„Komma Kirche kucken“

Für St. Marien in Eickel bedeutet ein pastoraler Ort sein: gemeinsam Hl. Messe feiern und mehr

Die Vorbereitungen für das „Kochen international“ laufen auf Hochtouren. Foto: Plamper

 

Wanne-Eickel. „Vorglühen“ für ein gemeinsames Jahr 2016, das war der Leitgedanke der Aktion „Eine Woche voller Glauben“. Schon im September vergangenen Jahres begann der Gemeinderat mit den Vorbereitungen.

„Wir haben uns die Frage gestellt, wie man ein wenig Schwung in das ‚Wir‘ der Gemeinde und auch in unser gemeinsames Glaubensleben bringen kann“, beschrieb Ulrike Stolba vom Gemeinderat und Mitorganisatorin den Hintergrund der Aktion „Eine Woche voller Glauben“. Die Antwort waren für acht Tage spannende, generationsübergreifende Angebote, die auch über die Gemeindegrenzen hinaus auf Interesse stießen.

Zum Auftakt der „Glaubenswoche“ fand nach der Sonntagsmesse eine Begegnung mit kleinem Imbiss statt – eine gute Gelegenheit für so manche Gemeindemitglieder, sich nicht nur weiterhin vom Sehen her zu kennen, sondern auch einmal miteinander ins Gespräch zu kommen und sich auszutauschen. „Vieles ist momentan im Wandel“, erklärte Gemeindereferentin Monika Klöckener. „Wir bereiten uns intensiv auf die Bildung der Großpfarrei vor.“

Der Gemeinderat wisse, dass die damit verbundenen Veränderungen notwendig und folgerichtig sind, „aber die Gefühle zwischen Aufbruch bis Heimatverlust sind vielfältig. Miteinander zu reden kann da nur gut sein“. So waren die nächsten Veranstaltungen für die „Glaubenswoche“ darauf abgestimmt, sich immer wieder zu begegnen, gemeinsam etwas zu unternehmen und „Glauben” zu feiern.

Die Angebote der Aktion „Eine Woche voller Glauben“ reichten von gemeinsamen Gottesdiensten und Gebetsangeboten, Kirchenbesichtigung über die Vorstellung verschiedener Gruppen in der Gemeinde, bis hin zu einem „Workshop“ zu neuen Liturgieformen ohne Eucharistiefeier sowie einer Exkursion zur Ausstellung „THE PROBLEM OF GOD“ in Düsseldorf.

Das Abendlob am zweiten Tag bot die Möglichkeit, unter dem Leitwort „Kirche zu gestalten – Kirche zu sein“ ein Gefühl dafür zu bekommen, sich seiner eigenen „Berufung“ bewusst zu werden und auch in die Gemeinde einzubringen.

Unter anderem war ein Beispiel dafür die Glaubenswochen-Aktion „Kochen international“, zu der der Gemeinderat in Kooperation mit der Caritaskonferenz St. Marien am dritten Tag in das Gemeindezentrum einlud. Gekocht wurden gemeinsam mit Gemeindemitgliedern verschiedener Nationalitäten internationale Spezialitäten.

„Komma Kirche kucken“ hieß es am vierten Tag. Die Einladung erwies sich als eine kleine Abenteuerreise durch die Kirche St. Marien. Überrascht war so mancher Teilnehmer, dass dort sogar ein Eichhörnchen sein zuhause hat. Gefunden wurde es auf dem Bild des Barmherzigen Samariters. Info-Tafeln und der interaktive Kirchenführer boten weitere Möglichkeiten, das Gotteshaus zu erkunden. Wie bei einem „Tag der offenen Tür“ lud ein Zeitfenster zum beliebigen Kommen und Gehen ein. Zur Ruhe kommen, Gemeinschaft in Wort und Brot erfahren, sich auf die Spuren der Urkirche begeben, das bot der Abendimpuls am fünften Tag. Die Ungarnhilfe in St. Marien stellte sich am sechsten Tag vor.

Sich mit „Lydia, der bekannten Gemeindeleiterin zu Zeiten des Paulus“ auf die Spuren der Urkirche und ihre Liturgieformen zu begeben, dazu lud ein Workshop am siebten Tag ein. Die Kunstpilgerreise führte dann am achten Tag zur Ausstellung „THE PROBLEM OF GOD“.

Der Mix aus Bewährtem und Neuem zeigte nicht nur die Vielfalt der Gemeinde, sondern gab auch neue Impulse. „Wir finden, es war eine gute Gelegenheit, um für das Jahr 2016 mal richtig voranzugehen und zu erfahren, dass wir in St. Marien, trotz aller Änderungen, weiter Heimat und Gemeinde und füreinander da sind“, fasste Daniel Buchholz, Vorsitzender des Gemeinderates, die Aktion zusammen.

Bildlich drückte es DanielBuchholz so aus: „Ein Haus in der Renovierungsphase wirkt erst unbequem und ungewohnt. Helfen aber alle bei der Einrichtung mit und füllen es mit Leben, erstrahlt es in einem schöneren Glanz als je zuvor.“

Elisabeth Plamper

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