„Vom Martyrium in den Himmel“

Restaurierte Orgel in Sundern-Langscheid beim Patronatsfest geweiht

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Organist Theo Laß ließ die Orgel in Langscheid mit Bedacht erstmals nach der Renovierung erklingen. Foto: Nückel
veröffentlicht am 05.02.2016
Lesezeit: ungefähr 3 Minuten

Sundern-Langscheid. Während eines feierlichen Gottesdienstes anlässlich des Patronatsfestes wurde in der St.-Antonius-Kirche in Sundern-Langscheid die restaurierte Orgel geweiht. Vom Klang der wertvollen Feith-Orgel waren alle Anwesenden begeistert.

Pastor Karl-Heinz Böckelmann brachte die Entwicklung der vergangenen 20 Jahre am Schluss des Gottesdienstes noch einmal auf den Punkt. Er habe die Organisten stets bedauert, wenn die Orgel nicht das gespielt habe, was die Organisten wollten. „Es war ein Martyrium“, meinte Böckelmann. „Doch jetzt sind wir im Himmel.“

Zu Beginn des Gottesdienstes erläuterte der Geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Horst Meier, dass die letzten zwei Jahrzehnte eher eine stille Geschichte gewesen seien. Vor etwa fünf Jahren habe der Kirchenvorstand dann beschlossen, die Orgel restaurieren zu lassen. Diese Entscheidung sei einfach richtig gewesen.

Das bestätigte auch der Leiter des pastoralen Raumes Sundern, Pfarrer Michael
Schmitt, der zunächst offen gestand, dass er anfangs Bedenken gehabt habe, ob das Projekt nicht zu groß sei. Nun lobte er das gelungene Werk und dankte allen Beteiligten für ihr großes Engagement. „Die Langscheider haben sich einen Applaus verdient“, betonte Schmitt.

Die Kirchengemeinde St. Antonius Langscheid hatte im Winter 2014 den Orgelbaumeister Elmar Krawinkel aus Trendelburg (Landkreis Kassel) mit der umfassenden Renovierung ihrer historischen Feith-Kirchenorgel beauftragt. Der Abbau und der Transport der Orgel ins hessische Weserbergland begannen im März 2015. Anschließend wurden annähernd 1000 Pfeifen verschiedenster Größen und Tonlagen gereinigt, einzeln geprüft und repariert. Zudem wurde das gesamte Luftsystem mit den Windladen überarbeitet. Mehr als ein Kilometer Bleileitungen wurden erneuert und der Spieltisch komplett aufgearbeitet .

Am 17. Oktober 2015 machten sich rund 30 Gemeindemitglieder und interessierte Orgelfreunde auf den Weg nach Trendelburg, um sich vor Ort über den Stand der Reparaturarbeiten zu informieren. Mitte November schließlich wurden die Arbeiten in der Orgelwerkstatt abgeschlossen und es erfolgte in mehreren Etappen der Rücktransport des Instrumentes nach Langscheid. Dort wurde sie an ihrem ursprünglichen Ort auf der Orgelbühne der Langscheider Antonius-Kirche wieder aufgebaut.

Den feierlichen Einzug der Priester, Ministranten und Abordnungen der Langscheider Vereine zum Festgottesdienst begleitete der Musikverein Langscheid. Das Eingangslied sang der Männergesangverein. Doch nachdem Pastor Böckelmann die Orgel mit Weihwasser und Weihrauch gesegnet hatte, ließ der auch über Langscheid hinaus bekannte Organist Theo Laß die Orgel beim „Großer Gott wir loben Dich“ kraftvoll ertönen. Laß hatte die „Königin der Instrumente“ in dem Dorf am Sorpesee im Sauerland in den 1960er Jahren mehrere Jahre als Organist regelmäßig gespielt.

Propst Meinolf Kemper sagte in seiner Festpredigt, dass über die Orgel viele Jahre gesagt worden sei, sie wäre nicht zu reparieren. Das sei ähnlich, wie bei der Kirche. Und so verglich der langjährige Pfarrer von Hachen die Orgel mit der Kirche. Wie die verschiedenen Orgelpfeifen ihre je eigene Aufgabe haben, so hätten auch die Christen ihre Aufgaben in der Kirche. Auch die kleinen Orgelpfeifen, die man nach außen nicht sehen könne, trügen zum Gesamtton bei, betonte Kemper.Nach dem Festgottesdienst feierte die Gemeinde das Patronatsfest mit einer Kaffeetafel und dem „Antonius Konzert“ in der Schützenhalle.

von Matthias Nückel

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