Schrecklich schön: Begegnung bildender Künstler
Willebadessen. Vom 8. bis 10. Mai lädt das Christliche Bildungswerk „Die Hegge“ in Willebadessen-Niesen zu einer Begegnung bildender Künstler unter dem Titel „Schrecklich schön – Vorstellungen von „Schönheit“ in klassischer Moderne und Gegenwartskunst“ ein. Die wandelbare Kategorie der „Schönheit“ führt in den künstlerischen Debatten der Gegenwart ein Schattendasein. Fast niemand beruft sich auf sie in seiner künstlerischen Praxis. Schönheit scheint abgeschoben in die Sphäre historischer Begriffe. Da sich mit dem Schönheitsbegriff hierarchisierendes Normdenken verbindet, gilt er als anachronistisch, traditionell und rückständig und tendenziell reaktionär. Seit Aufklärung und Romantik ist zudem alles, was mit Schönheit zu tun hat, dem subjektiven Befinden des Individuums überlassen. Ästhetisch hochaktuell ist „Schönheit“ dagegen in der Alltags- und Popularkultur, in Mode, Design und Werbung, im Film und in der Musikszene. Sportive und körperbetonte Attraktivitätsbegriffe, die nicht selten in durch Kunstwerke tradierten Schönheitsidealen wurzeln, verleihen dem Schönheits-Konzept eine starke biologische und gar medizinische Dimension. Die diesjährige Tagung versucht sich an dem heiklen Thema der Schönheit und seinen gesellschaftlichen und politischen Implikationen mit Blick auf seine Relevanz für die bildenden und darstellenden Künste. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind wieder eingeladen, eine bis drei ihrer Arbeiten während der Tagung auszustellen. Teilen Sie bitte auf beiliegendem Anmeldeformular Näheres über die Werke mit, die Sie mitbringen werden. Ein gemeinsamer Rundgang durch die Ausstellung mitgebrachter Arbeiten ist Teil des Programms am Samstagabend. Als Referenten werden mitwirken: Dr. Johannes Krause, Düsseldorf. Er studierte an der Universität Köln Sozialwissenschaften und promovierte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf zum Thema „Schönheitshandeln“. An der Universität Düsseldorf ist er als akademischer Rat beschäftigt und forscht u.a. zu Themen der physischen Attraktivität. Nils Pooker, Kiel. Er hat unter anderem als Gemälderestaurator, Webdesigner und als Gemäldekopist gearbeitet. Seit 2018 ist er als Konzeptkünstler tätig und beschäftigt sich mit der Frage nach dem Wesen der Bilder. Ein Schwerpunkt liegt in der Symbiose von analogen und digitalen Formaten, seit 2022 gehört dazu auch die Auseinandersetzung mit KI-Bildern. Prof. Dr. phil. Magnus Schlette, Heidelberg. Schlette ist Leiter des Arbeitsbereichs “Theologie und Naturwissenschaft“ an der Forschungsstätte der evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) in Heidelberg und außerplanmäßiger Professor für Philosophie an der Universität Heidelberg. Studium der Philosophie und Soziologie in Berlin (FU), Kiel und Frankfurt am Main; Promotion und Habilitation; Gastprofessuren und Fellowships an Universitäten in Berlin, Bochum, Heidelberg und Erfurt. PD Dr. phil. habil. Zhuofei Wang, Kassel. Sie ist eine international renommierte Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin, deren Arbeit sich an der Schnittstelle von ästhetischer Theorie und künstlerischer Praxis bewegt.Die Gesprächsleitung hat Dr. Holger Brülls, Halle/Saale, Kunsthistoriker, Denkmalpfleger und Kurator. www.die-hegge.de