Patienten sind keine Bittsteller

Karl-Josef Laumann zur Zukunft der Pflege

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Übte an manchen Entwicklungen deutliche Kritik: Karl-Josef Laumann.
veröffentlicht am 25.05.2016
Lesezeit: ungefähr 2 Minuten

Rheda-Wiedenbrück. Karl-Josef Laumann zählt nicht zu den Politikern, die viel reden und wenig sagen: Der Staatssekretär im Gesundheitsministerium und Patientenbeauftragte der Bundesregierung ist ein Freund klarer und deutlicher Worte. Das zeigte sich auch beim Kolping-Bezirkstag in der Wiedenbrücker Pius-Gemeinde. Laumann sprach über Patientenrechte und die Entwicklung der Gesundheitsversorgung.

Die Zeit der „Halbgötter in Weiß“ sei definitiv vorbei, machte Laumann vor rund 80 Zuhörern deutlich: Lückenloses Informationsrecht auf der einen und Aufklärungspflicht auf der anderen Seite müssten selbstverständlich sein, etwa wenn ein Patient Einblick in seine Patientenakte verlange.

Das sei ebenso keine „Majestätsbeleidigung“ wie das Verlangen nach einem Gespräch zwischen Arzt und Patienten „auf Augenhöhe“. Damit täten sich noch viele Mediziner schwer, doch daran gehe kein Weg vorbei. Dass seit rund 20 Jahren die Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen eine zentrale Rolle spielt, ist für den Politiker aus Riesenbeck eine Fehlentwicklung. Wenn Patienten zu „Marktteilnehmern“ würden, stünden die falschen Kriterien im Vordergrund: „Was für den Menschen gut ist, ist nicht unbedingt das, was wirtschaftlich die richtige Lösung ist.“ Falsch ist für Laumann auch die Fallpauschale, nach der in Krankenhäusern abgerechnet wird – gerade mit Blick auf die Zunahme von Patienten mit Demenz: „So jemand braucht viel mehr Aufmerksamkeit.“

Mit Blick auf den zunehmenden Pflegebedarf für alte Menschen plädiert Laumann für ein Zusammenspiel aus „Familien, Ehrenamt und professionellen Kräften“. Hier müsse gerade die Tagespflege gestärkt werden.

Trotz aller „Stellschrauben“, an denen in der nächsten Zeit gedreht werden muss, ist Laumann gleichzeitig davon überzeugt, dass die deutsche Gesundheitsversorgung weltweit zu den besten zählt.

Doch damit das so bleibe, dürfte man drängende Probleme nicht auf die lange Bank schieben.

Andreas Wiedenhaus

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