Fr22.05.2026

Tag der Biodiversität: Förderprojekte des LWL-Naturfonds

Westfalen-Lippe/Siegen-Wittgenstein/Höxter/Recklinghausen (lwl). Zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai mit dem diesjährigen Motto „Lokales Handeln für globale Wirkung“ weist der der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) auf die Relevanz des Schutzes natürlicher Lebensgrundlagen hin und macht mit seinem LWL-Naturfonds auf die Bedeutung regionaler Natur- und Artenschutzschutzprojekte aufmerksam. Nordrhein-Westfalen ist mit mehr als 43.000 Tier-, Pflanzen- und Pilzarten sehr artenreich, doch 44 Prozent dieser Arten sind gefährdet, vom Aussterben bedroht oder bereits verschwunden. Mit seinem LWL-Naturfonds unterstützt der LWL seit 2023 regionale Vorhaben von beispielsweise Biologischen Stationen und Naturparken, die sich für die Pflege der westfälisch-lippischen Kulturlandschaft und somit für die Förderung biologischer Vielfalt einsetzen. „Der Schutz biologischer Vielfalt beginnt direkt vor unserer Haustür. Mit dem LWL-Naturfonds unterstützen wir Projekte, die wertvolle Lebensräume erhalten, Arten schützen und Menschen für die Bedeutung intakter Ökosysteme sensibilisieren. Lokales Engagement leistet damit einen wichtigen Beitrag zum weltweiten Erhalt der Biodiversität“, sagt LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. Ein anschauliches Projekt ist das „Netzwerk Ameisenbläulinge“ der Biologischen Station Siegen-Wittgenstein, das auf den langfristigen Erhalt und die Förderung der Bestände der Wiesenknopf-Ameisenbläulinge im Kreis durch Verbesserung und Vernetzung der Lebensräume abzielt. Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling ist Schmetterling des Jahres 2026 und steht stellvertretend für insektenreiche Wiesen und Weiden. Die enge Abhängigkeit von seiner Wirtspflanze, dem Großen Wiesenknopf, und Ameisen, in deren Nestern sich die Raupen entwickeln, mache deutlich, wie komplex und zugleich zerbrechlich ökologische Gefüge sind. Die „Amphibienarche“ der Landschaftsstation im Kreis Höxter e.V. nimmt eine andere Artengruppe in den Blick: In der Aufzuchtstation in Modexen wurden gezielte Maßnahmen zum Erhalt der stark bedrohten Amphibienarten Geburtshelferkröte, Kreuzkröte und Gelbbauchunke erfolgreich umgesetzt und geeignete Biotope im Kreis Höxter gesichert. Der Erfolg: Nach 30 Jahren Abwesenheit konnten wieder Gelbbauchunken im Naturschutzgebiet Nieheimer Tongruben angesiedelt werden. Um das Wissen über Natur und die Bedeutung der biologischen Vielfalt zu vermitteln, unterstützt der LWL-Naturfonds auch Vorhaben, die genau hier ansetzen. Beispielsweise bietet eine Ausstellung zum Thema Pilze in der Biologischen Station Recklinghausen im Naturparkhaus in Lembeck Einblicke in die Welt der meist unsichtbaren und oft übersehenen Fadenwesen. Der Titel „Vernetzte Landschaften“ verdeutliche, warum das Leben auf der Erde ohne Pilze undenkbar wäre. Verschiedene Angebote laden das ganze Jahr über zu Einblicken in die Förderprojekte ein. Informationen zu Veranstaltungen finden sich auf der Internetseite https://www.lwl-naturfonds.de/veranstaltungen.

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