena Tittes mit dem DSPG Stamm Heilige Familie. Als Wölfling erlebte sie dort die ersten „Abenteuer“, wurde Jungpfadfinder (Juffi) und half als Pfadfinder (Pfadi) bei dem Wandgraffiti in den Pfadfinderräumen im Michaelsheim mit. Nach einer Auszeit kehrte sie zum Stamm zurück und besuchte verschiedene Schulungen. So nahm sie unter anderem an der Woodbadge-
Ausbildung teil. Ein Teil widmet sich beispielweise der Geschichte der internationalen Pfadfinderbewegung. Derzeit ist die 25-Jährige Pfadileiterin, begleitet die Rover und engagiert sich im Vorstand.

„Die einzelnen Gruppen bei den Pfadfindern teilen sich nach Alter auf“, erklärt sie. „Die Wölflinge sind zwischen 7 und 10 Jahre alt. In dem Alter haben die Kinder Lust, die Welt zu entdecken. Unsere Wölflinge lernen im Spiel unsere Umwelt zu begreifen und immer mehr Verantwortung für sich und andere zu übernehmen. Zu den Jungpfadfindern gehört man bis 13 Jahre. Im Mittelpunkt steht das „selbst etwas machen“. Unsere Pfadfinder sind zwischen 14 und 16 Jahren.“ Das sei eine schwierige Zeit. „Aber wir können Rückhalt geben und den Jugendlichen dabei helfen, sich selbst zu finden. Danach gehört man zu den Rover. Die Rover sind selbstständig und werden nur begleitet.“

Außerdem sind derzeit drei Flüchtlinge im Alter zwischen 19 und 28 Jahren aus dem Libanon zu Gast. „Sie gehörten in ihrer Heimat einer Pfadfindergruppe an und kommen nun zu uns, um mit deutschen Pfadfindern in Kontakt zu kommen. Sie nehmen an unseren Gruppenstunden teil und wir können gegenseitig unsere Erfahrungen austauschen. Ganz nebenbei wird so dann auch noch etwas Deutsch gelernt“, erklärt Verena Tittes. Den Kontakt habe Gemeindereferent Stephan Wilhelm vermittelt.

Zurzeit hat die DPSG Stamm Heilige Familie Lünen-­Süd 50 Mitglieder. Davon sind aktive Mitglieder 12 Wölflinge, 5 Jungpfadfinder (Juffis), 4 Pfadfinder (Pfadis) und 9 Rover.

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