Ein buntes Fest des Glaubens

Mehrere Tausend Menschen feierten beim Abschlusstag des 3. Ökumenischen Kirchentages in Lippe

Zum Treffpunkt Ökumene auf dem Schlossplatz stiegen Luftballons mit dem Motto des Ökume­ni­schen Kir­chen­tages – „Weite wirkt“ – in den Himmel.

 

Dörentrup. Mit einem großen Veranstaltungstag auf Schloss Wendlinghausen (Dörentrup) ist der 3. Ökumenische Kirchentag in Lippe zu Ende gegangen. Etwa drei- bis viertausend Menschen besuchten den ganzen Tag über die Konzerte, Vorträge, Andachten und die rund 60 Stände auf dem Markt der Möglichkeiten. Vertreter von fünf Konfessionen begrüßten dabei unter anderem auch Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, Bundestagspräsident Norbert Lammert, die evangelische Theologin Margot Käßmann und rund 100 Gäste aus 14 Ländern.

Hannelore Kraft hatte den zentralen Veranstaltungstag des Kirchentages vor rund 1 000 Besuchern eröffnet. Sie zeigte sich beeindruckt davon, wie viele Menschen sich, getragen von ihrem Glauben, engagieren. Der Kirchentag stand unter dem Titel „Weite wirkt“. Es lohne sich, in die Weite zu blicken, so Kraft: „Wir können nicht so tun, als wäre uns das, was in Afrika, Asien oder im Nahen Osten geschieht, egal. Wir teilen uns diese Eine Welt mit ihnen und sie mit uns.“ Kraft sagte, dass die Entwicklungspolitik in den letzten Jahren im täglichen Politikgeschäft zu kurz gekommen sei. Es sei aber bereichernd zu sehen, wie viele Menschen sich heute für Flüchtlinge engagieren. „Dank allen, die uns dabei helfen.“

Bundestagspräsident Norbert Lammert ging in seiner Bibelarbeit unter anderem auf das Reformationsjubiläum und die Ökumene ein. Er bedauerte, dass die Einheit der Kirchen immer noch nicht wiederhergestellt sei. Die Spaltung widerspreche dem Willen Christi. Die wichtigste Frage für 2017 sei für ihn: „Rechtfertigen die Unterschiede die Aufrechterhaltung der Spaltung?“

Auch Margot Käßmann sprach sich in ihrem anschaulichen Vortrag zum Thema „Reformationsjubiläum 2017 – Christlicher Glaube in einer globalisierten Welt“ für eine Überwindung der Spaltung aus: „Das Trennende ist nicht so stark wie das Gemeinsame.“ Und die Unterschiede in den Konfessionen empfinde sie als Bereicherung: „Gerade in der Vielfalt steckt Kreativität und es ist faszinierend zu sehen, wie andere ihren Glauben feiern.“ Sie vermittelte den Zuhörern in der vollbesetzten Schlossscheune und per Videoübertragung auf dem Schlossplatz, dass die Menschen heute über ihren Glauben sprechen und mit anderen in den Dialog kommen sollten.

Musik, unter anderem von einer lippischen Bläserauswahl, den Chören Reimai aus Indonesien und Groophonik aus Detmold, viele Informationen – zum Beispiel über fairen Handel, Flüchtlingsarbeit, Missions- und Entwicklungswerke – begleiteten die Angebote, die, über den ganzen Tag verteilt, rund um das Schloss stattfanden. Impulse wie eine Vaterunser-Meditation waren ebenso Bestandteil des Programms wie Musik und Lesung, Kabarett oder auch ein Podiumsgespräch zum Thema „Wie wir leben wollen“, in dem Vertreter verschiedener gesellschaftlicher Bereiche über Themen wie Bevölkerungsentwicklung, Integration, Inklusion, Nachhaltigkeit in Energie- und Ernährungsfragen diskutierten. Mit dem zentralen Veranstaltungstag ging der 3. Ökumenische Kirchentag in Lippe nach einer Woche mit zahlreichen Veranstaltungen zu Ende.

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