Menschen im Nebel

Foto: Ruth Rudolph / pixelio

 

Im Fernsehen gibt es was über Gorillas in Afrika. Es sind vertraute Bilder: Die Menschenaffen hocken im üppigen Grün, nagen verträumt an Blättern und lausen sich gegenseitig. Obwohl man ähnlich faul auf dem Sofa liegt und sich das anschaut, kommt man ins Grübeln. Ach, das Leben könnte so einfach sein.

von Claudia Auffenberg

Warum kriegen wir Menschen das nicht hin? Warum haben wir solche Probleme damit, alle satt zu bekommen? Und warum haben wir solche Probleme im Miteinander, mit Macht und Hierarchie. Bei den Gorillas kommt kurz der Silberrücken, trommelt sich auf die Brust und gut ist. Unsereins muss sich in Meetings, Castings oder Fernsehduellen beweisen. Der Mensch kommt anscheinend weder mit sich noch mit der Schöpfung zurecht. Neulich warnte Klaus Töpfer sinngemäß schon, dass der „Weltgärtner Mensch“ sich nicht überall einmischen solle. Ist der Mensch das Problem unseres Planeten? Manchmal scheint es so, aber das kann doch nicht wahr sein! Wozu gibt es den Menschen? Wozu sind wir auf der Welt? Der grüne Katechismus formulierte es so: Um Gott zu erkennen, ihn zu lieben und so in den Himmel zu kommen. Das ist natürlich aus heutiger Sicht ein bisschen fromm formuliert und hat womöglich den Blick etwas verengt. Und es klingt nach einem Anspruch, dem man vermutlich eh nicht gerecht werden kann. Gott lieben – weiß jemand, wie das geht? Also schaut man mal in die Bibel, in die Schöpfungsgeschichte, als Gott den Menschen erschaffen hat. Er muss sich doch was dabei gedacht haben. Man liest, wie er die Tiere erschafft und zu ihnen spricht, dann kündigt er die Erschaffung des Menschen an, nach seinem Bild, und dann vertraut er ihnen die gesamte Schöpfung, alles, was er bisher geschaffen hat, an. Und dann ruht er.

Der zweite Schöpfungsbericht erzählt zwar den Ablauf anders, aber auch hier spielt das Vertrauen Gottes in den Menschen eine große Rolle. Er überlässt ihm die Namensgebung von allem.

Gott vertraut dem Menschen. Das tut schon mal gut.

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